Schlussakkord setzen Polizei und Verein

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Das Landespolizeiorchester und der Musikverein als Vorgruppe unterhielten prächtig.
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Bettringer Sommerbühne endet mit rundum gelungenem Konzert.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen. „Wenn ich mir’s Paradies vorstelle, dann wie in Bettringen die letzten drei Tage“, beschrieb Ortsvorsteher Andreas Harald Tickert zum Ende der zweiten Bettringer Sommerbühne mit dem Landespolizeiorchester und der Vorgruppe „Musikverein Bettringen“. Oberbürgermeister Richard Arnold sekundierte, dass hinter dem Ortsvorsteher dann die Engel musizieren und deutete auf die Mitglieder des Polizeiorchesters auf der Bühne.

Ein gelungener Abschluss, lautete das einhellige Urteil der zahlreichen Gäste. Wegen Corona war es nicht möglich, dass der Musikverein mit seinen Holz- und Blechbläsern gemeinsam auf der Bühne auftrat. So saßen links die Holzbläser unter Leitung von Andrea Schurr, rechts die Blechbläser unter Leitung von Vizedirigent Timo Heiss.

Ortsvorsteher Tickert wusste: „Der Musikverein brennt darauf, aufzutreten!“ Was der erste Vorsitzende Marcus Heinrich so schilderte: „Vor 596 Tagen das letzte Mal in Uniform, wisst ihr, wie viel Stoff es braucht?“ Das Programm bringe Volkstümliches bis Modernes.

Dann legten die Holzbläser mit der „Muppet Show“ los, gefolgt von „Moonlight Serenade“, später noch „Rosamunde“ und „Vogelwiese“. Im Wechsel dazu die Blechbläser, dirigiert von Timo Heiss. Da wurde „Echte Liebe“ intoniert, „The Story“, „Mamma mia“ riss das Publikum mit. Der Musikverein bot das, was man sich von einer „Vorgruppe“ wünscht: Einstimmung auf das, was kommt.

Wer das Landespolizeiorchester in gewohnter Formation erwartete, musste sich umstellen. Wegen der Coronaverordnung waren statt des Gesamtorchesters mit 39 Spielern, mehrere Ensembles zu hören, die in Brass- und Saxofon-Formationen auftraten. Ein Programm quer durch die Musikwelt. Stings „Fields of Gold“ und die „Second Suite in F-Dur“ von Gustav Holst brachte das Brass-Tentett. Hier zeigte sich schon deutlich die hohe Qualität der Instrumentalisten. Voll Können, Kraft und Leichtigkeit, aber auch spielerisch, neckend die Interpretation. Die launigen Kommentare von Dirigent Stefan Halder, der nur zeitweise auf der Bühne stand, machten die Show perfekt. „Wir haben das Programm so bunt wie möglich zusammengestellt!“, sagte Halder. Das machten die folgenden Formationen deutlich. Rhythmisch scharf pointiert, voller Körperbewegung interpretierte das Saxofon-Quartett „Fly me to the moon“, den „Libertango“ von Astor Piazolla oder Gershwins „Liza“. Das Brass-Septett brachte Sarah Connors „Vincent“, zu dem Dirigent Stefan Halder anmerkte, dass das Polizeiorchester bereits vor sechs Jahren die Regenbogenfarben, die Torwart Neuer trug, musikalisch intonierte bei der CSG-Gala. Denn der Christopher-Day sei aufgrund von Polizeigewalt gegen Schwule entstanden.

Überraschend für manche Ohren nach der Pause Händels „Einzug der Königin von Saba“, gespielt vom Saxofon-Quartett. Eigentlich, sagte Halder, seien Johann Sebastian Bachs Werke nicht für Saxofon gedacht. Aber das Quartett brachte völlig überzeugend die Bachsche „Badinierie“. Erstklassige Instrumentalisten machen alles möglich.

Das Ende des Konzerts brachte einen Parforce-Ritt des Brass- Septetts und -Tentetts, Das Landespolizeiorchester verabschiedet sich mit Udo Jürgens „Danke für die Blumen“.

Dieses Konzert war ein brillanter Abschluss der zweiten Bettringer Sommerbühne. Die gute Organisation, die raffinierte Musikmischung und die Damen mit Fleisch- oder Hirtenkäsbriegel, dazu Getränke in Vielfalt, ließen an diesem Sommerabend die pandemiebedingten Dürrephasen verblassen. Gise Kayser-Gantner

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