Baumschnitt wie beim Friseur

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Fachberater Franz-Josef Klement zeigte den Teilnehmern des Sommerschnittkurses die wasser- und nährstoffführenden Leitungsbahnen eines Kirschbaums.

Fachberater Franz-Josef Klement gibt auf Einladung des Obst- und Gartenbauvereins Bettringen Tipps zum Rückschnitt von Kirschbäumen.

Schwäbisch-Gmünd-Bettringen

Im Garten von Vereinsmitglied Christa Haas hatten sich gut 25 Besucher zum Sommerschnittkurs des Obst- und Gartenbauvereins Bettringen versammelt. Die Vorsitzenden Suitbert Geiger und Susanne Wiker freuten sich, dass die Coronabedingungen nach mehreren ausgefallenen Veranstaltungen endlich wieder einen Schnittkurs zuließen. Gespannt warteten die Teilnehmer auf Fachberater Franz-Josef Klement, der die Unterweisung durchführte. Viele hatten Fragen mitgebracht wie: „Woher kommt es, dass bei meinem Walnussbaum schwarze Flecken auf den Nüssen sind?“ oder „Ist es möglich, dass ich meine Buchenhecke in der Breite reduziere und auf eineinhalb Meter in der Höhe kürze?“

Angekündigt war an diesem Abend der radikale Rückschnitt eines zu groß gewordenen Kirschenbaums. Doch zunächst ging Klement auf die klimatischen Bedingungen des laufenden Jahres ein. Er erwähnte, dass die vielen Niederschläge in der Region den Grundwasserspiegel fast wieder ausgeglichen hätten. Die Feuchtigkeit hätte jedoch zu Ausfällen bei der Obstbaumbefruchtung geführt und Pilzkrankheiten, wie zum Beispiel Schorf und falschen Mehltau begünstigt.

Als erste Maßnahme zeigte Klement den Schnitt an einer Apfelbaumspindel. „Den dürfen Sie schneiden wie beim Friseur“, kommentierte er. Mit wenigen Schnitten seiner Baumschere kürzte er die seitlich abstehenden Fruchtäste so ein, dass der Baum eine pyramidenförmige Silhouette zeigte.

Anschließend folgte der Höhepunkt des Schnittkurses, der Rückschnitt eines über 50 Jahre alten Kirschenbaumes. Suitbert Geiger übernahm mit seinem Hochentaster das Wegsägen der mehr als 15 Zentimeter dicken Äste hoch oben in der Krone des Baumes. Klement erläuterte hierbei, dass bei einer solchen Maßnahme die Schnitte nicht waagrecht erfolgen sollten, da das in der Natur nicht vorkomme. Klement machte den Anwesenden zudem bewusst, dass damit das Ende des Baumes eingeläutet würde, da ein Baum so große Stammwunden nicht mehr schließen könne. Dies würde jedoch noch etwa 15 Jahre dauern, in denen der Baum immer noch hohe Erträge bringen könne.

Franz-Josef Klement empfahl den teilnehmenden Hobby-Gärtnern, einen Kirschbaum nur zu schneiden, wenn er Blätter trägt, da dann die Wunden an Besten verheilen. Dies könne man zweckmäßigerweise mit der Kirschenernte verbinden.

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