Kuno Stütz: immer auf der Seite der Schwächeren

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Für 2. April Kuno Stütz 90 Jahre

Ehemaliger Ortsvorsteher Bargaus feiert seinen 90. Geburtstag. Gelebte Verantwortung zählt für ihn.

Schwäbisch Gmünd-Bargau. In geistiger und körperlicher Frische feiert der Sozialpolitiker, frühere Ortsvorsteher und Ehrenvorsitzende des Turnvereins Bargau, Kuno Stütz, am heutigen Samstag im Kreise seiner drei Kinder, acht Enkel und vieler Freunde seinen 90. Geburtstag.

„Man kann nur darüber staunen, wie ein Mensch alle diese Aufgaben nicht nur übernommen, sondern aktiv erfüllt und zukunftsorientiert gestaltet hat.“ Mit diesen Worten verlieh Gmünds Oberbürgermeister Dr. Gerhard Rembold 1995 an Kuno Stütz das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse , nachdem er zuvor die enorme Zahl ehrenamtlicher Tätigkeiten des Bargauers aufgezählt hatte.

Bei der Firma Triumph in Heubach erlernte der Jubilar den Beruf des Frottierwebers, bildete sich jedoch später zum Industriekaufmann und EDV-Programmierer weiter. Schon früh setzte er sich für die Interessen der Belegschaft ein, wurde in den Betriebsrat gewählt und übernahm 1962 dessen Vorsitz. 1971 wurde er Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Triumph International mit damals 3000 Arbeitnehmern, die er dann 24 Jahre lang bei der Geschäftsleitung vertrat.

„Sein Herz schlägt links“

Kuno Stütz stand immer auf der Seite der Schwächeren in der Gesellschaft. „Sein Herz schlägt links“, hieß es einmal in einer Laudatio auf ihn, „auch wenn er seit Jahrzehnten Mitglied der CDU ist.“ 25 Jahre gehörte er der Vertreterversammlung des Landesverbandes der Betriebskrankenkassen an. Als engagierter Sozialpolitiker war er stellvertretender Bezirksvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Nordwürttembergs.

1965 wurde er erstmals in den Gemeinderat des damals noch selbstständigen Dorfes Bargau gewählt. Nach dessen Eingemeindung nach Schwäbisch Gmünd amtierte Stütz von 1972 bis 1980 als Ortsvorsteher. Viele Jahre war er im Kreistag aktiv, hier vor allem im Sozialausschuss, und schied später dort als dienstältestes Mitglied aus. 1984 ließ er sich sogar bei der ersten Wahl zum Europa-Parlament als Kandidat seiner Partei in die Pflicht nehmen.

Sport als Ausgleich

Ein Ausgleich für die vielen beruflichen und politischen Ämter stellte für ihn der Sport dar. Seit frühester Jugend betätigte er sich im TV Bargau als Geräteturner, Handballer und Leichtathlet. Im TVB durchlief er alle Stationen, vom Vereinsboten bis zum Vorsitzenden (von 1960 bis 1984). Dabei war er auch in sportlicher Hinsicht bis ins hohe Alter ein Vorbild für die Mitglieder: 32-mal legte er das DLV-Leichtathletik-Mehrkampfabzeichen ab, noch mit 85 Jahren absolvierte er das Deutsche Sportabzeichen zum 22. Mal. Als Ehrenvorsitzender kümmert er sich bis heute im Ehrungsausschuss um verdiente TV-Mitglieder.

Dass Langeweile für Kuno Stütz ein Fremdwort war, lag auch an seinem Interesse an der Natur. Als Imker und Forellenzüchter konnte man ihn häufig in seinem Gütle sehen. Weniger bekannt dürfte sein Faible für die bildende Kunst sein. So war er immer wieder im Atelier des Gmünder Bildhauers und Malers Sepp Baumhauer zu sehen, der mit ihm befreundet war.

2016 konnte er noch mit seiner Frau Else, die ihm stets zur Seite gestanden hatte, die goldene Hochzeit feiern. Ihr Tod 2019 war ein schwerer Schlag für ihn. Aber ein Kuno Stütz lässt sich nicht unterkriegen und hat immer noch Pläne für die Zukunft. Familie und Freunde wünschen ihm dafür alles Gute. ben

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