Aus der Eis-Venezia wird Ende März das GelatOne

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Aus dem Eiscafé Venezia wird das "GelatOne".
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Warum Eva Suler De Pellgrin das Eiscafé mit langer Familientradition schweren Herzens aufgibt.

Schwbisch Gmünd. Am Gmünder Marktplatz gibt es nun nach 67 Jahren kein Venezia-Eis mehr. Eva Suler De Pellgrin verpachtet die Eisdiele, die ihr Vater Dino De Pellegrin 1954 am unteren Marktplatz gegründet hat. 2004 ist Eva Suler De Pellegrin als damals neue Inhaberin mit dem Eiscafé an den Marktplatz 17 gezogen. Jetzt will sie nach Italien auswandern, in die Dolomiten, wo ihre Familie herkommt. Ihr Vater, der im April 90 wird und bereits vor einigen Jahren zurück nach Italien ist, freue sich, dass sie nun nachkommt. Die Entscheidung, dass sie die Eisdiele weitergeben wolle, heiße er daher für gut, erzählt sie. Er wolle sich anschauen, was die Nachfolger daraus gemacht haben, sobald er in Italien seine Corona-Impfung bekommen hat.

Die Nachfolger sind Adriano Giacomel und Micaela Giacomel-Altinier, die in Esslingen das Eiscafé "GelatOne" betreiben. Ihr Sohn Luca führt ein "GelatOne" in Heilbronn, Tochter Laura ein "GelatOne" in Fellbach.

Sein Vater sei Anfang der 1980er-Jahre aus Italien nach Deutschland gezogen, um ein Eiscafé zu eröffnen, erzählt Adriano Giacomel. Er sei 1990 in den Betrieb eingestiegen, damals noch in Bayern. Mittlerweile lebt der 56-Jährige mit seiner Frau in Esslingen. Schwäbisch Gmünd gefalle ihnen sehr, erst recht der Standort des Eiscafés direkt am Marktplatz. Daher haben die beiden entschieden, hier einen weiteren "GelatOne"-Standort zu eröffnen. In der letzten Märzwoche soll es soweit sein. Der genaue Termin stehe noch nicht fest.

Zunächst werde er Eis zum Mitnehmen verkaufen, sobald die Corona-Vorgaben es zulassen aber auch das Café innen sowie auf dem Marktplatz eröffnen. Die Räume sollen bleiben, wie sie sind – abgesehen von einem Anstrich und anderen Kleinigkeiten. Eva Suler De Pellegrin habe erst vor zwei Jahren viel erneuert.

Adriano Giacomel will meist persönlich vor Ort sein, aber auch seinen "besten Eismacher" mitbringen, verspricht er. So werde es klassische Eissorten und Eisbecher geben, aber auch außergewöhnliche Kreationen. Etwa die Eissorte Ricotta mit Granatapfel und Pistaziencreme oder Sachertorte-Eis.

"Das Eis ist anders als das der Venezia, aber auch von sehr guter Qualität", sagt Eva Suler De Pellegrin. Und: "Ich hätte mir keinen besseren Nachfolger wünschen können." Dies habe ihr die schwere Entscheidung leichter gemacht. Ursprünglich habe ihr Stiefsohn Eugen Copi-Gorisek die Eisdiele in vier Jahren übernehmen wollen. Der 26-Jährige lebe aber mittlerweile als erfolgreicher Künstler in Berlin, erzählt sie. Der Stiefsohn in Berlin, die Familie in Italien, da habe sie hier nicht mehr alleine weitermachen wollen. In Italien habe sie mehrere Projekte am Laufen, unter anderem organisiere sie Yoga-Urlaube. Das Eismachen hat die 46-Jährige aufgegeben. Doch das Venezia-Schild vom Marktplatz werde sie aufheben. Genauso wie die Eisrezepte, die ein Familiengeheimnis bleiben werden, sagt sie. Denn "man kann nie wissen ...".

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