Bettringer „Bahn-Bauer“ begeistern

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Pedro Costa, Franz Bernhard, OV Karl-Andreas Tickert ud OR Sebastian Sorg
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Pedro Costa und Franz Bernhard sorgen seit 15 Jahren in eigener Regie für eine gepflegte „Dirtbahn“ in Bettringen. Wie viel Arbeit dahintersteckt und wer die Bahn nutzen darf.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen

Etwas abseits der Heidenheimer Straße in Bettringen liegt ein „Eldorado“ für Bike-Sportler. Die „Dirtbahn“ sei eine Anlaufstelle für Familien mit Kindern jeder Altersklasse, Jugendliche und Erwachsene, die hier ihrem Vergnügen nachgehen, erzählen Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert und Ortschaftsrat Sebastian Sorg.

Die „Dirtbahn“, ein aus Naturmaterialien geschaffener Parcours mit Sprunghügeln und Kurven, wurde in den 80er-Jahren als BMX-Bahn angelegt und fiel irgendwann in einen „Dornröschenschlaf“, da sich niemand um die Pflege und Instandhaltung der Bahn gekümmert hat, soweit die Vermutung von den radsportbegeisterten Pedro Costa und Franz Bernhard. Rund 15 Jahre sei es her, dass er die Strecke „zufällig“ gefunden habe, erzählt Pedro Costa, der sofort das Potenzial der verwilderten Bahn erkannte. Um die Strecke nutzen zu können, musste erst einmal ein „Radikalschnitt“ erfolgen, erzählt Costa, der sich eine Sense zulegte und begann, die Strecke von Unkraut und Wildwuchs zu befreien. Im Fahrradanhänger habe er Gerätschaften wie Schaufeln und Sensen zum Park gebracht. Franz Bernhard wurde bald darauf auf Costas „Werkeln“ an der Bahn aufmerksam, ohne große Diskussionen griff auch er zu Schaufel, Rasenmäher und Schubkarre, um gemeinsam mit Costa die Bahn zu pflegen und instand zu halten. Seit 15 Jahren investiert das Radler-Duo viel Zeit, Mühe und finanziellen Aufwand, um die Bahn befahrbar zu erhalten. Mit Erfolg: Die Strecke sei ein beliebter Treffpunkt für Kinder und Jugendliche aller Nationalitäten und Altersklassen und für Costa und Bernhard. Es sind Streckenabschnitte für Kinder mit Laufrädern vorhanden, andere stellen Herausforderungen an geübte Radsportler dar. Die regelmäßige Beanspruchung der Strecke sorgt für viel „Abrieb“, im Dauereinsatz verbringen Costa und Bernhard ihre Sonntagnachmittage auf der Bahn und erneuern Kurven und Hügel, mähen die Wiese drum herum, verdichten das Erdreich und sorgen für Sauberkeit auf dem Gelände, drei Lkw-Ladungen Lehm wurden von Costa und Bernhard in den vergangenen Jahren in die Bahn eingearbeitet, ein Knochenjob. Die Erde muss mit Schubkarren auf die entsprechende Stelle auf der Bahn befördert werden und wird dort aufgebracht und verdichtet. Dazu finanzieren die beiden die Verbrauchsmaterialien nahezu ständig aus eigener Tasche. „Bei der Jugendstiftung Baden Württemberg haben wie einmal einen Förderantrag gestellt“, erzählt Bernhard. Von den erhaltenen 3000 Euro wurden Motorsensen und Rasenmäher gekauft, die nun in einem geschenkten Baucontainer lagern.

Engagement im Stillen

Das Engagement im Stillen zum Wohle der Familien und Jugendlichen aus Bettringen und dem Umland war in dieser Form der Ortsverwaltung nicht bekannt, bekennt der Ortsvorsteher. Ortschaftsrat Sebastian Sorg habe den Ortschaftsrat darauf aufmerksam gemacht, eine Vorstellung der zwei „Bahn-Bauer“ im Gremium habe große Begeisterung ausgelöst. „Der Ortschaftsrat steht voll hinter dem Projekt“, erklärt Tickert und verweist darauf, „beide Männer sind in ehrenamtlicher Tätigkeit unterwegs und gehören keinem Verein an“. Für Tickert und Sorg ein Grund mehr, den Ehrenamtlichen ein Dankeschön verbunden mit „Bettringer-Gutscheinen“ zu überreichen, „die im Kleinen arbeiten, sieht man oft nicht“, meint Tickert. Jetzt ist die aufwendige ehrenamtliche Tätigkeit von Costa und Bernhard nach 15 Jahren etwas in den Fokus gerückt, der Ortsvorsteher zeigt sich begeistert von dem Engagement und hat im Rahmen der Möglichkeiten des Stadtteils Unterstützung zugesichert.

Einen Wunsch haben die zwei Radsportler geäußert, ein Abzäunung zum angrenzenden Spielplatz hin und ein Schild mit den Nutzungsbedingungen. Die benötigte Rüttelplatte möchte der Tickert aus dem Fundus aus dem Bekanntenkreis organisieren.

Der Ortschaftsrat steht voll hinter dem Projekt.“

Karl-Andreas Tickert,, Ortsvorsteher
vl. OV Karl-Andreas Tickert, Pedro Costa, Franz Bernhard und OV Sebastian Sorg

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