Wir geben so ein Stück zurück

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Helga Röder, Carolin Christmann und Marga Maier (v.l.) präsentieren ihre Adventsgestecke – alles Unikate mit viel Charme.

Der Erlös des Verkaufs der letzten Adventsausstellung geht an den Verein "Bunter Kreis", der Familien von schwerkranken Kindern unterstützt.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen

Vor 14 Jahren begann es im Keller, seit zehn Jahren findet alles in Marga Maiers Scheuer im Hof statt. Eine Holztür, dann ein Vorhang, schon taucht man in die emsige Atmosphäre der Kranzbinderei ein, in der Marga Maiers, Barbara Hiebers und Floristin Helga Röders geschickte Finger aus Zweigen, Wurzeln und ausgefallenen Accessoires Adventsträume zaubern.

So fängt es an: Ein tiefgrüner Nadelkranz, eine interessant geformte große Wurzel, kleine Ästchen zu einem Geviert verbunden oder ein silberfarbenes Gefäß, kein atmosphärischer Adventswunsch bleibt offen, wenn die drei kreativen Ehrenamtlichen zuschlagen. Fantasie ist die eine, professionelle Fertigkeit die andere Zutat, mit deren Hilfe die Kunstwerke voll Individualität und Charme entstehen.

Kein Stück der über 100 Advents- und Türkränze sowie Gestecke ist wie das andere. Dafür sorgt Cousine Carolin Christmann, die für das Tüpfelchen auf dem I zuständig ist. In der Scheuer lagert alles im Kühlen bis zum Verkaufstag. Diesmal ein Total-Ausverkauf, denn die Adventsausstellung in der Scheuer, deren Erlös als Spende an den "Bunten Kreis" geht, findet zum letzten Mal statt. "Wir nähern uns der 70", sagt Helga Röder. Die gelernte Floristin ist seit fünf Jahren hier aktiv.

Werden diese spannenden arbeitsreichen zweieinhalb Wochen in der Voradventszeit im nächsten Jahr nicht fehlen? Das schon, ist man sich einig, aber es ist zu anstrengend geworden. Die Zweige werden mit Draht auf den Strohkranz gebunden, nicht mit Metallklammern festgesteckt. Eine Arbeit, die in die Finger und Handgelenke geht, besonders bei kleinen Kränzen. Kränze gibt von 15 bis 60 Zentimetern Durchmesser. Das Grundmaterial ist Nobilistanne. Akzente setzen Ilex, Wacholder, Muschelzypresse und Zapfen, Material, das Unterstützer dieser Aktion aus ihren Gärten liefern.

Es gibt Kränze, die ringsherum mit Tanne gewickelt sind. Sie eignen sich zum Aufhängen. Kränze, die aufliegen, sind bis auf eine schmale Strohunterseite mit Tannenbüscheln bestückt. Da lugt ein silberner Hirsch von einer ausladenden Wurzel aus dem Nadelgezweig hinter einer Kerze hervor, da büscheln sich im Ästchengehege auf einem Teller Ilex und Wacholder um eine Kerze. Die Kerzen auf den großen Gestecken sind Sicherheitskerzen. Das heißt, sie brennen nur bis zu einer bestimmten Höhe ab. Aber auch LED-Ketten sind in manches Gesteck geschlungen und zaubern gefahrlosen Lichterglanz.

Noch im letzten Jahr war diese Adventsausstellung auch ein kulinarisches Event. Denn Marga Maiers Kutteln und Röstkartoffeln sorgten als gute Unterlage für Glühwein und viel anderes. Das findet in diesem Jahr nicht statt, bedauern die Damen.

Angefangen haben Marga Meier, ihre Tochter Tanja Krieg und Barbara Hieber vor 14 Jahren mit dem Verkauf im Ronald-MacDonald-Haus am Deutschen Herzzentrum München. Margas Enkel war mit einem Herzfehler geboren worden, den Dr. Jochen Riedel vom Stauferklinikum festgestellt hatte. Er sorgte dafür, dass der kleine Patient per Hubschrauber zur Operation nach München geflogen wurde. Immer wieder musste Enkel Felix im Herzzentrum operiert werden und die Angehörigen blieben im Ronald-Mac-Donald-Haus bei dem kleinen Patienten bis er nach Hause durfte. Im "Bunten Kreis", der Familien mit Frühgeborenen, chronisch- und schwerstkranken Kindern unterstützt, ist Dr. Riedel, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Stauferklinikum, Vorsitzender. Seit 14 Jahren gehen die Erlöse aus Marga Maiers Adventsausstellung an den "Bunten Kreis": "Wir geben so ein Stück zurück", sagt sie.

Der Total-Ausverkauf der Adventsausstellung beginnt am Donnerstag, und Freitag, 19. und 20. November, um 15 Uhr, am Samstag, 21. November, um 11 Uhr bei Marga Maier in der Heubacher Straße 44 in Oberbettringen.

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