Bettringen-Nordwest attraktiver machen: Mit 50 wieder ganz jung

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Ganz oben auf der Wunschliste von Stadt und Bürgerverein steht die Aufwertung von Bettringen-Nordwest. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Einkaufszentrum Nordwest-Treff.
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Stadt und Bürgerverein möchten Bettringen-Nordwest aufwerten. Kommen Wohnungen auf den Nordwest-Treff?

Schwäbisch Gmünd-Bettringen. Ein Wohngebiet für die Zukunft entstand vor 50 Jahren am Nordrand Bettringens nach Ideen des damaligen Oberbürgermeisters Hansludwig Scheffold und Baubürgermeisters Konrad Wahl. Mit mehr als 1000 neuen Wohnungen, der weithin sichtbaren Skyline und verdichteter Bauweise. Die Gebäude sind in die Jahre gekommen, die Bevölkerungsstruktur hat sich verändert. Jetzt wollen Verwaltung und Bürgerverein Bettringen Nordwest zur alten Attraktivität verhelfen.

Das wäre ein großer Gewinn für alle.

Christian Baron, Erster Bürgermeister

Baulich spielt das Einkaufszentrum „Nordwest-Treff“ eine wichtige Rolle. Bürgermeister Julius Mihm sieht in dem Bau eine Schlüsselrolle, ein Zentrum für Bettringen-Nordwest, das wieder mehr zum Treffpunkt werden könnte. Von einst zehn Geschäften sind nur noch wenige übrig geblieben. Mihm spricht von guten Chancen, dass sich die zwölf Eigentümer einigen und bauliche Veränderungen in die Wege leiten. „Wir können dort nicht investieren, aber wir werden Investoren eine Perspektive geben“, sagt der Bürgermeister.

Neue Wohnungen für Bettringen-Nordwest?

Eine Perspektive, die über die Renovierung der Anlage hinaus geht: „Auf dem Gebäude könnten neue Wohnungen entstehen“, sagt er und sieht darin auch eine Verbesserung des gesamten Umfelds. Allerdings denke die Stadt derzeit nicht an die Einrichtung eines Sanierungsgebiets. Dafür sei die Bausubstanz zu gut. „Der bauliche Zustand in Bettringen Nordwest ist durchaus gut bis befriedigend“, so Julius Mihm.

Das hört Bettringens Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert gerne. Er möchte gemeinsam mit dem Bürgerverein Bettringen - dazu soll zeitnah ein runder Tisch gegründet werden - Verbesserungen für Nordwest voranbringen. „Wir haben dafür Interessierte gefunden und werden bei einem Treffen die Möglichkeiten ausloten“, so Tickert.

Dabei geht es nicht nur um optische Veränderungen. Der Altersdurchschnitt in Bettringen Nordwest hat sich wesentlich verändert. Der Ortsvorsteher erinnert an frühere Aktivitäten, an das Nordwest-Fest, an den Ostermarkt, an Begegnungen im Nordwest-Treff. Er möchte, dass Begegnung stattfindet, auch von Leuten, die in den Hochhäusern wohnen und vielleicht weniger nachbarschaftliche Kontakte haben.

Junge Leute ins Boot holen

„Das wäre ein großer Gewinn für alle“, sagt auch Erster Bürgermeister Christian Baron, der für soziale Angelegenheiten zuständig ist. Natürlich habe Corona dem Wunsch nach Begegnung zugesetzt. „Der Austausch, das Vereinsleben, die Nachbarschaftspflege, alles ist zum Problem geworden.“ Baron lobt die neue Initiative, auch das Engagement des Bürgervereins. Die Stadt lebe von einer starken Gemeinschaft und es sei wichtig, dass „die Menschen dort gerne sagen, ich bin ein Bettringer‘“. Baron möchte junge Leute ins Boot holen, das Thema Jugendtreff wieder mehr ins Blickfeld rücken. Die Stadt unterstütze das Vorhaben vor Ort, ohne „dass wir dafür gleich ein neues Haus bauen wollen“.

Einen Ort der Begegnung zu schaffen hält der Ortsvorsteher für besonders wichtig. „Wir sollten so aufgestellt sein wie in den Riedäckern mit einem Begegnungszentrum.“ Ein Ort für ungezwungene Treffen, auch für kulturelle Veranstaltungen. Die Arbeitsgruppe Nordwest im Bürgerverein werde sich damit beschäftigen. Und man wird weiter an der Ortsverschönerung arbeiten. 30 000 Euro sind dafür 2021 im Haushalt angesetzt, sagt Karl-Andreas Tickert. Unter anderem wurde der Spielplatz neu gestaltet.

Und der Bürgerverein hat aus eigenen Mitteln eine Bank gestiftet. Schon im vergangenen Jahr wurde ein Versuch unternommen, Bettringen Nordwest mehr an den Stadtteil anzubinden. Ein Zebrastreifen in der Straße In der Vorstadt auf Höhe des Rewe-Markts sollte dafür sorgen, dass Menschen sicherer diesen Bereich erreichen können.

  • Gmünds großes Wohnprojekt wird 50
  • Mit der der Erschließung des Wohngebiets Bettringen Nordwest wurde 1968 begonnen. Bis 1974 entstanden 1010 Wohneinheiten und als zentraler Ort das Einkaufszentrum „Nordwest-Treff“. Südlich der Wohnanlage war Platz für Einfamilienhäuser und Reihenhäuser.

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