Skateranlage: Stolperstellen und stinkende Schattenplätze

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Viele Teile der Skateranlage in Bettringen haben schon bessere Zeiten gesehen. Jugendliche fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen.

Bettringen

Jugendliche aus Schwäbisch Gmünd und Umgebung kämpfen seit Langem für eine zentrale Skateranlage in der Stadt. Oder zumindest für eine Sanierung der Anlage in Bettringen. Deren letzte Sanierung war im Jahr 2004. Doch es gibt noch viele andere Dinge, die sie stören. Das Schlimmste dabei sei, dass sie sich von der Stadt im Stich gelassen fühlen, sagt der 18-jährige Aamer Traksel. GT-Volontärin Zoe Kapoor hat ihn gefragt, was ihn am meisten stört und was er sich wünscht.

In der Sitzung des Jugendgemeinderates sagtest du, der Skaterpark sei 2004 "kaputtsaniert" worden. Was meinst Du damit?

Aamer: Wir haben insgesamt drei Objekte auf dem Platz. Die Rampe, die Pipe und die Rail. Bei der Rampe schauen die Verbindungsstücke der einzelnen Flächen zu weit raus, wobei dadurch Stolperstellen entstehen und man sich daran leicht verletzen kann. Die Maße der Pipe sind eigentlich wirklich gut, doch die PVC-Platten wärmen sich im Hochsommer viel zu schnell auf. Dadurch werden die Skateboards und die Roller gebremst und man verliert Schwung, um auf der anderen Seite wieder hochzukommen. Außerdem sind die Kanten hier viel zu weit drinnen. Was bedeutet, dass wir uns nicht richtig abstoßen können.

Was stört euch sonst noch auf dem Platz?

Aamer: Erstens ist der Skaterpark viel zu klein. Wenn wir beispielsweise die Rampe runterfahren, haben wir meistens so viel Schwung, dass wir oft an die Abgrenzungen stoßen. Dass es aber auch keine Schatten- oder Sitzmöglichkeiten gibt, ist einfach nicht richtig. Wir sind hier manchmal fast den ganzen Tag. Wenn es dann heiß ist und wir uns in den Schatten setzen wollen, stinkt es da, weil dort die Glascontainer stehen. Es gibt wirklich so viele Möglichkeiten hier Schattenplätze einzurichten oder auch einfach nur Bänke. Ein Beispiel nur, unter der Pipe. Die meisten der Leute kommen auch gar nicht mehr, weil sie sowieso nur die Rail benutzen können.

Was habt ihr unternommen?

Aamer: Ich war erst letzte Woche Donnerstag im Jugendgemeinderat dabei und habe denen einen neuen Standort vorgeschlagen. Nämlich den Platz hinter der Kletterschmiede, in der Nepperbergstraße. Der wäre zentral und bietet außerdem genügend Platz. Doch gerade als ich von der Skateranlage richtig angefangen haben, musste der OB dringend gehen. Ich weiß auch nicht. Aber das gibt uns das Gefühl, dass wir hierbei nicht unterstützt werden.

Was wünscht ihr euch denn nun?

Aamer: Der Skaterpark ist für jede Altersgruppe. Hier sind alleine schon Leute zwischen zehn und 26 Jahren. Wir wünschen uns einfach, dass mehr auf den Skaterplatz geachtet wird, weil er vielen etwas bedeutet. Und wenn es auch nur zu einer Sanierung kommen sollte, wollen wir miteinbezogen werden. Denn wir können dann unser Wissen miteinbringen und so eine gute Anlage gestalten.

Was das Amt für Bildung und Sport zum Thema sagt

"Das Thema ist durchaus bekannt", sagt der Leiter des Amts für Bildung und Sport, Klaus Arnholdt. Doch nach jetzigem Stand müssen sich die Skater vorerst mit dem begnügen, was vorhanden sei. Heißt: Ein neuer Standort sei im Moment nicht möglich. Natürlich sei es verständlich, den Standort des Skaterparks zentraler legen zu wollen, doch dafür gebe es noch keine Lösung. "Wir warten dabei noch auf das richtige Zeitfenster", sagt Arnholdt. Das letzte Zeitfenster war zur Zeit der Landesgartenschau 2014, "wobei wir auf Wünsche eingegangen sind und versucht haben, diese zu erfüllen", sagt er. Doch seitdem seien die Skater noch kein so großes Thema gewesen. Stadtrat Andreas Dionyssiotis macht in Bezug auf die Jugendgemeinderatssitzung deutlich, dass die Skateranlage sanierbedürftig sei. Arnholdt sei es wichtig, dass die Jugendlichen nach draußen gehen, deshalb wolle er dafür eine Lösung finden. zoe

Aamer Traksel oben auf der Plattform der Pipe in Bettringen. Seit Langem kämpft er zusammen mit anderen Skatern und Rollerfahrern für eine bessere Skateranlage.

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