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Bürgerverein Bettringen
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Der Bettringer Bürgerverein möchte die Lebensqualität im größten Gmünder Stadtteil verbessern und hat schon zahlreiche Projekte in Angriff genommen. Noch mehr Mitstreiter sind gesucht.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen

Mit rund 9500 Einwohnern ist Bettringen der größte Stadtteil Gmünds. „Unsere Bürgerschaft ist vielfältig und bunt“, sagt Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert. Der Stadtteil erstrecke sich über eine große Fläche. Das sei Schwierigkeit und Chance zugleich: Einerseits kämen viele kreative Ideen von Bürgern, andererseits müsse es jemanden geben, der diese bündelt und umsetzt. Genau an dem Punkt möchte der vor rund zwei Jahren gegründete Bettringer Bürgerverein ansetzen, dessen Vorsitzender Karl-Andreas Tickert ist. Was bisher geschah.

Bettringer Gutschein

Um den Einzelhandel im Ort zu stärken, haben die Mitglieder des Bürgervereins den Bettringer Gutschein entworfen. Das geht so: Interessierte kaufen einen Gutschein mit frei wählbarem Betrag im „Blumenkörble“. Dieser kann sodann in vielen teilnehmenden Bettringer Geschäften eingelöst werden. „Der Gutschein kommt supergut an“, freut sich der Vereinsvorsitzende. Rund 30 Geschäfte machen mit. Weitere sind erwünscht.

Bettringen Nordwest

Wie kann der Bereich attraktiver werden? Dazu hat sich eine Projektgruppe zusammen gefunden und erste Ideen gesammelt. Entlang des Berliner Weges, der quer durch Nordwest verläuft, sollen Bänke zum Verweilen aufgestellt werden, ein Platz zum Boule spielen ist denkbar, im Herbst soll es einen Flohmarkt entlang der Straße geben, eine Tafel mit Infos zum Ort und zu Veranstaltungen und mehr Grün sind gewünscht, zählt Monika Schneider, Geschäftsführerin des Bürgervereins, auf. „Wir wollen dadurch die Wohnqualität verbessern“, erläutert Tickert. Die Leute müssten selbst etwas dafür tun, bekämen aber viel Unterstützung vom Bürgerverein, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Thomas Baulig. Der Verein kümmere sich zum Beispiel um versicherungstechnische Fragen bei Veranstaltungen, übernehme die Werbung in der Presse und auf der Homepage des Vereins und knüpfe Kontakte zu möglichen Mitstreitern. Dies alles geschehe immer in enger Abstimmung mit dem Bettringer Ortschaftsrat, ergänzt Tickert.

„Essbar“ Bettringen

Der Bürgerverein rettet Lebensmittel vor der Vernichtung. Hierzu haben der Verein und der örtliche Edekamarkt Donderer eine Vereinbarung getroffen. Diese beinhaltet, die vor der Vernichtung stehenden Produkte wie Obst, Gemüse, Joghurt, Quark und Brot einmal wöchentlich abzuholen und den Bettringer Bürgerinnen und Bürgern zum Verzehr zur Verfügung zu stellen. Die geretteten Produkte stehen allen Bettringern zur Verfügung. Immer freitags - von 15 bis 17 Uhr - öffnet die „Essbar“ im Erdgeschoss des Bezirksamtes. Jeder kann kommen und sich kostenlos etwas holen. 50 bis 70 Bürger stünden manchmal in der Warteschlange, erklärt Monika Schneider. Über 20 Ehrenamtliche des Bürgervereins kümmerten sich um die Ausgabe. „Der Edekamarkt hat seitdem 50 Prozent weniger Abfall“, freut sich Monika Schneider. Bislang blieb freitags nie etwas übrig.

Historischer Pfad

Ein Arbeitskreis des Bürgervereins um Susanne Wiker möchte auf geschichtlich interessante und teilweise unbekannte Orte in Bettringen aufmerksam machen. „Nur wer die Geschichte seines Ortes kennt, kann sich auch mit ihm identifizieren“, ist sich Tickert sicher. Dazu soll ein historischer Pfad mit über zehn Infotafeln eingerichtet werden. Die ersten beiden Infotafeln sollen in Kürze an der Kirche und im Lindenfeld aufgestellt werden. Denkbar sind in Zukunft auch QR-Codes an den Tafeln mit Geschichte und Geschichten und Wanderungen von Tafel zu Tafel, wie Thomas Baulig erläutert.

Open-Air-Kino und Kinderfest

Zwei Mal hat der Bettringer Bürgerverein bereits eine Sommerbühne mit Livemusik und Kinderprogramm organisiert. Dieses Jahr wird es die Veranstaltung in anderer Form geben. Der Bürgerverein organisiert am 2. und 3. September ein Open-Air-Kino und ein Kinderfest mit Theater und anderen Angeboten. In Zeiten von Corona sei es möglich gewesen, gute Live-Bands in den Ort zu holen, weil diese weniger Gage verlangten. „Das können wir aber bei den aktuellen Preisen nicht schultern“, erläutert Tickert. Zudem sei die Organisation aufwendig, nicht alles könne mit Hilfe von wenigen Ehrenamtlichen gestemmt werden. Deshalb wünscht sich der Bürgerverein noch mehr Mitglieder, die Lust haben, den Ort mit zu gestalten. Bisher sind's rund 150 Einzelmitglieder, hinzu kommen rund 30 Institutionen und Familien. Die Bettringer sollen sich durch den Verein noch mehr mit ihrem Ort verbunden fühlen. Der Verein funktioniere generationenübergreifend, jeder könne sich mit seinen Stärken und Ideen einbringen, wirbt der Ortsvorsteher.

Ideen gibt's genug: Angedacht sind ein Neujahrsempfang, um gemeinsam mit den Bürgern ins neue Jahr zu starten, ein Begegnungscafé für Geflüchtete aus der Ukraine, Landschaftsputzeten und Müllpatenschaften. Tickerts Erfahrung: Viele Bettringer machen mit, wenn man sie anspricht und sie zusammen bringt. Das sei ein großes Ziel des Bürgervereins.

Wir wollen die Wohnqualität verbessern.“

Karl-Andreas Tickert, Vorsitzender

Mitglied werden im Bettringer Bürgerverein

Alle Informationen zum Bettringer Bürgerverein gibt's online unter www.bettringer-buergerverein.de. Dort finden sich auch alle Ansprechpartner. Eine Mitgliedschaft kostet für Einzelpersonen 12 Euro, für Familien 20 Euro pro Jahr. Die Mitgliedsbeiträge werden wiederum zweckgebunden für Projekte im Stadtteil eingesetzt.

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