Bläse will Arnold und Eßwein „konstruktiv“ einbinden

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Dr. Joachim Bläse
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Der Landrat äußert sich zu Karl Lauterbachs Vorschlägen, zum Brief aus Gmünd und Mutlangen und zur SPD-Unterschriftensammlung.

Schwäbisch Gmünd.Landrat Dr. Joachim Bläse sieht seinen Vorschlag eines Regionalversorgers, zweier Gesundheitscampus in Mutlangen und Ellwangen und eines Gesundheitszentrums in Bopfingen durch die Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach für einen Umbau des Gesundheitssystems bestätigt. „Das geht in unsere Richtung“ bewertete er am Mittwoch im Gespräch mit dieser Zeitung Lauterbachs Vorschläge. Lauterbach hatte am Dienstag die Finanzierung der Kliniken durch Fallpauschalen in Frage gestellt. Und er hat drei Vergütungsgruppen genannt: lokale Häuser zur Grundversorgung, regionale Kliniken und Kliniken, die aufgrund ihrer Spezialisierung von überregionaler Bedeutung sind. Bläse verwies dabei auf den Wandel im medizinischen Fortschritt und in der Demografie. Die Menschen würden immer älter, gleichzeitig fehle immer mehr Personal. Mit seinem Vorschlag versuche er, Zukunft zu gestalten. Dabei wolle er die Menschen mitnehmen. „Zwei Klinikstandorte zu haben, ist nicht falsch“, sagte Bläse. Und weiter: Das trage vielleicht fünf, sechs Jahre. Aber, das Jahr 2040 ins Auge gefasst: „Es hat keine Zukunft.“

Der Landrat nahm Stellung zum Brief von Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold und Mutlangens Bürgermeisterin Stephanie Eßwein, zur Unterschriftensammlung der Gmünder SPD für zwei starke Klinikstandorte und zur bevorstehenden Gründung eines Bündnisses Klinikerhalt. Für Arnold als Oberbürgermeister der Stadt ganz nah beim Stauferklinikum und für Eßwein als Bürgermeisterin des Standortes habe er großes Verständnis. Sie bekämen eine Antwort. Mit dieser lade er sie ein, sich konstruktiv in die Klinikdebatte einzubringen. Die Unterschriftensammlung der SPD kritisierte Bläse, weil sie „Unterschriften gegen eine Gesundheitsversorgung sammelt, deren Definition noch nicht abgeschlossen ist“. Auch wundere er sich über die Gründung eines Bündnisses „zu einem Zeitpunkt, zu dem noch nichts beschlossen ist“. Der Landrat betonte, dass weder der Kreistag noch er selbst ohne eine Beteiligung der Bürger über die Zukunft der Kliniklandschaft im Ostalbkreis entscheiden würden.

Bläse ist überzeugt davon, dass sein Vorschlag eines Regionalversorgers, zweier Gesundheitscampus und eines Gesundheitszentrums die Personalprobleme des Klinikums löst. Und er ist ebenso überzeugt, dass ein Regionalversorger betriebswirtschaftlich ohne Defizit geführt werden kann. Und er äußert sich zur Standortfrage. In diesem Zusammenhang machte er deutlich, dass es weh tue, wenn man ihm unterstelle, er tue etwas zum Schaden des Raumes Gmünd - nach 18 Jahren Bürgermeister.

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