Auf den Hilferuf folgt Soforthilfe

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Harald Röder (l.) spendet 10 000 Euro an die Rescue Foundation in Delhi, eine Einrichtung, die aus der Zwangsprostitution befreiten Mädchen und Frauen in Zentren Schutz gewährt.Ì

Harald Röder unterstützt die Rescue Foundation mit 10 000 Euro. Das Geld kommt einem Schutzzentrum für aus der Zwangsprostitution gerettete Mädchen und Frauen im indischen Delhi zugute.

Schwäbisch Gmünd / Lorch

Kurz vor Weihnachten erreichte Harald Röder per Mail ein Hilferuf aus Indien. Das von ihm und seiner Stiftung „pro vita“ seit vielen Jahren unterstützte Schutzzentrum für aus der Zwangsprostitution gerettete Mädchen und Frauen in Delhi benötigte dringend finanzielle Mittel, um seine Arbeit fortsetzen zu können. Röder sicherte Triveni Acharya, der Leiterin der Einrichtung, eine 10 000-Euro-Spende zu. Diese überreichte er jetzt an Gereon Wagener, Vorsitzender der Bono-Direkthilfe. Der Verein stellt den Geldtransfer nach Delhi sicher.

„Es sind schwierige Zeiten, nicht nur wegen Corona“, erzählt Wagener. „Alle NGOs (Non Governmental Organizations - Nicht-Regierungsorganisationen, Red.) werden von der indischen Zentralregierung gezwungen, Spenden ausschließlich über Zentralbankkonten in das Land zu transferieren.“ Damit wolle man Unterwanderung durch terroristische und politisch nicht geduldete Einrichtungen verhindern. „Das Resultat sind teilweise hohe bürokratische Hürden“, berichtet Wagener, der für die Spendenübergabe nach Lorch gekommen war.

Dokument unendlichen Leids

„Wir waren 2018 selbst vor Ort und hatten den Dokumentarfilm „Verschleppt. Verkauft. Gequält. – Gerettet!“ gedreht, der eindrucksvoll schildert, welch unendliches Leid verschleppte junge Mädchen und Frauen in den Bordellen von Delhi zu erleiden haben“, erzählt Röder. „Alle, die sich für diese jungen Mädchen und Frauen vor Ort einsetzen, sind mutig und lebensmüde zugleich“, wissen Röder und Wagener. Zwar habe sich die Polizeiarbeit in diesem Bereich deutlich verbessert, „aber die mafiaartigen Strukturen des Menschenhandels funktionieren in Indien weiter.“

So berichten Röder und Wagener vom Chefermittler der Rescue Foundation, Amish Nathwan, der täglich sein Leben aufs Spiel setze, „wenn er wieder eine Rettungsaktion in einem der Bordelle durchführt“. Nathwan und Acharya, die seit 1997 mit der von ihr gegründeten Rescue Foundation in Mumbai, Pune und Delhi mehr als 5900 Mädchen aus der Zwangsprostitution befreien konnten, stoßen trotz teilweise großzügiger Unterstützung immer wieder an ihre finanziellen Grenzen.

So listete Acharya in ihrem Hilferuf gleich eine ganze Reihe von notwendigen Maßnahmen auf, die es zu finanzieren gelte, darunter den Unterhalt für den laufenden Betrieb des Schutzzentrums in Delhi, das mit Mitteln von Röders Stiftung pro vita 2016 errichtet wurde.

Team spendet mit

Röder hatte mit seinem kompletten Team der Deutschen Beratungsgesellschaft für Zeitwertkonten und Lebensarbeitszeitmodelle (DBZWK) 2019 das Schutzzentrum besucht, was auch das Team dazu veranlasste, diesem einen höheren Spendenbetrag zukommen zu lassen. „Dass wir Dich, liebe Triveni und Deine Arbeit der Rescue Foundation, persönlich kennenlernen durften, schafft bei uns ein hohes Maß an Verbundenheit“, antwortete Röder auf die Mail von Acharya. Und da die Mittel seiner Stiftung pro vita für 2022 bereits verplant seien, habe er aus eigenen Mitteln 10 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Damit dieser Betrag auch wirklich dafür zum Einsatz kommt, wofür er bestimmt ist, übermittelte Röder die 10 000 Euro an Wagener. Dieser dankte Röder in einem Kurzvortrag vor dem gesamten DBZWK-Team für dessen langjährige Unterstützung der Rescue Foundation, zu der die Bono-Direkthilfe den Kontakt hergestellt hatte.

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