Aspen ist für Gmünd „von überragender Bedeutung“

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Ullrich Dombrowski Foto: privat

Die Bürgerliste-Fraktion zu Finanzen, Aspen, Flächenverbrauch, Klimaschutz, Sport und Kultur.

Schwäbisch Gmünd. Gmünds Finanzen, der Technologiepark Aspen, Flächenverbrauch, Klimawandel sowie Kultur und Sport in der Folge der Pandemie sind die Themen, mit denen sich Gmünds Stadträte ab Herbst befassen müssen. Die GT-Redaktion hat die Positionen der Fraktionen erfragt.

Wie bewerten Sie Gmünds Finanzsituation und welche Schritte müssen unternommen werden?

Ullrich Dombrowski: Die Finanzsituation unserer Stadt ist weiterhin sehr angespannt. Wir werden deshalb den schon seit Jahren angestrebten Schuldenabbau konsequent fortsetzen müssen und werden durch Gewinnung von Neubürgern und Gewerbebetrieben eine Verbesserung der Finanzsituation erreichen müssen. Dies sind jedoch Maßnahmen, die erst langfristig eine Verbesserung der finanziellen Situation der Stadt mit sich bringen wird. Die Verwaltung unserer Stadt wird sich daher darüber hinaus ernsthaft um realisierbare Kosteneinsparungen kümmern müssen. Dazu gehört zum Beispiel die Abschaffung der unechten Teilortswahl, durch die sich Kosten in einem deutlich fünfstelligen Bereich erzielen lassen würden. Auch würde dies dazu führen, dass endlich Wahlgerechtigkeit bei der Kommunalwahl in Schwäbisch Gmünd herrscht. Die verbleibenden Haushaltsmittel müssen vorrangig der weiteren Ertüchtigung unserer Schulen dienen, sodann in wirksame Klimaschutzmaßnahmen investiert werden, wobei die schnell wirksamen, wie zum Beispiel die Lampen der Stadt mit LED-Leuchten vollständig auszustatten, den Vorrang haben sollten und schließlich sind etwaige dann noch verbleibende Mittel für den Schuldenabbau zu verwenden.

Welche Chancen verbinden Sie mit Aspen?

Dombrowski: Das Gewerbegebiet Aspen ist für die Zukunftsperspektive unserer Stadt von überragender Bedeutung. Allerdings erfordert die Suche nach einem Investor vor allem Geduld, dies aufgrund eines schwierigen Umfeldes, das durch die Verlagerung zahlreicher Industrieansiedlungen in die östlichen Bundesländer geprägt ist. Die Größe dieses Gewerbegebietes bringt für die Stadt ein besonderes hohes Maß an Verantwortung mit sich, die optimale Gewerbeansiedlung zu finden. Eine unrichtige Entscheidung wäre für die Stadt fatal, weshalb eine gründliche Auswahl absolut Vorrang vor einer schnellen Entscheidung hat. Die Bürgerliste hat das Vertrauen in die Verwaltung, dass sie die dann vom Gemeinderat zu treffende Entscheidung über die Gewerbeansiedlung mit großer Besonnenheit vorbereiten wird.

Verbraucht Schwäbisch Gmünd zu viel Fläche?

Dombrowski: Der Flächenverbrauch von Schwäbisch Gmünd ist unter ökologischen Gesichtspunkten zu hoch. Andererseits steht die Stadt unter erheblichen ökonomischen Zwängen. Sie wird deshalb weiterhin diese gegensätzlichen Interessen bei ihrer künftigen Planung austarieren müssen. Die Stadt hat gerade, um den Flächenverbrauch möglichst gering zu halten, andererseits aber möglichst vielen Bewohnern modernen ökologisch sinnvollen Wohnungsbau zu beschaffen, bei ihren Planungen eine deutliche Verdichtung der künftigen Wohngebiete angestrebt. Dies wird besonders deutlich bei den Neubauten auf dem Hardt, der Bebauung der Fehrle-Gärten, der Brücke und dem früheren Römerkastell. Diese Formen der Bebauung werden wir im Hinblick auf einen möglichst geringen Flächenverbrauch auch in Zukunft priorisieren müssen

Tut Schwäbisch Gmünd genügend für den Klimaschutz?

Dombrowski: Schwäbisch Gmünd hat in den vergangenen Jahren in Relation zu seiner Wirtschaftskraft überdurchschnittlich viel für den Klimaschutz getan. Bei der Modernisierung unserer Schulen wurde in ganz maßgeblicher Hinsicht auch Klimaschutzziele verfolgt. Diese Anstrengungen müssen künftig konsequent fortgesetzt werden, wobei den Klimaschutzmaßnahmen, die sich am schnellsten amortisieren, ein absoluter Vorrang eingeräumt werden muss. Dies vor allem, um den Klimaschutz kontinuierlich weiterzuführen, möglichst unabhängig von den Schwankungen des Haushaltes.

Angesichts Corona: Tut Gmünd genügend für Kultur und Sport?

Dombrowski: Die Corona-Pandemie hat starke Einschnitte für Kultur und Sport unserer Stadt mit sich gebracht. Dies, obwohl die Stadt außerordentlich bemüht war, die negativen Folgen der Corona-Pandemie für die Vereine und Kulturschaffenden soweit wie möglich abzufedern. Derzeitig beginnt eine breit angelegte Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie bei den Vereinen und Kulturschaffenden. Dies wird besonders daran deutlich, dass Konzerte und öffentliche Veranstaltungen von den Bürgern unserer Stadt sehr stark nachgesucht werden. Die Stadt wird dennoch nicht davon ablassen dürfen, ihre Förderung für Kultur und Sport zu verstärken, um negative gesellschaftliche Entwicklungen für unsere Bürger zu vermeiden.

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