Treffpunkt für alle Menschen

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Mit feierlichen Reden und einem Bouleturnier weiht die Stadt am Freitag die neue Ortsmitte von Bargau ein.

Schwäbisch Gmünd-Bargau

Kaum hatten Oberbürgermeister Richard Arnold, Baubürgermeister Julius Mihm und Ortsvorsteher Franz Rieg das Band zur Einweihung der neuen Bargauer Ortsmitte durchgeschnitten, schon klackten die ersten Boulekugeln auf der neuen Bahn. Und die Besucher standen auf dem Platz beisammen, tranken, aßen und unterhielten sich. "Die Ortsmitte muss Treffpunkt werden für alle Menschen im Stadtteil", hatte Rieg sich zuvor gewünscht. Dieser Wunsch ging am Freitagnachmittag gleich in Erfüllung.

Für 1,5 Millionen Euro hat Bargau nun einen neugestalteten Platz samt Straße zwischen Rathaus, Schulhaus, Pfarrhaus und Kirche. Gebaut wurde seit dem Frühjahr dieses Jahres. Mit dem Festakt am Freitag sind Platz und Straße freigegeben und eingeweiht worden. Helles Pflaster prägt die große Freifläche zwischen Rathaus und Pfarrhaus, neben der Brunnen, Kunstwerk und vor allem der mit Holz eingefasste Bouleplatz hervorstechen. Neue Laternen wurden angebracht und ein barrierefreier Zugang zum Bezirksamt geschaffen. Und die Fahrbahn hat einen hellen Belag erhalten, der die Besonderheit der Fläche betont. So wird hier zum Beispiel Tempo 30 gelten, sagte Rieg. Der Ortsvorsteher blickte zurück auf die Zeit, als das "Herzstück" des Ortes unter der Last von "15 000 bis 16 000 Fahrzeugen pro Tag unterging". Erst durch die 2017 eingeweihte Ortsumfahrung habe sich die Möglichkeit geboten, hier einen Platz zu schaffen, "der mir einfach saugut gefällt", bekannte Rieg lächelnd. Stadtbauamt, Tiefbauamt und Stadtwerke hätten mit der Aufsicht und Planung sehr gute Arbeit geleistet. Viel und ausdauernd sei über das für Bargau notwendige Infrastrukturprojekt diskutiert worden, sowohl im Ortschaftsrat als auch im Gemeinderat. "Ein Kompromiss war beispielsweise, dass wir 100 000 Euro an Kosten einsparen sollten." Das sei gelungen: "Der Kostenrahmen wurde eingehalten."

Frank Biekert vom Planungsbüro LK&P ergänzte, dass man 13 Prozent unter der Schätzung und 7 Prozent unter den vergebenen Kosten liege. Er schilderte außerdem: "Wir haben Kanäle ausgewechselt, Leitungen neu verlegt sowie Anschlüsse und die Zuleitung zum Brunnen zukunftsfähig gemacht." Ladesäulen für Elektrofahrzeuge würden noch aufgestellt. Nun fehle nur noch die Begrünung, die wegen der Trockenheit in den vergangenen Wochen aufgeschoben wurde. 300 Staudenpflanzen, Rasen und Hecken werden vor dem Pfarrhaus und beim Rathaus gepflanzt.

Daran sieht man, dass Bargau der Stadt viel wert ist.

Richard Arnold, Oberbürgermeister

"Und 17 blühende Kirschbäume", sagte Oberbürgermeister Richard Arnold. Bargau ernte bei dieser Einweihung, was in den letzten Jahrzehnten gesät worden sei. Nach der Umfahrung, dem Bau der Halle und der Arbeiten an der Schule sei dies ein weiterer Meilenstein, um Bargau noch attraktiver zu machen, als es ohnehin schon sei. 256 000 Euro Zuschuss vom Land habe die Stadt erhalten. Dennoch sei es keine Selbstverständlichkeit, dass der Gemeinderat das Projekt beschlossen habe. "Daran sieht man, dass Bargau der Stadt viel wert ist", betonte Arnold. Auch oder gerade in Zeiten von Corona brauche ein Ort einen Mittelpunkt, "ein Gravitationszentrum". Die Zeiten und die Gesellschaft hätten sich verändert – und man müsse sich fragen: "Wie schaffen wir Identität und Zusammenhalt?" Eine ansprechende Ortsmitte sei ein Schritt in die richtige Richtung. Arnold hob hervor, dass die Verwaltung bei diesem Projekt erstmals die Bevölkerung eng miteinbezogen hatte. Stimmen von außen zuzulassen, sei im laufenden Prozess schwierig gewesen. "Aber ich habe Mitarbeiter im Rathaus, mit denen das funktioniert." Auch Vera Schaal, Leiterin des Bargauer Bezirksamts, habe daran großen Anteil gehabt.

Zum Abschluss sprachen Daniel Psenner und Rudolf Spieth von der evangelischen und der katholischen Kirche ihre besten Wünsche aus. Psenner segnete den Platz und Spieth meinte: "Ein Ort der Begegnung ist das Beste, was einer Ortschaft passieren kann."

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