101 Jahre alt und immer unterwegs

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101 Jahre alt geworden ist Mathilde Schäffner aus Bettringen. Es gratulierten Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold und der stellvertretende Bettringer Ortsvorsteher Fabian Wolf (rechts).
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Mathilde Schäffner ist in Bettringen ein gut bekanntes Gesicht, am Freitag hat die adrette Dame ihren 101. Geburtstag feiern können.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen

Da wusste man am Freitag nicht, wer mehr strahlte, das Geburtstagskind Mathilde Schäffner aus Bettringen oder die vielen Freunde, Bekannten, Familienmitglieder und Wegbegleiter, die der Seniorin zum 101. Geburtstag gratulieren wollten. Als Überraschungsgäste konnte sich die charmante Dame auch noch über Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold und den stellvertretenden Bettringer Ortsvorsteher Fabian Wolf freuen, die es sich nicht nehmen ließen, an solch einem Ehrentag persönlich ihre Glückwünsche zu überbringen.

Umringt von ihren Gästen präsentierte sich Mathilde, die eigentlich nur Hilde genannt wird, elegant und gepflegt wie es für sie schon immer absolut selbstverständlich ist. Der 100. Geburtstag im vergangenen Jahr konnte nicht gefeiert werden, erzählen die Töchter Ursula und Hannelore. Umso schöner war das Ständchen, dass der Jubilarin vielstimmig und unterstützt durch die oberbürgermeisterliche Stimme dargeboten wurde.

1943 hat sie geheiratet

Am 23. Juli 1920 kam Hilde als eines von fünf Kindern im Haus der Burkhardts in Bettringen zur Welt, „ich bin eine echte Bettringerin“ strahlt sie. In Bettringen wuchs sie auf und besuchte hier die Schule. Der Besuch bei ihrem Onkel in Würzburg, der dort Pfarrer war, brachte eine Wende in Hildes Leben. Dort traf sie auf den Oberministranten Karl Schäffner, 1943 heiratete das junge Paar, Hilde blieb in Würzburg um ihren Mann in seinem Friseursalon zu unterstützen.

Doch als echtes Bettringer Mädel ließ Hilde das Heimweh nicht los, Karl und Hilde zogen zurück nach Bettringen und eröffneten hier einen Salon. Auf die Unterstützung seiner Frau konnte Karl immer zählen, trotzdem fand sie immer Zeit auch ihrer Mutter zu helfen.

Über 60 Jahre im Friseursalon

„Mama ist ein Allroundmensch“, erzählen die Töchter, um all ihren Pflichten treu zu bleiben und pünktlich im Salon zu erscheinen, stand sie einfach morgens früher auf. Als vor 30 Jahren ihr Mann starb, wurde der Salon weitergegeben, mehr als 60 Jahre war Mathilde Schäffner insgesamt im Friseursalon beschäftigt, sie war bis sie über 80 Jahre alt war, „die gute Seele vom Salon Schäffner“.

Die Töchter erinnern sich daran, das ihre Mutter oft mit einem Korb Selbstgekochtem für die Angestellten im Salon auftauchte. In den früheren Jahren waren Ladenöffnungszeiten noch nicht so üblich, die Türen des Friseursalons standen offen, bis der letzte Kunde und die letzte Kundin zufrieden nach Hause ging, für die Angestellten gab es manchmal nicht mehr die Möglichkeit mit dem Bus heimzukommen, ein Schlafplatz im Schäffnerschen Haus stand immer bereit. Urlaub zur Erholung gab's auch, Hilde und Karl fuhren trotzdem im Sommer gerne nach Norditalien, genossen die Landschaft und ließen sich in den Thermen von Abano verwöhnen.

Noch im eigenen Haus

Mathilde Schäffners Tochter Ursula erinnert sich an einen Urlaub, den ihre Mutter alleine absolviert hat. Vater Karl war im Weltkrieg auf der Krim stationiert und wollte Russland noch einmal besuchen, da der Gesundheitszustand dies nicht zuließ packte sie ihre Koffer und flog allein.

Hilde Schäffner bewohnt immer noch das Haus im Zeisigweg in Bettringen, die adrette Dame ist noch rührig „und immer im Haus unterwegs“, so Ursula und Hannelore. Die stets hilfsbereite alte Dame erhält viel Besuch, die Töchter versorgen sie mit dem, was sie nicht mehr selbst schafft. Viel Kraft gibt ihr der Glauben, in Susan Feifel hat sie eine Freundin gefunden, die mit ihr regelmäßig zum Gottesdienst geht und mit ihr mehrmals in der Woche den Rosenkranz betet.

Ich bin

Mathilde Schäffner,, 101-Jährige

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