Augenzwinkerndes Hoch auf schwäbische Eigenheiten

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Vereinigtes Lachwerk Süd
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„The Bänd In The Länd“ mit Werner Koczwara und Ernst Mantel auf der Remsparkbühne in Gmünd.

Schwäbisch Gmünd. Zwei, die das Image der Menschen im Südwesten aufpolieren, die nichts über kulinarische Errungenschaften dieses Landstrichs kommen lassen, die mit solchen  Aussagen auch noch ihr Publikum zum Lachen bringen, sorgten für einen Höhepunkt beim „Gmünder Sommer“ auf der Remsparkbühne. Werner Koczwara und Ernst Mantel lassen an diesem Abend nichts anbrennen. Das angekündigte Gewitter bleibt aus, dafür profitiert das Publikum von den Gedankenblitzen der Kabarettisten, Musiker und Sänger. Und die lässt das seit zehn Jahren aktive  „Vereinigte Lachwerk Süd“  in atemberaubendem Tempo vom Stapel. Vieles im Programm ist neu,  wie auch der Titel. „The Bänd In The Länd“ korrigiert an diesem Abend die Popgeschichte und spielt Welthits, die „eigentlich nichts anderes sind als Coverversionen von schwäbischen Originalen“, so Koczwara. Was liegt näher, als gleich mit Abba zu beginnen. „Dancing Queen“ heißt in Wirklichkeit „Depp vom Dienst“ und dafür muss man schon in die Niederungen des Alltags eintauchen. Depp vom Dienst  ist man schnell, wenn man etwa zwei alten Menschen in den Bus hilft, die sich gleich als Fahrkartenkontrolleure outen.

Zwischendurch immer wieder ein Beweis für  Geistesblitze der Meister der Pointen. („Mädel hast Du einen Mann, schau ihn dir genau mal an, ist er rundlich wie ein Mops, fett wie ein Kartoffelklops, ist er 100 Kilo schwer, stinkt er wie ein Grizzlybär, lieb ihn dennoch Tag für Tag, wenn er hat einen Bausparvertrag.“) Schwäbischer Charme geht eben anders und bei  The  Doors‘ „Riders on the storm“  geht es in Wirklichkeit um eine Reiserechtsreform. Endlich muss schlechtes Wetter am Urlaubsort im Recht verankert werden, weil man sonst ja sein Geld nicht zurückbekommt. Nicht weit zur schon bekannten Nummer „Fever“, die „The Bänd In The Länd“ zu „Biber“ umfunktioniert. Ein Song für Wohnungsinhaber, denen ein Baum die Aussicht nimmt, an dem der Biber ganze Arbeit leisten soll. Und dann kommt, was längst fällig ist: die Hymne auf Landesvater Winfried Kretschmann („Kretschmann mach die Schwaben froh, und die Partner sowieso“). Und die Loblieder auf unverzichtbar Kulinarisches. Auch der Schwarzwurstring, der Kartoffelsalat und der Spätzlesteig haben längst Eingang in die Songs gefunden, die die Welt bewegen. Und vor allem das Publikum, das mit Szenenapplaus reagiert.  Endlich ein Seemannslied für den Süden, auch das ist nach Worten Koczwaras einmalig. („Oder haben Sie schon mal einen Hamburger ‚Auf ‘m Wasa graset Hasa‘ singen hören?“) Fischen auf der Alb, die Erkenntnis muss das Duo am Ende loswerden, ist noch nicht angesagt  („Den ganzen Tag hast' nur Verdruss, wegen Mangel an Oktopus“). Und wenn sich am spaßigen Ende ergibt, dass „nichts schöner ist, als Schwob zu sei“, zeigt sich das Publikum einverstanden. Schließlich hat‘s nicht geregnet, man hat für sein Geld das ganze Programm bekommen.

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