Als strenger Lehrer an der Seite von Radost Bokel

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Der Gmünder Mark Wamsler steht mit Radost Bokel vor der Kamera – eine große Ehre für den gelernten Pädagogen.
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Der Gmünder Schwertkämpfer und Buchautor Mark Wamsler steht nun auch vor der Kamera.

Schwäbisch Gmünd. Er sei schon immer ein „schräger Vogel“ gewesen, sagt Mark Wamsler über sich selbst und lacht dabei. Wer sich den Lebenslauf und die Hobbys des Sonderpädagogen anschaut, kommt nicht drumherum, ihm zuzustimmen. Aufgewachsen in Bettringen, verschrieb sich der 46-Jährige von Beginn des Gmünder Vereins Staufersaga dem Schwertkampf. Er ist glücklich darüber, seine weiteren Hobbys wie das Schreiben und Zeichnen zu einem zweiten beruflichen Standbein gemacht zu haben.

Wie ein gut verzahntes Uhrwerk greifen bei Mark Wamsler der berufliche Alltag und seine Leidenschaft zum Schreiben und Zeichnen ineinander. Die Protagonisten seiner Bücher entspringen nicht selten seiner Arbeit als Lehrer in einer sonderpädagogischen Bildungseinrichtung. Die Arbeit mit traumatisierten Jugendlichen, deren Charaktereigenschaften und soziale Hintergründe spiegeln sich in seinen Werken wider. So wurde aus einem zielorientierten und ehrgeizigen jungen Mädchen die Titelheldin des Fantasieromans „Vanara“. Dieser Roman öffnete Mark Wamsler jetzt die Tür zur Filmwelt. Nach der Lektüre von „Vanara“ verfasste Regisseur Uwe Boll nicht nur eine positive Rezension, sondern verhalf dem Gmünder Autor auch zu einer kleinen Rolle in seinem neuen Film. Dadurch wurden Produzenten und Schauspieler auf den leidenschaftlichen Filmfan aufmerksam. Ergebnis: Mark Wamsler darf nun an gleich mehreren Filmprojekten mitwirken.

Wamsler kennt die Jugend

Derzeit arbeitet er als Co-Autor an einem Jugenddrama und steht gleichzeitig in einer kleinen Rolle vor der Kamera. Auch bei diesem Filmprojekt kann Wamsler mit seiner schulischen Erfahrung punkten: Den Charakter eines Jugendlichen, der auf die schiefe Bahn gerät, füllt Wamsler bestens. Er weiß, „was in den Jugendlichen vorgeht“. Jugendsprache und -kultur sind ihm kein Fremdwort. Auch die filmischen Kampfszenen können durch Wamslers Erfahrung als Choreograph der Staufersaga und als Schwertkämpfer „realistisch umgesetzt werden“, wie er sagt.

Sein neuer Roman heißt „Die Schlotterbeck-Chroniken“. In der Geschichte geht es um einen kleinen Vampir als Mobbing-Opfer. Auch darin hinterlässt Wamslers Beruf seine Handschrift: „Ich weiß, was Mobbing im Schulalltag auch unter Lehrkräften heißt und wie es wirklich zugeht.“

Vor und hinter der Kamera

Wenn die Tür zu Filmwelt offen steht, dann geht der extrovertierte und neugierige Autor auch durch. „Ich stehe leidenschaftlich gerne auf der Bühne“, gesteht Wamsler, der seine ersten Schritte auf den Brettern, die die Welt bedeuten, bei den Produktionen „Die Staufersaga“ und „Die Päpstin“ des Gmünder Kolping-Musiktheaters unter Beweis gestellt hat. Für Schauspielerin Radost Bokel („Momo“) durfte er die Figur schreiben. Das sei eine große Ehre für ihn gewesen. Die Produzenten vergaben eine Nebenrolle an Wamsler, der darin einen strengen Lehrer als Gegenspieler zur Schulpsychologin (Bokel) darstellt. Eine „tolle Erfahrung und Herausforderung“, freut sich Wamsler, der bei dieser Produktion auch beratend hinter der Kamera steht.

Der Ausflug in die Filmwelt soll kein Tagesausflug bleiben. Weitere Projekte stehen bereits an. Im Sommer darf Mark Wamsler nicht nur den Hauptdarsteller einer Superheldenverfilmung im Schwertkampf trainieren, sondern auch vor der Kamera das Schwert schwingen. „Für mich hat sich eine neue Welt geöffnet“, schwärmt der 46-jährige Gmünder.

Prominente Fans

Durch prominente Fans und Fürsprecher, wie beispielsweise den deutsch-türkischen Schauspieler Hilmi Sözer, kamen wichtige Kontakte zustande. So stehen Überlegungen im Raum, Wamslers Roman „Vanara“ als Serie zu verfilmen. „Das wäre der Oberhammer.“ Bis es soweit ist, steht pünktlich zu den Sommerferien die Veröffentlichung der „Schlotterbeck-Chroniken“ an. Dem jugendlichen Vampir werden nämlich Aufgaben gestellt, die er über die großen Ferien zu lösen hat. Spannend sei die Arbeit als Autor, Illustrator und Schauspieler, meint Wamsler. Aber wenn er, wie schon mehrfach geschehen, Jugendliche zum Lesen oder Schreiben animieren könne, ist das „einfach ein gutes Gefühl“. Andrea Rohrbach

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