Auf der Suche nach dem richtigen Weg

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Wo geht's lang? Radfahrer in Waldhausen müssen aufgrund der Baustelle an der Remsbrücke andere Routen als sonst befahren.

Die Baustelle an der Remsbrücke in Waldhausen kappt den Radweg entlang der Rems. Wie der Kreis den Radverkehr umleitet und warum ein Weg nicht am Remsmittelpunkt vorbeiführt.

Lorch-Waldhausen

Der Neubau der Remsbrücke in Waldhausen stellt den üblichen Verkehrsfluss im Lorcher Teilort auf den Kopf. Mit der Bahnhofstraße ist die Hauptzufahrtsstrecke gesperrt, die Autos nutzen Lammgasse und Mühlstraße. Auch die Wege für Fahrräder sind betroffen. Etwa ab Höhe des Kunstrasenplatzes bei der Sporthalle stehen Nutzer des dortigen Radwegs vor Barrieren. "Wohin sie dann fahren müssen, ist nicht klar", klagte Stadtrat Manfred Schramm in der Sitzung des Rates Ende Februar.

Mittlerweile hat der Landkreis, der für Umleitungen zuständig ist, seine Hausaufgaben gemacht. Ein gelbes Schild weist den Radverkehr aus Plüderhausen kommend darauf hin, die blaue Stahlbrücke über die Rems zu nutzen. Dann sollen sie über den Parkplatz am See auf die Schorndorfer Straße fahren. "Und an der Baustelle vorbei in die Lorcher Straße", sagt Kreissprecherin Susanne Dietterle. "Im Anschluss werden sie über die nächste Fußgängerbrücke nach rechts in die Uferstraße geleitet." Damit Radler und Fußgänger auf den Brücken aneinander vorbeikommen, gilt dort für Radler: "Absteigen und schieben." In der Uferstraße befinden sie sich dann wieder auf üblichen Radwegen, wie die dortigen Schilder zeigen.

Hier ist dann auch die Begegnung mit Fahrradfahrern möglich, die aus Richtung Lorch kommen. Der übliche Radweg führt nämlich über Mühlstraße, Pappelweg und Uferstraße in den Ort hinein, geradewegs weiter über die Vorstadtstraße in die Johannes-von-Hieber-Straße. Normalerweise würde dann an der Kreuzung zur Bahnhofstraße rechts abgebogen und auf den Radweg an der Rems eingefahren – das verhindert nun aber die Großbaustelle. Stattdessen führt das Umleitungsschild den Radverkehr geradeaus in die Reinhold-Maier-Straße, an Halle und Tennisclub vorbei auf die Plüderhäuser Straße. "Dadurch kommen diese Radler gar nicht am Remsmittelpunkt vorbei", kritisierte Schramm in der Ratssitzung. Das sei doch aber ein Punkt, den viele Menschen besuchen wollen.

Wohin sie dann fahren müssen, ist nicht klar.

Manfred Schramm, Lorcher Stadtrat

Der Landkreis erklärt, warum es überhaupt eine Umleitungsstrecke für jede Fahrtrichtung gibt: Das läge eben an den beiden Fußgängerbrücken, über die von Plüderhausen kommend gefahren werden muss. "Damit es auf den Brücken nicht zu eng wird, wird der aus Aalen kommende Radverkehr nicht über diese Trasse, sondern alternativ geführt", sagt Susanne Dietterle. Die Radler aus beiden Richtungen sollen sich auf den Brücken also nicht begegnen. Die Stadt habe es in der Hand, beispielsweise mit einem Schild auf den Remsmittelpunkt hinzuweisen.

Bürgermeisterin Marita Funk bestätigt: "Aus touristischer Sicht wäre die Führung über den Remsmittelpunkt definitiv anzustreben." Dies könne jedoch nicht adhoc geschehen. Dabei müssten Wegeführungen wie beispielsweise Fußwege berücksichtigt werden. "Zum aktuellen Zeitpunkt gehe ich davon aus, dass wir dieses Thema im Rahmen einer zweiten Verkehrsschau im Laufe des Jahres 2021 thematisieren werden."

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