Guten Morgen: Bernd Müller über die alte Königin und den neuen, Vasallen, Banner und ein Dekret

Bis ans Ende aller Tage

Es war einmal ein schönes Königreich, in dem plötzlich, die einen sagen: eine Seuche; die anderen sagen: so etwas wie eine Grippe ausbrach. Lasst uns vorsichtig sein, sagte die alte Königin, und die meisten stimmten ihr zu. Also war man gemeinsam vorsichtig. Die Jahreszeiten zogen durchs Land, und es gelang mal besser, mal schlechter. Aber: Es ward getan.

Als endlich die alte Königin abdankte, kam ein neuer König auf den Thron, und der redete nicht mehr arg viel von der Vorsicht. Manchmal wusste man bei ihm gar nicht, wovon er genau redete. Der altüberlieferten Vorsicht durfte sich, weil sie dem König offenbar lästig schien, fortan ein junger, schöner Prinz an seinem Hof annehmen. Ein Prinz, der es mit seinen Vasallen liebte, das Banner der Freiheit vor sich herzutragen. So begab es sich, dass ein Dekret im Königreich erging: Die Seuche - manche sagen: die Grippe - habe nunmehr vorüber zu sein. Lange lebe die Freiheit, verkündeten viele Herolde im Land. Und so lebten sie glücklich und zufrieden bis ans Ende aller Tage. Oder?

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