Wassergebühren in Heubach steigen

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Die Wassergebühren in Heubach steigen von 2,74 Euroo/m³ auf 3,16 Euro/m³.
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Gremium legt neue Sätze fest, Schmutzwasser wird billiger. Stelle des „Wassermeisters“ fehlt.

Heubach. Der Gemeinderat Heubach befasste sich am Dienstagabend mit den Gebührensatzungen von Ab- und Frischwasser. Ergebnis: Die Schmutzwassergebühr sinkt von 1,76 Euro/m³ auf 1,67 Euro/m³, die Niederschlagswassergebühr steigt von 0,41 Euro/m³ auf 0,47 Euro/m³ und die Wassergebühr steigt von 2,74 Euro/m³ auf 3,16 Euro/m³. Beim letzten Punkt hatte die Verwaltung eigentlich eine Erhöhung auf 3,26 Euro pro Kubikmeter vorgesehen.

Wie Kämmerin Monika Löhn erläuterte, gebe es mehrere Gründe, die eine Erhöhung nötig machten. Der Wasserverbrauch sei vom Jahr 2020 aufs Jahr 2021 zurückgegangen. Zum anderen seien die Kosten für den Bezug von Fremdwasser gestiegen. Höhere Kosten bei weniger Abnehmern bedeute, es werde für den Einzelnen teurer, so Löhn. Nur dann könne man kostendeckend arbeiten. Zudem habe die Stadt die Betreuung der Hochbehälter an die Landeswasserversorgung (LW) abgegeben. Dafür fielen 80 000 Euro pro Jahr an, dazu kämen noch 90 000 Euro für die Pflege des Ortsnetzes und Teile der Betriebsführung.

Außerdem seien viele Investitionen, die bislang als „Anlage im Bau“ geführt worden waren, ab dem Jahr 2023 „aktiviert“ wodurch die Abschreibungen und die Zinsen stiegen, etwa beim Baugebiet „Auhölzle“, dem Triumph-Areal oder dem Gewerbegebiet Erlen.

Betreuung „fremdvergeben“?

Martin Kelbaß meinte, dass durch den eher trockenen Sommer im Jahr 2022 ein höherer Verbrauch wahrscheinlich sei. Er schlug deshalb vor, die Gebühren beim Wasser nicht ganz so stark zu erhöhen. Die Verwaltung konnte da mitgehen.

Günther Lux wunderte sich, warum die Betreuung der Hochbehälter an die LW „outgesourcet“, also fremdvergeben, worden sei. Auch Martin Kelbaß fragte, ob es angesichts der Kosten nicht sinnvoll sei, dass die Stadt jemand einstelle, der diese Aufgaben übernähme.

Stadtbaumeisterin Ulrike Holl und Stadtrat Heinz Pfisterer erläuterten, dass hier aus rechtlichen Gründen ein „Wassermeister“ tätig sein müsse, eine Stelle, die es in Heubach selbst derzeit nicht gebe. „Wir sind gezwungen, das nach außen zu geben“, so Holl. Mit der Betreuung durch die LW sei die Verwaltung aber „mehr als zufrieden“, betonte sie. Angesichts der hohen Kosten sei es aber durchaus denkbar, darüber nachzudenken, ob die Stadt Heubach dieses Aufgabe nicht wieder selbst übernehmen könnte. In Anbetracht des Fachkräftemangels auf dem Arbeitsmarkt könne dies aber schwierig werden.

Thomas Abele meinte, Gemeinderat und Verwaltung sollten zu gegebener Zeit ein Grundsatzkonzept zur Wasserversorgung erarbeiten, dabei sollte der Schwerpunkt auf die Versorgung mit Eigenwasser gelegt werden. Bei einer Gegenstimme von Günther Lux machte sich das Gremium die von der Verwaltung vorgelegte Kalkulation zu eigen. 

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