Bei der Verwaltung bröckelt der Putz

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Das Rathaus ist schon eingerüstet: Demnächst beginnen die Sanierungsarbeiten an der Außenhaut des Rathauses. Foto: HOJ
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Am Rathaus sollen demnächst umfangreiche Sanierungsarbeiten beginnen.

Schwäbisch Gmünd. Das Gmünder Rathaus hat Schäden, und zwar gravierende. Deshalb beginnt nach der Sommerpause eine Sanierung der Außenhülle der Verwaltungszentrale, die auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden muss.  Das kündigte die stellvertretende Rathaussprecherin Ute Meinke auf Anfrage an.

Es sei ein Schmuckstück, habe jedoch auch seine Überraschungen, sagte  der Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft, Helmuth Caesar, als er  den Stadträten  im Frühjahr  die notwendigen Maßnahmen  darlegte. Die hatten Experten in einer Voruntersuchung ermittelt.  Bald wird das Gerüst für die ersten Arbeiten  aufgebaut. Denn mittlerweile weise die Außenhülle „einige gravierende Schäden“ auf, sagte Caesar:  Dachfläche: defekte Biberschwanzziegel und defekte First- und Gratvermörtelung;  Dachkonstruktion: defekte Verbindungen zwischen Dachstuhl und Traufgesims;  Fassade:  Risse in Putz, Mauerwerk und Sandsteinwerkteilen; Balkon, Eingangsportal:  Schäden an Sandsteinsäulen, Konsolen sowie am gusseisernen Balkongeländer; Fenster: Der  Anstrich blättert ab und Kittfugen fehlen. Knapp 270000 Euro  sind für die Arbeiten veranschlagt. 

Die Liste der Arbeiten

Im Einzelnen sind  laut der Vorlage für den  Gemeinderat diese Maßnahmen vorgesehen:

Dach: Austausch defekter Biberschwanzziegel und neue Vermörtelung der Firste und Grate dem Bestand angepasst; komplette Überarbeitung und Sicherung der  Traufbereiche;

Sandsteinwerkstücke: Reinigung, Verfestigung und Austausch wie  von Restaurator und Statiker  festgelegt. Dabei handelt es sich um eine Fläche von insgesamt 1330 Quadratmetern;

Putzflächen (1000 Quadratmeter): Reinigung, Ergänzung von Fehlstellen und Rissüberarbeitung,  Neuanstrich der Flächen in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt in Bezug auf Material und  Farbton des Anstrichs.

Fenster (etwa 265 Quadratmeter): Renovierungsanstrich und Ergänzung der defekten Kittfugen an den bestehenden Holzfenstern, Austausch einzelner Glasscheiben und Holzteile. 

Mit knapp 138 000 Euro aus dem Denkmalförderprogramm unterstützt die Landesregierung das Vorhaben. Schließlich steht das Gmünder Rathaus unter Denkmalschutz und  gehört zu den prachtvollen Bauten am Marktplatz.

Als Privathaus erbaut

Franz Melchior Debler hatte an dieser Stelle 1760 eine Apotheke abbrechen lassen, um sich ein repräsentatives Wohnhaus zu erbauen. Schon 1783 kaufte die Stadt das Gebäude mit dem Ziel, darin das Rathaus anzusiedeln. Bis 1785 wurde es für diesen Zweck umgebaut, übrigens von Baumeister Johann Michael Keller, der mit mehreren Häusern das Gmünder Stadtbild des Barock maßgeblich prägte. Das Geländer am Rathausbalkon, das nun ebenfalls schadhaft ist, wurde 1819 angebracht.

Die Einteilung des Rathauses im 18. Jahrhundert entspricht in Teilen noch der heutigen Nutzung: Im ersten Stock an der Nordostecke, wo heute der Oberbürgermeister residiert, war damals das Amtszimmer des Stadtschultheißen. Im zweiten Stock war schon damals der Sitzungssaal angesiedelt., schreibt Richard Strobel in „Die Kunstdenkmäler der Stadt Schwäbisch Gmünd“. ⋌Wolfgang Fischer

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