Bezirkssynode: Aufgaben sollen künftig gebündelt werden

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Symbolfoto

Die Gmünder Bezirkssynode plädiert für eine übergeordnete Trägerschaft für Kindergärten.

Lorch-Waldhausen. Wer soll künftig Träger der evangelischen Kindergärten im Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd sein, die bislang von der Kirchengemeinde vor Ort geleitet wurden? Seit einigen Jahren ist die Bezirkssynode mit dieser Frage beschäftigt. Warum eine übergeordnete Struktur entlastend für die Gemeinden ist, fasste Dekanin Ursula Richter bei der Herbstsynode am Freitagabend in der Remstalhalle in Lorch-Waldhausen zusammen: Kindergärten und Kindertageseinrichtungen bedeuten einen hohen Arbeitsaufwand für Kirchengemeinden und Pfarrer. Konkret nannte sie Organisation, Personalfragen und Konfliktsituationen.

2019 stand die Frage schon einmal vor einem Aus, „weil die Kosten nicht finanzierbar waren“. Doch Pfarrer brauchen dringend Entlastung, das betonte auch Prälatin Gabriele Wulz, die von gelungenen Beispielen einer Kita-Trägerstruktur in Ulm und Blaubeuren berichtete. Der Vorsitzende der Bezirkssynode, Wolfgang Schmidt, und mit ihm eine Arbeitsgemeinschaft blieben also am Ball und Richter konnte nun eine Lösung vorstellen: Zwei 50-Prozent-Diakoniestellen werden nicht mehr besetzt. Ihre Arbeit sei wertvoll, und auf sie zu verzichten tue weh – „trotzdem halten wir eine Kita-Trägerstruktur für notwendig“.

Nach den eindringlichen Worten sprachen sich die 52 anwesenden Synodalen für den Beschlussvorschlag aus.

„Verwaltung belastet“

Frühestens Anfang 2023 soll die Sache juristisch unter Dach und Fach sein. Fürs Erste starten 24 Gruppen der Kirchengemeinden Lindach/Mutlangen, Göggingen/Leinzell, Degenfeld/Weiler/Unterbettringen, Heubach und Schwäbisch Gmünd unter der neuen Trägerschaft. Doch die Struktur sei so angelegt, dass man später dazu stoßen könne. „Sicherheit und Schutzkonzepte – die Ansprüche nehmen ständig zu“, führte Richter weitere Gründe ins Feld, warum der Zusammenschluss ein großer Synergieeffekt sei. „Ich weiß, wie sehr die Verwaltung in Beschlag nimmt und vom Dienst am Menschen abhält.“ Des Weiteren wies die Dekanin darauf hin, dass Pfarrstellen, auf denen viel Personal organisiert werden müsse, nicht attraktiv seien. Sie appellierte eindringlich: „Es geht um die Solidarität im Kirchenbezirk, das bedeutet gemeinsames Ja zur Arbeit.“

Harald Schweikert, der Verwaltungsstellenleiter in Aalen, pflichtete Dekanin Richter bei: Experten seien am Werk, und Kompetenzen würden gebündelt. Doch an der Zusammenarbeit mit den Gemeinden vor Ort solle sich nichts ändern. „Entlastung ist das Ziel“, fasste Kirchenbezirksrechner Eberhard Schmid zusammen.

Misstrauen ausgeprägt

Ebenfalls auf der Tagesordnung stand der Bericht der Prälatin anlässlich ihrer Visitation des Kirchenbezirks. Er sei anders, fasste sie ihre Erfahrungen zusammen: Misstrauen sei stark ausgeprägt und Prozesse dauerten lange. Lobend ging sie auf die digitale Präsenz unter Coronabedingungen ein und auf den Kreisdiakonieverband, der gut aufgestellt sei und schnell und kompetent auf die gesellschaftlichen Herausforderungen reagiere. Auch sei die „PfarrerInnenschaft jünger und weiblicher“ geworden, was dem System guttue. mar

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