LED-Pilotprojektfür Bettringen

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Ortschaftsrat diskutiert über neue Straßenbeleuchtung. Millionenprojekt für die ganze Stadt.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen

Der Bettringer Ortschaftsrat tagt ausnahmsweise mitten in Schwäbisch Gmünd. In den Räumen der Stadtwerke geht es um die Zukunft. Gmünds größter Stadtteil soll in einem Pilotprojekt komplett auf eine LED-Straßenbeleuchtung umgerüstet werden. Auf Basis dieser Erfahrungen könnte die Gesamtstadt bis in sechs Jahren ebenfalls von der neuen Lichttechnik profitieren. Unterm Strich geht es um gewaltige Zahlen. 1072 Leuchten müssen allein in Bettringen ausgetauscht werden. Schwäbisch Gmünd insgesamt verfügt über knapp 9000 Straßenleuchten. Stadtwerke-Chef Rainer Steffens informierte die Räte aus Bettringen über das Vorhaben, das für die Gesamtstadt rund drei Millionen Euro kosten wird.

Interessiert zeigen sich die Ortschaftsräte am Thema Energieeinsparung: Schon in Bettringen kann der Jahresverbrauch von 470 000 Kilowattstunden auf um 270 000 reduziert werden. In der Gesamtstadt lassen sich mehr als 1,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr einsparen. Michael Schlichenmaier, Klimaschutzbeauftragter der Stadt, schätzt vor allem die Einsparung von bis zu 404 Tonnen CO2 im Jahr. Am Ende geht es auch ums Geld: Allein in Bettringen lässt sich die Stromrechnung für die Straßenbeleuchtung um rund 70 000 Euro reduzieren. Für die ganze Stadt könnte dies ein Betrag von 400 000 Euro werden.

Aus mehreren Gründen habe man Bettringen für das Pilotprojekt ausgewählt, so Rainer Steffens. Dort sei die zu erwartende Energieeinsparung mit rund 60 Prozent überdurchschnittlich groß – Grund ist die relativ alte Beleuchtungs-Infrastruktur vornehmlich aus den 1960er-Jahren. Die Größe des zusammenhängendes Gebiets eigne sich außerdem besonders für den Einstieg in die flächendeckende LED-Versorgung.

Ich wusste gar nicht, dass wir in Bettringen so viele Leuchten haben.

Karl-Andreas Tickert Ortschaftsrat

Ortschaftsrat Karl-Andreas Tickert schätzt es, dass gerade Bettringen Vorreiter dieser Umweltverbesserung wird. Allein die Anzahl der Straßenleuchten überrascht ihn. "Ich wusste gar nicht, dass wir in Bettringen so viele Leuchten haben." Die deutliche Energieeinsparung und die CO2-Reduziereung seien zu begrüßen. Fragen der Ortschaftsräte beschäftigen sich auch mit technischer Beschaffenheit, etwa mit Helligkeit und Lichtverhalten. Die Stadtwerke versprechen gleiche Helligkeit, "wobei Licht oft subjektiv empfunden wird", so der Stadtwerke-Chef. Gezielter als mit dem herkömmlichen Licht lassen sich Bereiche abgrenzen. So wird künftig der Gehweg hell sein, das Schlafzimmerfenster aber nicht mehr von außen beleuchtet.

Die Räte müssen sich noch mit technischen Details befassen: Drei Kategorien sollen in Bettringen zum Einsatz kommen: technische Leuchten, Pilzleuchten und Bogenlampen. Die höchste Leuchtkraft haben die technischen Leuchten, die vor allem an größeren Straßen aufgebaut werden. Die eher dekorativen Pilz- und Bogenleuchten sind für Wohngebiete gedacht. Kostenpunkt: je nach Hersteller 300 bis 600 Euro pro Stück. Die neuen Lampen werden auf vorhandene Masten aufgebaut. Steffens informiert zudem über die Möglichkeit von W-LAN-Modulen für die Leuchten.

Ortsvorsteherin Brigitte Weiß und die Ortschaftsräte können an diesem Abend gleich einen Eindruck vom neuen Licht mit nach Bettringen nehmen. Die Stadtwerke haben LED-Lichter aufgebaut, für diesen Zweck in der Dunkelheit eingeschaltet. Rainer Steffens sagt auch noch etwas zur Finanzierung. Weil im städtischen Haushalt vermutlich kein großer Spielraum für solche Investitionen sei, plane man eine Vorfinanzierung durch die Stadtwerke. Getilgt werde durch die jährlichen Einsparungen bei den Stromkosten. Nach spätestens 15 Jahren soll sich die Investition bezahlt machen. Über die Finanzierung muss nun der Gemeinderat beschließen.

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