60 Schüler, Europa und die Zukunft

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Recit
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Junge Menschen aus Lettland, Polen, Frankreich, Italien und Gmünd diskutieren am Parler-Gymnasium über Frieden, Klimawandel, Nachhaltigkeit und ihre Perspektiven.

Schwäbisch Gmünd

Das Projekt läuft seit Montag: Etwa 60 junge Menschen aus Frankreich, Polen, Lettland, Italien und Deutschland diskutieren drei Tage lang über Europa. „Recit“, so heißt dieses Projekt, steht dafür, Europa (wieder) zu entdecken, auch indem junge Menschen sich bewusst machen, dass sie Europäer sind. Am Mittwoch präsentierten die 16- bis 20-jährigen Schüler im gastgebenden Parler-Gymnasium, was sie in sechs Gruppen mit Teilnehmern aus allen fünf Ländern diskutiert und erarbeitet haben. Ihre Themen waren Frieden, Herausforderungen für die Umwelt und Zukunft junger Menschen in Europa. Immer zwei Gruppen widmeten sich einem Thema, immer versuchten sie, Negatives und Positives herauszuarbeiten. Und eine Perspektive aufzuzeigen.

Frieden. Krieg steht für Tod und Feindseligkeiten zwischen Ländern, sagen die Schüler. Aber: So schlimm der Krieg in der Ukraine ist, die jungen Menschen sehen auch Positives: dass Europa zusammengewachsen ist, um zu helfen. Bildung, sagen sie, ist der beste Weg, um zu Kooperation, Begegnung, Austausch und Toleranz zu finden. Junge Menschen müssten für das aufstehen, was richtig ist. Demokratie und Dialog, Freiheit, Unabhängigkeit und das Vorhandensein von Chancen, dies seien die Wege, um Probleme zu lösen. Solche Probleme wie Flüchtlingsströme, Lebensmittelknappheit, Energieknappheit. Dabei sei der Austausch zwischen Ländern auf politischer Ebene wichtig.

Umweltpolitische Herausforderungen. Der Begriff der Nachhaltigkeit steht im Zentrum der Ergebnisse der beiden Gruppen, die sich sich mit der Belastung der Umwelt beschäftigt haben. Zwar begrüßen sie das Ziel der Klimaneutralität der Europäischen Union bis 2050, dennoch fordern sie von der EU-Kommission, mehr Geld für erneuerbare Energien auszugeben. Hier sei Handeln dringend. Negativ sehen die Schüler die Müllmengen, fossile Brennstoffe, Klimawandel und Flüchtlingsströme. Positiv sind für sie Europas Technologiestandards, Infrastruktur, Binnenmarkt und eine stabile Währung. Sie wünschen sich Frieden, Lösungen für Plastikmüll, freien Öffentlichen Personennahverkehr, mehr bezahlbaren Wohnraum und mehr Engagement gegen Klimawandel. Dazu brauche es mehr Recycling, schnell erneuerbare Energie und Dialog, um Konflikte zu lösen.

Zukunft junger Menschen. Der Klimawandel und die Zukunft machen jungen Menschen Angst, sagen die Schüler. Um zu ergänzen: Gegen die Angst hilft Bildung, um sich eine eigene Meinung bilden und Lösungen finden zu können. Dafür solle es mehr solcher Projekte wie Recit geben. Aufstehen, wählen gehen, lautet eine weitere Forderung der Schüler. Und: handeln. Dabei dürfe man die Vergangenheit nicht vergessen, aus dieser müsse man lernen. Und junge Menschen müssten Sprachen lernen, um sich auszutauschen über Kultur und Alltag in anderen Ländern. Viele Menschen kümmerten sich zu wenig um diese Fragen. Deshalb seien junge Menschen gezwungen, Entscheidungen zu treffen. Optimistisch stimmt sie dabei, „dass wir das Wissen haben, die Dinge zu verändern“.

„Beeindruckt“ vom Wissen und der Fähigkeit, sich in englischer Sprache über diese Fragen austauschen zu können, ist Gmünds Bürgermeister Christian Baron. Er überreicht allen Schülern ein Zertifikat über die Teilnahme an dem Austausch, den Dr. Lana Mayer von der Organisation Europe direct in Stuttgart als „Voraussetzung für Frieden, für die Überwindung von Vorurteilen“ bewertet. Was Nils Bunjes vom Europa Zentrum Baden-Württemberg so ergänzt: „Europa fängt in der Schule an.“

Die Organisatoren des Projekts Recit

Das Projekt Recit (Rediscovering Europe by feeling European Citizens Again) wird unterstützt von der Stadt Gmünd mit Sema Toykan, Elke Heer und Anna Klamann. Begleitet wird Recit durch das Europa Zentrum Baden- Württemberg und Europe direct Stuttgart. Am Parler-Gymnasium betreute Dr. Doris Pfleiderer das Projekt.

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