Bettringen hat nun einen „schönen Ort der Ruhe“

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In der Mitte des Ottilienfriedhofs ist „ein schöner Ort der Ruhe“ entstanden, meint Pfarrer Tobias Freff (2.v.l.). In der neuen Gemeinschaftsgrabanlage gibt es nun 48 Urnenreihengräber, 96 Urnenwahlgräber und 39 Baumgräber.
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Auf dem Ottilienfriedhof ist der Wandel in der Bestattungskultur nun sichtbar. Dort gibt es nun neue Gemeinschaftsgrabanlagen. 

Schwäbisch Gmünd-Bettringen

Nach der Umgestaltung eines Areals auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Schwäbisch Gmünd für eine Gemeinschaftsgrabanlage, konnte auch auf dem Bettringer Ottilienfriedhof eine Gemeinschaftsgrabanlage errichtet und am Dienstag feierlich eingeweiht und gesegnet werden. Die Nachfrage nach dieser Bestattungsform habe „sehr zugenommen“, erklärt der Leiter des städtischen Garten- und Friedhofsamts Zeno Bouillon. Mit den Gemeinschaftsgrabanlagen biete die Stadt den Angehörigen von Verstorbenen nun „einen schönen Platz des Gedenkens“, der über die gesamte Nutzungsdauer für die Angehörigen pflegefrei bleibe, denn „die Kosten für die Grabpflege sind im Kaufpreis der Grabstätte inbegriffen“. Der Erwerb einer Grabstätte sei mit dem Abschluss eines Dauergrabpflegevertrags verbunden.

Die neue Grabanlage, die sich unter dicht belaubten Bäumen befindet, konnte durch freigewordene Grabfelder umgestaltet werden – hier sei ein „neues Herzstück“ in der Mitte des Ottilienfriedhofs geschaffen worden, sagt Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold sichtlich beeindruckt und richtet seinen Dank an das Friedhofsamt und die an der Pflege beteiligten Friedhofsgärtner.

Der Friedhof sei das Spiegelbild der Gesellschaft, so Arnold weiter. Die Bestattungsformen ändern sich zwar, doch in Schwäbisch Gmünd sei man offen für neue Arten der Bestattung und wolle auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen um den geänderten Ansprüchen entgegenzukommen. Der Friedhof sei ein „Stück Heimat“ und „Kulturgut“, dass es in gepflegter Form zu erhalten gelte.

Für Bettringens Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert ist die Einweihung der neuen Fläche „ein Grund zur Freude“, denn in der Vergangenheit seien immer öfters Nachfragen nach diesen Bestattungsformen an ihn herangetragen worden. Mit der Gemeinschaftsgrabanlage könne nun diesem Wunsch der Bürger entsprochen werden.

„Die ersten Bestattungen haben bereits stattgefunden“, sagt die evangelische Pfarrerin Friederike Fritz, die gemeinsam mit dem katholischen Pfarrer Tobias Freff in einer kleinen Andachtsstunde die neue Anlage segnete. Am Grab leben Bilder von liebgewordenen Verstorbenen und viele Erinnerungen auf. Die Stimmung auf einem Friedhof sei anders als in anderen Anlagen, hier sei die Stimmung nicht greifbar. Ein Friedhof sei ein „Ort des Gedenkens und des Erinnerns an einen liebgewonnen Menschen“. Um Abschied von einem geliebten Menschen zu nehmen, sei nun auf dem Ottilienfriedhof „ein schöner Ort der Ruhe“ entstanden, meint Pfarrer Freff, der gemeinsam mit Pfarrerin Fritz im Gebet um Gottes Segen für alle, die hier bestattet werden, und deren Besucher bat: „Kein Mensch soll vergessen werden.“

Wandel in der Bestattungskultur

Friedhofsamtsleiter Zeno Bouillon lobte die „würdige Anlage“, die modern gestaltet werden konnte. Thorsten Baege, Geschäftsführer der Württembergischen Friedhofsgärtner eG, sprach von einem Wandel in der Bestattungskultur, der Wunsch nach Familiengräbern mit jahrzehntelanger Grabpflege gehe immer mehr zurück. Baege lobte den Mut der Stadt Schwäbisch Gmünd, die leer werdenden Flächen zu nutzen und alternative Bestattungsformen anzubieten.

Die neue Gemeinschaftsgrabanlage bietet Platz für 48 Urnenreihengräber, 96 Urnenwahlgräber und 39 Baumgräber. Für die Urnengemeinschaftsgrabfelder investierte die Stadt Schwäbisch Gmünd rund 60 000 Euro, der Bargauer Friedhof soll als nächstes eine Gemeinschaftsgrabanlage erhalten.

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