Bau der Prodi-Werkstatt in Bargau startet

+
Spatenstich für den Prodi-Neubau am östlichen Ortseingang Bargaus.
  • schließen

Stiftung Haus-Lindenhof investiert dort mehr als sieben Millionen Euro.

Schwäbisch Gmünd-Bargau

Redner des Spatenstichs für die neue Prodi-Werkstatt der Stiftung Haus Lindenhof in Bargau sprechen von der  Bedeutung der Arbeit für das Wohlbefinden der Menschen, vom Recht auf Arbeit, die auch für Menschen mit Behinderung Elementares bedeute. Jetzt startet der Neubau, der vermutlich in der zweiten Jahreshälfte 2023 bezogen werden kann. Für 90 Menschen, auch mit psychischer Erkrankung, ist es der Ort, der Perspektiven geben soll.

Neu ist die Prodi-Werkstatt nicht. Sie wurde schon 1995 in Waldstetten eingerichtet, in einem ehemaligen Firmengebäude, das inzwischen zu klein und renovierungsbedürftig ist. „Schneller als erwartet“, sagt Lindenhof Vorstand Hermann Staiber, „konnten wir in Bargau das erforderliche Grundstück erwerben“. Dort investiert die Stiftung Haus Lindenhof rund 7,3 Millionen Euro, knapp eine Million Zuschuss erwartet sie vom Kommunalverband für Jugend und Soziales. Den Blick aufs Wesentliche empfiehlt Landrat Dr. Joachim Bläse. Es werde viel diskutiert, immer wieder gehe es ums Geld „und dabei verliert man die Menschen, wenn es nur noch um Verträge geht“. Er schätzt es, dass die Stiftung Haus Lindenhof Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung Arbeitsplätze bietet, freut sich, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inzwischen ein ganzes Berufsleben dort verbringen können, die ersten inzwischen in Rente gehen. Dr. Joachim Bläse hofft, dass Beschäftigte von dort aus auch in den ersten Arbeitsmarkt wechseln können.

„Es geht nicht immer nur um Corona“, sagt Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold. Andere Themen beschäftigten die Menschen immer mehr, auch die Sorge, ob sie die Energiepreise noch bezahlen können. Die Sorge, dass die Stadtgemeinschaft bröckeln könnte. Die Stiftung Haus Lindenhof stehe für den Zusammenhalt der Gesellschaft, bekomme jetzt aber auch die wirtschaftliche Entwicklung zu spüren. Richard Arnold appelliert an die Unternehmen, die Werkstätten der Stiftung weiter mit Aufträgen zu versorgen.

Die ersten Überlegungen zum Prodi-Neubau in Bargau reichen bis ins Jahr 2016 zurück. Daran erinnert der ehemalige Ortsvorsteher Franz Rieg. Er freut sich über die Ansiedlung im Gewerbegebiet am östlichen Ortsrand Bargaus, mit einer günstigen Anbindung an den Verkehr, ohne die Ortschaft zu tangieren. Über die Details des Neubaus informierte Architekt Thomas Müller (SSM-Architekten), für den es nicht der erste Werkstattbau mit der Stiftung Haus Lindenhof ist. Dort geht es nicht nur ums Arbeiten, auch ein attraktiver Speisesaal mit überdachtem Außenbereich gehört dazu. Während die Anlieferung an der Nordseite zur Straße hin eingerichtet wird, ist der Zugang für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Südseite her. Und zur Bushaltestelle sind es nur wenige Meter.

Bevor die Beteiligten die Spaten in die Hand nehmen, sagt Lindenhof-Vorstand Professor Dr. Wolfgang Wasel, was ihn bewegt: „Inklusion weiter vorantreiben und das Leben und Arbeiten für Menschen mit psychischen Erkrankungen bestmöglich fördern, das wird auch zukünftig in der neuen Prodi-Werkstatt in Bargau realisiert werden“. ⋌Kuno Staudenmaier

Zurück zur Übersicht: Bargau

Mehr zum Thema

Kommentare