Zengerle will nicht nochmal antreten

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Johannes Zengerle ist ein Siebziger.
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Der Ortschafts- und Gemeinderat wird an diesem Donnerstag 70.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen. Er ist nicht der Lautsprecher unter den Stadträten. Aber wenn er etwas sagt, wird das gehört, denn er gilt als vernünftiger, abwägender Kommunalpolitiker. An diesem Donnerstag wird Johannes Zengerle 70 Jahre alt.

Zengerle gehört dem Ortschaftsrat seines Heimatorts Bettringen an und seit dieser Wahlperiode auch der SPD-Fraktion des Gemeinderats. Im Gespräch mit der Gmünder Tagespost sagt er, dass es seine letzte Wahlperiode sein wird, dass er sich danach aus der Kommunalpolitik zurückzieht. Er möchte einem Generationenwechsel nicht im Wege stehen. „Dann sollen die Jungen ihre Zukunft gestalten. Und wir sehen zu, wie sie's machen“, sagt er.

Seine Stimme erheben, das wird er aber auch über diese Wahlperiode hinaus. Johannes Zengerle ist Mitglied in drei Chören: im Kirchenchor seiner Gemeinde St. Cyriakus, im Klingenbach-Chörle, das sich aus dem Familienkreis heraus gebildet hat, und bei Cantate Domino, dem Ehemaligen-Chor der St.-Michael-Chorknaben.

Auch viele Menschen im Gmünder Raum, die mit Kommunalpolitik nichts am Hut haben, kennen Johannes Zengerle. Er war der Experte, der tausenden Interessierten den Bau des Gmünder Einhorn-Tunnel erklärte. Unzählige Besuchergruppen empfing er im Baubüro im Baubüro im Gmünder Westen und erläuterte ihnen das hochkomplexe Bauwerk.

Ohnehin war Johannes Zengerles ganzes Berufsleben mit dieser Röhre verknüpft. Nach der Lehre als Vermessungstechniker und dem Studium an der Ingenieurschule/FH Stuttgart war er fünf Jahre als Bauleiter für Straßenbau beim Regierungspräsidium Stuttgart tätig. 1978 ging er zum Baubüro B 29 des Straßenbauamts Ellwangen. An zahlreichen Straßensanierungen in Ostwürttemberg arbeitete er mit, war natürlich auch beim vierspurigen Ausbau der B 29 zwischen Waldhausen und Gmünd-West tätig. Von 1996 bis 2001 wirkte er als Projektleiter am Bau der Aalener Westumgehung mit dem Rombachtunnel mit. Die Umgehung Mutlangens gehörte zu seinen Aufgaben, der Anschluss der B 297 an die B 29 bei Lorch folgte. Daneben stand immer schon der Gmünder Tunnel: Seit den achtziger Jahren begleitete er die Erkundungsbohrungen. Zengerle war beteiligt an der Planfeststellung und beim Bau der ersten Rampe 1998 im Gmünder Westen. Seine Beteiligung als Bauleiter an dem Riesenprojekt bezeichnete er mal als „Glücksfall für mich“ - weil ihm bewusst ist, dass die Röhre einen Quantensprung für die Entwicklung seiner Heimatstadt bedeutete. Diese Baustelle war auch der Schlusspunkt seines aktiven Berufslebens.

Dann war mehr Zeit da für die Kinder und Enkelkinder. Den Geburtstag werden er und seine Frau „ganz ruhig daheim“ verbringen, ohne Gäste - wegen Corona. Wolfgang Fischer

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