Franz Rieg: Der Bargauer Ortsvorsteher hört auf

  • Weitere
    schließen
+
„Stadtteilbotschafter“ steht auf seinem Polo-Shirt. Nach 14 Jahren als Ortsvorsteher in Bargau gibt Franz Rieg diese Aufgabe nun ab. Am 21. Juni soll er verabschiedet werden.
  • schließen

Franz Rieg gibt das Amt nach 14 Jahren ab, um einen Wechsel zu ermöglichen. Dr. Gerold Bläse ist als Nachfolger im Gespräch.

Schwäbisch Gmünd-Bargau

Franz Rieg gibt sein Amt als Bargauer Ortsvorsteher auf. Dem Vernehmen nach haben sich die Ortschaftsräte bereits darauf verständigt, Gerold Bläse zum Nachfolget zu wählen.

Die Tagesordnung der Sitzung des Bargauer Ortschaftsrats am 21. Juni, die die Stadtverwaltung am Dienstag veröffentlichte, hat es in sich: Als Punkt 2 ist eine persönliche Erklärung des Ortsvorstehers angekündigt. Es folgt die „Neuwahl des Ortsvorstehers/der Ortsvorsteherin und der Stellvertreter/Stellvertreterinnen“ und als Punkt 4 die Verabschiedung des bisherigen Ortsvorstehers.

Dahinter steckt „nichts Dramatisches“, versichert Franz Rieg im Gespräch mit der Gmünder Tagespost. Es sei einfach an der Zeit für einen Wechsel, der neue Ideen und neuen Schwung bringen soll.

Immerhin übt Rieg dieses Ehrenamt nun seit 14 Jahren aus. 2007 wurde er als Nachfolger des jahrzehntelangen Ortsvorstehers Rainer Wamsler gewählt - „übrigens auch während der Legislaturperiode“ , darauf weist er hin. Eigentlich wollte Rieg sein kommunalpolitisches Wirken schon früher beenden, nachdem er mehr als 30 Jahre im Ortschaftsrat und fünf Jahre im Kreistag gesessen hatte: Für die Wahlen 2019 hatte er sich nicht mehr als Kandidat aufstellen lassen. Dennoch hatten die damals neu gewählten Ortschaftsratsmitglieder ihn einstimmig als Vorsteher benannt - die baden-württembergische Gemeindeordnung lässt das zu.

Dass er dieses Amt nun aufgibt, kommt für die Ortschaftsräte nicht überraschend. Es gab bereits Gespräche darüber und auch dazu, wie es weitergehen soll. „Wir haben uns für einen neuen Ortsvorsteher entschieden“, sagt Franz Rieg. Wer es werden soll, will er noch nicht sagen. Dem Vernehmen nach haben sich die Ortschaftsräte auf Dr. Gerold Bläse als Nachfolger geeinigt.

Perfekter Zeitpunkt

Für Franz Rieg ist der Zeitpunkt zum Aufhören perfekt. In seine 14-jährige Amtszeit fallen große Projekte für den Teilort: die Erweiterung und Modernisierung der Fein-Halle, der Bau der Ortsumgehung und dadurch ermöglicht die Neugestaltung der Ortsmitte. „Ich höre mit Zufriedenheit und Stolz auf“, bilanziert Franz Rieg. Bargau habe einen großen Schritt nach vorne getan: „Wir haben manches erreicht, was uns keiner zugetraut hat.“ Diese Großprojekte habe er auch auf jeden Fall abschließen wollen, so der Ortsvorsteher. Ein Grund dafür, dass er es geschafft hat, sei die weitgehende Einigkeit gewesen, mit der der Ortschaftsrat immer agiert habe. Parteiunterschiede hätten nie eine Rolle gespielt, „da waren immer zwölf Bargauer im Rat“. Ein noch offener Wunsch für Bargau sei die Ansiedlung eines Nahversorgers, das überlässt Rieg seinem Nachfolger. Doch auch in diesem Punkt sei man „auf sehr gutem Weg“.

„Stadtteilbotschafter“ steht auf Polo-Shirts, die Rieg und seine Ortsvorsteher-Kollegen besitzen. Diese Aufgaben-Beschreibung ist dem pensionierten Pädagogen, der vor kurzem seinen 68. Geburtstag feiern konnte, sehr wichtig. Doch nun gibt Franz Rieg den Botschafter-Posten weiter und hofft, dass er mehr Zeit für Familie, Sport und Reisen gewinnt. Ein neues Ehrenamt sei bisher nicht in Sicht - aber auch nicht ausgeschlossen.

Wir haben uns für einen neuen Ortsvorsteher entschieden.“

Franz Rieg,, Bargauer Ortsvorsteher

Bargaus große Fortschritte

Bargau mit seinen knapp 3000 Einwohnern hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Mehr als 30 Jahre hatten die Bürger um eine Ortsumgehung gekämpft. Im November 2017 wurde sie eingeweiht. Damit wurde ein Großteil der bis dahin rund 16 000 Kraftfahrzeuge, die pro Tag durch Bargau rollten, verlagert.

Durch diese Verkehrsentlastung wurde die Aufwertung der Ortsmitte möglich. 1,4 Millionen Euro wurden investiert, um den Platz zwischen Rathaus, Altem Schulhaus und Kirche neu zu gestalten. Fast genau drei Jahre nach der Umgehung konnte diese Maßnahme abgeschlossen werden.

Zurück zur Übersicht: Bargau

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL