Weniger Gäste, mehr Bedürftige bei der „Mahlzeit“

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Bei der "Mahlzeit" in Heubach gab es Suppen und Eintöpfe.
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Schöne Stimmung, Zeit für Gespräche: Die erste Heubacher „Mahlzeit“ kommt gut bei den Gästen an.

Heubach. Weniger Gäste als sonst, weniger Hektik und dafür mehr Zeit für Gespräche: Die erste „Mahlzeit“ der evangelischen Kirchengemeinde in Heubach nach langer Coronapause ist „richtig gut und gemütlich“ verlaufen, erzählt Heubachs zuständige Pfarrerin Sabine Löffler-Adam. Die „Mahlzeit“ - eine Veranstaltung im Stil der Vesperkirchen, bei der es Essen auf Spendenbasis für alle Interessierten gibt - lockte rund 70 bis 80 Gäste ins evangelische Gemeindehaus. Schätzungsweise zwischen 30 und 40 Liter Suppe und Eintopf sind an diesem Mittag über die Theke und in die Teller der Gäste gewandert. Ein ehrenamtliches Team der evangelischen Kirchengemeinde bewirtete, fleißige Helfer im Hintergrund bereiteten Suppen, Eintöpfe und ein Nachtischbuffet zu. Sabine Löffler-Adam schwärmt: „Das Buffet war wieder gigantisch und viele konnten da ungeniert von allem kosten.“ Bei Suppe und Nachtisch habe es Reste gegeben.

Und die Stimmung? Es habe kein so großer Geräuschpegel geherrscht wie bei den vergangenen „Mahlzeiten“, findet die Pfarrerin. Dementsprechend seien die Gäste länger geblieben, weil mehr Raum zum Zuhören und Plaudern blieb. „Gefehlt haben Schulklassen und Kindergarteneltern.“ Viele, die früher bei jeder Mahlzeit dabei waren, hätten nun keine Kinder mehr im Kindergartenalter. Eltern, die jetzt Kinder im angrenzenden Kindergarten haben, kennen das Format noch nicht, vermutet die Pfarrerin. Dennoch seien viele neue Gesichter dabei gewesen, ukrainische Gäste zum Beispiel. Zwei Ukrainerinnen haben auch in der Küche und beim Aufräumen geholfen.

Die Pfarrerin schätzt, dass es mehr bedürftige Menschen als bei den bisherigen Veranstaltungen gewesen sind. Gefehlt hätten die zum Teil gut situierten Seniorinnen und Senioren, die sonst bei „Mahlzeit“ dabei gewesen waren und es genossen hatten, in Gemeinschaft zu essen. Im Gespräch habe sich ergeben, dass sie aus Angst vor Corona größere Menschenansammlungen meiden. Im Vergleich zu den Vorjahren sei in Relation zur Zahl der Gäste weniger Geld in die dafür aufgestellte Spendenkasse eingelegt worden. „Wir haben einen deutlich kleineren Überschuss, nachdem alle Rechnungen beim Bäcker, Metzger und Getränkehändler bezahlt sind“, berichtet Sabine Löffler-Adam. Trotzdem zieht sie eine positive Bilanz über die „Mahlzeit“: „Es ist ein gutes, mutmachendes Zeichen für diejenigen, die mit einem schmalen Budget über die Runden kommen müssen.“ ⋌Marie Enßle

„Mahlzeit - Kirche, die mir schmeckt“ in Heubach

„Mahlzeit – Kirche, die mir schmeckt“ ist eine Veranstaltung im Stil der Vesperkirche. Drei Mal pro Jahr organisiert die Kirchengemeinde die „Mahlzeit“ in der Regel: Im Frühjahr und Herbst im evangelischen Gemeindehaus in der Klotzbachstraße, im Sommer im Kirchgarten von St. Ulrich. Die nächste „Mahlzeit“ ist für Donnerstag, 26. Januar, geplant.

Bei der Heubacher "Mahlzeit" gab es viele leckere Nachtische.

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