Nico Schmid freut sich jetzt aufs Priesteramt

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Nico Schmid
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Der 27-Jährige aus Bargau empfängt am 9. Juli die Weihe und feiert eine Woche später Primiz.


Schwäbisch Gmünd-Bargau. Die Entscheidung fiel nicht von heute auf morgen. Wenn Nico Schmid aus Bargau am Sonntag, 9. Juli, im Münster in Rottweil zum katholischen Priester geweiht wird, blickt er auf eine solide Zeit der Entscheidungsfindung zurück. „Erste Gedanken kamen mir in der Jugend“, sagt der heute 27-Jährige. Er war Ministrant, wuchs in einer katholisch geprägten Familie auf und erinnert sich gerne auch an seine Oma, die „tief im Glauben verwurzelt viel Kraft daraus schöpfte“. Aufgeschlossen für die Jugend und weltoffen seien ihm auch die Pfarrer in Bargau begegnet. Nico Schmid ließ sich dennoch Zeit bis zu seinem endgültigen Beschluss und den Weg zum Priesterberuf. Nach dem Abitur war ihm aber klar, Theologie zu studieren. Dafür besuchte er zunächst das Ambrosianum in Tübingen, um die für Studium nötigen Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein zu lernen. Und nach einem Semester Theologie stellte er die Weichen in Richtung Priesteramt, war von da an im Wilhelmsstift in Tübingen.

„Der Beruf passt zu Dir“, das hätten in der Zeit viele Menschen aus der Familie und dem Freundeskreis gesagt. Mit ihnen darüber zu reden, das habe ihn ständig begleitet. In der Familie sei das immer Thema gewesen. Wichtig sind ihm auch die Bargauer Freunde. Nico Schmid war nicht nur Ministrant, sondern auch aktiv bei den Handballern des TV und beim Musikverein Bargau. „Wir haben oft miteinander diskutiert, auch über Fragen, welche Rolle die Kirche aktuell in der Gesellschaft spielt.“ Und nicht nur einmal sei er gefragt worden: „Bist Du Dir auch ganz sicher mit dem Berufswunsch.“

Er ist es bis heute, auch wenn der Wind ins Gesicht bläst. Mehr als früher ist man im Priesteramt Diskussionen ausgesetzt. Der Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche trifft Nico Schmid tief. „Das muss die Kirche schonungslos aufklären“, sagt er. Dieser Missbrauch sei einfach grausam, und „so etwas kann man nicht relativieren“. Die Gutachten hätten dazu beigetragen, dass diese Aufklärung nun auch vorankomme. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart seien dafür nicht nur Theologen, sondern auch Rechtswissenschaftler und Psychologen im Einsatz.

Das Thema wird ihn weiter begleiten, auch in den Gemeinden vor Ort. Bis jetzt hielt sich der Gegenwind in Grenzen. Nico Schmid denkt da an das katholisch geprägte Bargau, wo er aufgewachsen ist, aber auch an die Seelsorgeeinheit Marchtal mit dem Kloster Obermarchtal. Dort erlebte er seine Zeit als Diakon, begegnete der Gemeinde in Gottesdiensten, bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Im Gymnasium Riedlingen unterrichtete er Religion. „Ein super Jahr“, sagt er und „eine wichtige Vorbereitung aufs Priesteramt“. Nach der Priesterweihe wird er noch einmal fünf Wochen in Marchtal im Einsatz sein. Danach kommt er als Vikar in eine Seelsorgeeinheit irgendwo in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Wo genau, das sagt uns der Bischof zwei Tage nach der Priesterweihe. Ich bin offen für jeden Ort, aber nach Einsätzen in katholisch besonders geprägten Gemeinden wäre für mich auch eine Stadtgemeinde oder eine Gemeinde spannend, in der die Katholiken in der Minderheit sind.“

Aus Bargau kommen traditionell immer wieder junge Priester. In den Nachkriegsjahren zählte man allein sieben Geistliche aus dem Gmünder Stadtteil, die sich als Pater dem Orden der Pallottiner anschlossen. 

Daten und Fakten über Nico Schmid

Nico Schmid (27) wurde als jüngstes von drei Kindern in Schwäbisch Gmünd geboren. Mit seinen zwei Schwestern wuchs er in Bargau auf. In seiner Heimatgemeinde St. Jakobus war er viele Jahre engagiert. Nach dem Abitur besuchte er zunächst das Ambrosianum in Tübingen, bevor an der dortigen Universität und in Rom Theologie studierte.
Am Samstag, 9. Juli, empfängt Nico Schmid die Priesterweihe. Eine Woche später feiert er mit seiner Gemeinde Primiz in Bargau.

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