Zwei Gipfelstürmer im Glück

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Das erste Treffen war auf einer Berghütte: Gabriele und Erich Leinmüller.
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Wie sich Gabriele und Erich Leinmüller kennengelernt haben und was das Paar in den vergangenen 50 Jahren seiner Ehe erlebt hat.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen

Ein Tanzkränzchen oder ein Gartenfest - das war für viele Paare vor Jahrzehnten oft die Orte der ersten Begegnung und mitunter der Beginn einer langen Ehe.

Gabriele und Erich Leinmüller waren vor 51 Jahren etwas „exotischer“ unterwegs. Damit sich das junge Mädel vom Rechberg und der hochgewachsene Erich das erst Mal begegnen konnten, war eine Reise nach Salzburg nötig. Die Welser Hütte diente Erich an Pfingsten 1970 mit einigen Freunden als Unterkunft, hier wollten die jungen Burschen zum Klettern gehen. Dieselbe Hütte hatte sich Gabriele mit ihrer Freundin als Übernachtungsmöglichkeit heraus gesucht.

Erich fand an Gabriele sofort Gefallen, die Adressen wurden ausgetauscht und für das nächste Treffen wurde ein Lokal in München gefunden. Doch daraus wurde nichts, Gabrieles Freundin drängt zu einer direkten Heimreise zu ihrer Familie. Erich, von Gabriele schwer angetan, begab sich auf „Spurensuche“ und fuhr fortan immer wieder vor Gabrieles Wohnhaus auf dem Rechberg vor, „ich habe mich unsichtbar gemacht“ lacht Gabriele „und ihn zappeln lassen“.

Erst vier Wochen später durfte Erich seine Gabriele auf ein Zeltfest auf dem Rechberg begleiten und bereits im Juli ging die erste gemeinsame Reise wieder nach Salzburg. Das Klettern gab Erich seiner Gabriele zuliebe auf, „ich machte mir immer Sorgen“, erzählt sie. Ein Jahr nach dem ersten gemeinsamen Urlaub trat das junge Paar am 16. Juli vor den Standesbeamten, aus Gabriele Kienhöfer wurde Gabriele Leinmüller. Tags drauf wurde in der Bettringer Ottilienkirche die Hochzeit „in Weiß“ gefeiert.

Schon vor der Hochzeit konnte sich Gabriele ihre Neugierde nicht verkneifen, wie sah wohl der von Erich bestellte Brautstrauß aus? Schließlich hatte Erich seine Gabriele damit geneckt, es würde ein Strauß aus Nelken sein. Ein heimlicher Blick im Blumenladen offenbarte einen Traum aus Rosen. Das Brautauto, gefahren von Erichs Bruder, sorgte für die nächste Aufregung, „das Blumenbouquet hielt nicht“, auf dem Weg zur Kirche rutschte die Blütenpracht ab und musst erst im Straßengraben wieder eingesammelt werden. Nach der Trauung stand ein Besuch am Grab von Erichs Vater an, der Brautautofahrer fuhr alle Gäste nach und nach in die benachbarte Gaststätte, „am Ende standen wir allein auf dem Friedhof“ meint Gabriele. 15 Jahre lebte das Paar in Erichs elterlichem Haus bevor es sich an den Bau der eigenen vier Wände machte, Erich als Maurer und Gipser konnte dabei sehr viel in Eigenarbeit leisten.

1986 bezog die kleine Familie ihr neues Reich in der Güglingstraße und Erich wechselte vom Bau zu einer Anstellung bei der Stadt Gmünd. Gabriele trug all die Jahre zum Familieneinkommen bei, mit den Mädels Karin und Jasmin reduzierte sie die Arbeitszeit etwas und ging 2007 aus gesundheitlichen Gründen mit Erich gemeinsam in den Ruhestand.

Das Klettern und manche abenteuerliche Urlaubsreise hat Erich vor langer Zeit für seine Gabriele sein lassen, dafür hatte er die Leidenschaft fürs Angeln entdeckt, auch waren die Berge immer ein beliebtes Reiseziel.

Gesundheitliche Problem zwangen auch Erich kürzer zu treten. „Erich hat das Busreisen entdeckt“, lacht Gabriele, gemeinsam werden jetzt des Öfteren kurze Busreisen unternommen, „völlig stressfrei und bequem“ sagt Erich. Der blühende Garten in der Güglingstraße wird von beiden gehegt und gepflegt, aber auch hier lässt Erich die Liebe zu den Bergen nicht los, in „seinem Blumenbeet“ gedeihen Enzian und Edelweiß. Erich ist zur Zeit gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe, die goldene Hochzeit wird daher „im kleinen Rahmen“ mit den Kindern und den zwei Enkeln gefeiert.

Ich habe

Gabriele Leinmüller

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