Als ein Ritter auf Deinbach verzichtet hat

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Altes Papier Großdeinbach 750 Jahre

Am 7. Januar 1271 ist Großdeinbach erstmals urkundlich erwähnt worden.

Schwäbisch Gmünd-Großdeinbach. Vor 750 Jahren, genau am 7. Januar 1271, ist Großdeinbach zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden.

Seit kurzem war die Dynastie der Staufer erloschen: Konradin, der letzte Staufer, war 1268 in Neapel enthauptet worden. Großdeinbach war staufisches Besitztum gewesen. Das Hauskloster der Staufer war Lorch, das Kloster hatte Besitzungen in Großdeinbach.

Streit um das Erbe der Staufer

Nach dem Ende der Staufer stritten sich viele um die Herrschaft über das Erbe der Staufer. So wollte auch der Ritter Konrad der Wascher aus einer Burgmannenfamilie der Stammburg Hohenstaufen (sein Sitz war das Wäscherschlössle) auf die lorchischen Güter in Großdeinbach zugreifen.

In der Urkunde, die von einem Lorcher Mönch verfasst ist, verzichtete Konrad der Wascher auf angemaßte Rechte in Großdeinbach. Was ihn dazu bewog, ist nicht bekannt. Vielleicht bangte er um sein Seelenheil?

Jedenfalls verdankt Großdeinbach diesem Verzicht seine erste urkundliche Erwähnung. Groß-deinbach ist mit Sicherheit um einiges älter, aber erwähnt wurde es eben erst in besagter Urkunde, der Ort hieß damals „Tainbuch“.

Und deshalb kann Großdeinbach sein 750-jähriges Jubiläum im Jahre 2021 feiern. Oder vielmehr: wollte es feiern.

Historischer Kirchenweg

Wegen Corona wurden aber alle Jubiläumsveranstaltungen abgesagt einschließlich eines kirchenhistorischen Kirchgangs auf dem alten Kirchenweg von Groß-deinbach nach Lorch. Denn nach Lorch gingen die Großdeinbacher jahrhundertelang zum Gottesdienst, ihre Toten wurden dort beerdigt, ihre Kinder getauft und Hochzeiten geschlossen. Generationen von Deinbachern sind diesen Weg in Trauer und Glück gegangen.

„Es gibt diesen Weg noch, und bestimmt werden wir ihn im Gedenken an diese Menschen auch noch gehen, wenn es die Umstände wieder erlauben“ - dessen sind sich die Deinbacher sicher.

750 Jahre ist die Urkunde alt.

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