Auf das Leben und einen Sommer in den Salons

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Bei den Begegnungen im Salon geht es vor allem um Literatur. Im Bild Elke Heer (links) und Ingrid Hofmann.

Volkshochschule und Stadt veranstalten eine literarisch-musikalische Reihe zum Jubiläum

Schwäbisch Gmünd Die Kultur kehrt zurück und das möchten die Gmünder Volkshochschule und die Stadt Schwäbisch Gmünd deutlich nach außen tragen: „Auf das Leben und in die Salons“ heißt die Reihe mit literarischem Schwerpunkt, die am Mittwoch, 9. Juni, startet.

Der Begriff 'Salon' soll dabei durchaus Assoziationen wecken, ganz nach dem Wort von Rahel Varnhagen: „Der Salon ist die kunstvollste Form des rauschenden Müßiggangs.“ Vor dem Hintergrund des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ widmen die Direktorin der VHS, Ingrid Hofmann und Elke Heer, Beauftragte der Stadt für Chancengleichheit, die Begegnung im Salon dem Schwerpunkt „Frau - Jüdin - Künstlerin. Autorinnen kommen nach Gmünd, Gmünderinnen lesen aus Büchern und das alles an besonderen Orten.

Ingrid Hofmann sieht in der Reihe auch eine Chance, „dem immer mehr aufkeimenden Antisemitismus entgegenzuwirken.“ Dazu sei es wichtig, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, die Menschen kennenzulernen.

Für Elke Heer ist es bedeutend, den Blick auf die lange Geschichte des Judentums in Deutschland zu richten, sich nicht auf die zwölf Jahre Nazizeit zu beschränken. Das Thema Freiheit habe etwa in den Salons der jüdischen Damen im 18. und 19. Jahrhundert eine Rolle gespielt. Für Ingrid Hofmann ist der Salon deshalb mehr als die literarische Lesung. Sie will im Anschluss dem Publikum die Möglichkeit geben, sich auszutauschen, würde auch kontroverse Diskussionen schätzen. Und: Jüdisches Leben muss nicht immer nur ernst daherkommen und nicht in allen Werken geht es vorrangig um den jüdischen Glauben.

Wegen Corona wurde der ursprüngliche Starttermin verschoben. Los geht's nun am Mittwoch, 9. Juni. Die Schauspielerin Gerburg Maria Müller liest ausgewählte Passagen aus Eve Harris‘ Debütroman und taucht ein in den Alltag, die Bräuche und Gesetze einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde in London: „Jüdischer Witz und britischer Humor inklusive“, wie Ingrid Hofmann anmerkt. Die Lesung ist im überdachten Innenhof des Museums Ott-Pauser'sche Fabrik.

Weitere Lesungen haben Werke von Lena Gorelik (am 16. Juni im Garten der Villa Seiz), Hannah Arendt (am 23. Juni. im Labor im Chor), Olga Grjasnowa (14. Juli im Café Margrit) und Mirna Funk (15. September im Atelier von Ira Grau) zum Inhalt. „Tischreden zu Gott, Frauen und der Welt“ gibt es für Gäste des kulinarisch-interreligiösen Salons am 30. Juni in der VHS. In Tischreden geht es um Spielräume für Frauen und Chancen für Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der Religionen. Mit dabei sind unter anderem di evangelische Dekanin Ursula Richter, eine Vertreterin der israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg, den Muslimas Songül Akman und Hilal Bayam sowie Ingrid Hofmann und Elke Heer.

Am Sonntag, 4. Juli, nimmt Gästeführerin Susanne Lutz Interessierte mit zu einem kleinen Spaziergang auf den Spuren der Gmünder Heimatforscherin und Autorin Lucie Stütz (1894-1982) vor. Eine Lesung im Barnsely-Garten schließt sich an.

Es wird auch musikalisch. Auf der Remspark-Bühne ist am 21. Juli eine Klezmer-Party angesagt. Die Veranstaltung ist Teil des Festivals Europäische Kirchenmusik.

Das Finale der Kulturreihe mit dem Thema „Zehn Salons“ startet am 22. Oktober in der Volkshochschule. Kuno Staudenmaier

Anmeldung sind ab sofort möglich

Die Begegnungen im Salon beginnen am Mittwoch, 9. Juni und enden am Freitag, 22. Oktober. Für alle Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Diese ist ab sofort möglich. Bis auf den kulinarischen Salon und den musikalischen Salon sind die Veranstaltungen gebührenfrei. Es gelten die jeweiligen Coronavorschriften. Parallel dazu laufen die themenbezogenen Ausstellungen im VHS-Gebäude und in der Ott-Pauser'schen Fabrik. kust

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