Kommt die Bettringen-App?

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Engagierte Bürger und Verwaltung als Partner: In einer Kooperationsvereinbarung regeln Stadt und Bürgerverein Bettringen ihre Zusammenarbeit: v. l. Gmünds Erster Bürgermeister Christian Baron, Vereinsvorsitzender Andreas Tickert und Stadtteilkoordinator Uli Bopp.
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In Bettringen schließen Stadt und Bürgerverein eine Kooperationsvereinbarung - gemeinsam soll der große Stadtteil weiterentwickelt werden.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen

Die Bettringen-App ist eine der Ideen. Der Bettringer Bürgerverein, erst vor 15 Monaten gegründet, hat sich zu einem wichtigen Akteur im größten Gmünder Stadtteil entwickelt. Das zeigt auch eine Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und Verein, die nun unterschrieben worden ist.

Wäre der Bettringer Bürgerverein ein Fußballteam, müsste man sagen: Gleich nach der Gründung den Durchmarsch in die nächsthöhere Liga geschafft. Den Erfolg zeigt allerdings kein Pokal, sondern ein Vertrag: Bettringen ist der erste Stadtteil, in dem ein Bürgerverein gemeinsam mit der Stadt die so genannte Quartiersarbeit trägt.

Der junge 144-Mitglieder-Verein ist formal Arbeitgeber des hauptamtlichen Stadtteilkoordinators Uli Bopp – so wie seit Jahrzehnten der Stadtverband Sport die Stadtsportlehrer anstellt. Die Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und Verein, die Gmünds Erster Bürgermeister Christian Baron und Vereinsvorsitzender Andreas Tickert am Mittwoch unterzeichnet haben, regelt die Zusammenarbeit, die Stadt unterstützt finanziell und organisatorisch. „Der starke Partner in der Quartiersarbeit ist der Bürgerverein“, lobt Baron. Weitere Partner sind die Vinzenz von Paul GmbH und der Förderverein Riedäcker.

Schwierig zusammenzuhalten

Arbeit gibt es genug im Stadtteil, auch weil sich die gut 9000 Bettringer im Grunde auf verschiedene Stadtteile im Stadtteil verteilen. „Nordwest, Oberbettringen, Unterbettringen und Lindenfeld – das zusammenzuhalten ist schwierig“, sagt Karl-Andreas Tickert, Ortsvorsteher und Vereinsvorsitzender.

Aber Ideen und Willen zur Gestaltung gibt es auch genug. Ein Mittel, um die Bürger zusammenzuhalten und zusammenzubringen, könnte eine Bettringen-App sein. Wobei das Projekt „Bettringen digital“ noch ganz am Anfang steht, am Mittwochabend war das erste Treffen des zuständigen Arbeitskreises.

Wo ist die Ortsmitte?

Die Bettringer Sommerbühne, die der Verein im relativ ruhigen Corona-Sommer 2020 organisiert hatte, soll es in diesem Jahr auch wieder geben. Aktionen, Orte, Plattformen schaffen, durch die Bettringer zusammenkommen und zusammenarbeiten, das ist immer das Ziel. Ein Thema, das Verein und Verwaltung immer wieder beschäftigt, das ist, so Tickert, die Frage: „Wo ist die Ortsmitte?“ Im Strümpfelbachtal, mit Freibad, Schulen, Sportanlagen, wolle man etwas probieren, so Tickert.

Noch ein Projekt ist das Alte Pfarrhaus. „Wir wollen versuchen, mit Kirche, Kommune und Zivilgesellschaft auf Augenhöhe zusammen etwas zu entwickeln“, sagt Stadtteilkoordinator Bopp. Auch mit Blick auf verschiedene Generationen. „Es gibt zu wenig Gelegenheiten, wo sich Jung und Alt begegnen “, sagt er. Das Alte Pfarrhaus könnte dafür ein Ort sein. „Es war für mich stark und überraschend, dass Ältere zu mir gesagt haben: Vergesst unsere Jungen nicht. Deshalb suchen wir solche Orte.“

„Wir brauchen viele Kanäle“

Die Finanzierung der Stelle von Uli Bopp ist für die kommenden zwei Jahre - bis Februar 2023 - gesichert, so lange gilt die Zusage des deutschen Hilfswerks Hamburg. Mit seiner Hilfe soll sich das Quartier positiv weiterentwickeln.

Bopp sieht seine Aufgabe besonders darin, Bürgern Angebote zur Teilhabe zu machen und sie zusammenzubringen. „Dafür brauchen wir viele Kanäle, heutzutage auch die sozialen Netzwerke“, sagt er.

Wie die App genau aussehen wird, weiß noch keiner. Technologisch soll die Stadt zur Seite stehen, so Bopp: „Wir wollen die Bordmittel nutzen und schauen, was ist machbar mit den städtischen Möglichkeiten.“

Es gibt zu

Uli Bopp, Stadtteilkoordinator

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