Herrscher und Beschützer von Wald und Flur

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Weihe des Familienkreuzes Friedel.

Warum die Familie Friedel das alte Kruzifix beim Lindenhof restaurieren ließ, welche Bedeutung das Kreuz hat und warum es erneut gesegnet wurde.

Der Herrgott möge die Flur segnen.“

Tobias Freff,, Pfarrer

Schwäbisch Gmünd-Bettringen

Pfarrer Tobias Freff segnete ein Feldkreuz, das erneuert und restauriert wieder an alter Stelle aufgestellt wurde. Ausgerichtet mit der Rückseite zur „Ebene“, umgeben von zwei mächtigen Lindenbäumen, weist das Kruzifix in Richtung Osten, hin zum „Lindenhof“. Eine starke Symbolkraft für die Familie Friedel, die auf beiden Gemarkungen Grund besitzt. Das Kruzifix mit den ausgebreiteten Armen scheint sich schützend vor die „Ebene“ zu stellen und den Lindenhof gleichsam im Blick zu behalten. Die Bedeutung des Namens „Friedel“ (der „Friedliche“, der „Beschützer“, aber auch der „Mächtige“, der „Herrscher“) scheint im Kreuz in seiner Funktion verwirklicht: Herrscher und Beschützer von Wald und Flur. Traditionell wurde und wird diese Gedenkstätte von Wanderern und Gläubigen als Treffpunkt ausgewählt, die sich hier versammeln und sich auf den Weg zum Hohenrechberg machen.

Das von den verstorbenen Eheleuten Anna und Josef Friedel im Jahre 1949 errichtete Flurkreuz bedurfte einer erneuten umfassenden und aufwendigen Restaurierung, da der Zahn der Zeit, Wind und Wetter, heftige Spuren hinterlassen hatte. So entschlossen sich die sechs Kinder, federführend Franz und Albert Friedel, im Gedenken an die Eltern, ein neues Feldkreuz beim Holzbildhauermeister Hubert Janson aus dem bayerischen Chiemgau in Auftrag zu geben. Das einst aus Eichenholz aus dem eigenen Wald gefertigte Kreuz musste, wieder aus Eiche, neu angefertigt werden. Das künstlerisch wertvolle Kruzifix aus Lindenholz, das seinerzeit von einem Unterbettringer Holzschnitzer „Rieg“ angefertigt wurde, bedurfte einer Restaurierung.

Symbole mit Sinn und Wert

In einer feierlichen Zeremonie, im Beisein von Verwandten und vielen Bettringer Bürgern, Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert und seiner Vorgängerin Brigitte Weiß, nahm Pfarrer Freff die Segnung und Weihe des neuen Kreuzes vor.

In seiner kurzen Ansprache ging er auf die alte christliche Tradition und den Sinn, Feld- und Flurkreuze zu errichten, ein: „Der Herrgott möge die Flur segnen, jedes Unheil fernhalten und die Menschen, die zu ihm aufblicken, in seine weit ausgebreiteten Arme nehmen.“

Herzlicher Dank gelte allen, die tatkräftig dazu beigetragen haben, dieses Zeichen des Glaubens zu verwirklichen und all denen, die mit ihrer Anwesenheit zeigten, dass auch in unserer Zeit solche Glaubenssymbole ihren Sinn und Wert nicht verloren haben.

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