Beim Wiedersehen im Lido funkte es

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Lernten sich 1969 im damaliegn „Lido“ kennen. Und sind seitdem unzertrennlich. Anita und Eugen Hoffmann aus Bettringen feiern an diesem Freitag ihre Goldene Hochzeit.

Das bekannte frühere Tanzlokal gehört der Vergangenheit an, für Anita und Eugen Hofmann war es der Ort, an dem ihr gemeinsames Leben begann.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen

Der Start ins gemeinsame Leben von Anita und Eugen Hofmann aus Bettringen begann turbulent. Anita, aufgewachsen in der Gmünder Klarenbergstraße und in der Pfennigmühle besuchte 1965 denselben Tanzkurs wie Eugen, „da ist er mir jedoch noch nicht aufgefallen“, meint Anita und lacht dabei. Das änderte sich vier Jahre später, Anita weiß es noch genau, im Januar 1969 besuchte die junge Frau mit ihrer Schwester das damals angesagte Tanzlokal „Lido“. Einige Zeit später erschien Eugen mit zwei seiner Freunde und lud Anita in den Bettringer „Hirsch“ auf einen „Absacker“ ein. Von diesem Moment an waren Anita und Eugen unzertrennlich. Im Oktober 1970 verlobte sich das Paar, am 23. April 1971 sollte die standesamtliche Trauung stattfinden. „Zehn Minuten vor unserem Trautermin war Eugen noch nicht da“, erzählt Anita und lacht wieder. Die anwesende Hochzeitsgesellschaft verfiel in zunehmende Nervosität, von Anitas Mutter kam die Ansage „Das fängt ja gut an“. Im letzten Augenblick tauchte Eugen auf. Was war geschehen? „Der Blumenhändler hatte den vorbestellten Brautstrauß verkauft“, ein neuer musste auf die Schnelle gebunden werden.

Die Terminpannen waren noch nicht beendet, zum Fototermin vor der kirchlichen Trauung am darauffolgenden Tag erschien der Chauffeur zu spät, selbst der damalige Pfarrer bekam leicht feuchte Hände vor Sorge. Am Hochzeitstag regnete es „wie aus Kübeln“, aber mit ihrem Humor und ihrer ansteckend guten Laune wertete Anita Wetter und Terminpannen „als gutes Omen“.

Nach der Hochzeit bezogen die Hofmanns erst eine Wohnung „in der Vorstadt“, 1984 übernahm die kleine Familie Eugens elterliches Haus in der Lerchenstraße. Nach einer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau beim „Merkur“ und einer Bürotätigkeit bei Triumph hat Anita bis auf die Erziehungsjahre für die Kinder Melanie, Jörg und Dominik immer zum Familieneinkommen beigetragen. Gerne erinnert sie sich an die Jahre im Schuhhaus Zink, „vor Arbeitsbeginn gab es für eine Arbeitskollegin und mich im Café Zieher immer erst einen Morgenkaffee“, erzählt Anita. Eugen absolvierte eine Ausbildung zum Flaschner und Installateurmeister, mit 55 Jahre machte er sich als Bauelementehändler selbstständig. Unvergessen bleiben den Hofmanns die Familienausflüge im Wohnwagen, „mit drei Kindern war das eine sportliche Herausforderung“, schmunzelt Anita. Das Reisen liegt den passionierten Skifahrern im Blut, 40 Jahre lang ging es jährlich über Ostern zum Skifahren „mit Kind und Kegel“ erzählt Anita, “bis zu 25 Familienmitglieder in einer Selbstversorgerhütte, da war immer was los“. Eugen, jahrzehntelang aktiv bei den Jedermännern der SG Bettringen, war auch immer bei den von den Sportlern unternommenen Ausflügen dabei. Die „Jedermänner“ waren auf Skiausfahrt, die Frauen mussten das Haus hüten. Ein Umstand, den die Bettringer Damen so nicht mehr hinnehmen, sondern auch eigene Ausflüge machen wollten, erzählte Anita. Damit war die Idee eines Frauen-Klubs geboren. Eine der Damen ließ damals den Spruch los „jetzt fahren wir wieder futt (fort)“, somit war der Name des Damenclubs als „Futt-Klub“ geboren.

Bis zu seinem 66. Geburtstag hatte Eugen einen Lebenstraum, „ich wollte immer Motorrad fahren“, einen Führerschein fürs Zweirad besitzt er nicht. Aber die Kinder schenkten ihrem Papa ein Wochenende mit einem Trike. Und weil es so schön war und auch Anita komplett begeistert von diesem Roadtrip war, gab's noch ein Trike-Wochenende zu ihrem letzten runden Geburtstag. Sport und die Singstunden im Liederkranz musste Eugen coronabedingt vorerst einstellen, das 40-jährige Jubiläum des „Futt-Klub“ fällt ebenso ins Wasser wie die Familienausflüge an Ostern. Dass Anita und Eugen ihren 50. Hochzeitstag nicht im großen Stil feiern können, nimmt das Paar relativ gelassen. „Wir hoffen auf den Sommer“, sagt Anita.

Wir hoffen auf den

Anita Hoffmann

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