Brand im früheren Löwen

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Während die Feuerwehr den Brand im früheren Wirtshaus zum Löwen löschte, war die Ortsdurchfahrt für den Verkehr gesperrt.
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97 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um das Mehrfamilienhaus zu löschen, in dem das Wirtshaus zum Löwen war. Nun suchen die Eigentümer eine Wohnung.

Schwäbisch Gmünd-Großdeinbach

Wo früher im Saal des Wirtshauses zum Löwen in Großdeinbach Feste gefeiert wurden, ist in der Nacht auf Donnerstag ein Feuer ausgebrochen. Die Bewohner des Mehrfamilienhauses in der Kleindeinbacher Straße wurden dank der Rauchmelder wach und informierten die Feuerwehr, berichtet der stellvertretende Großdeinbacher Kommandant Matthias Maier. Die vier Bewohner des Hauses verließen das Gebäude unverletzt.

Um 1.43 Uhr ging der Alarm bei der Feuerwehr ein. Wenige Minuten später waren Matthias Maier und seine Kameraden an der Brandstelle, die nur rund 150 Meter vom Feuerwehrhaus entfernt liegt. Die Flammen schlugen schon aus den Fenstern, aus dem Dach quoll Rauch, berichtet er. In dem alten Dachstuhl aus Holz hatte das Feuer leichtes Spiel, sagt Gmünds Gesamtkommandant Uwe Schubert, der kurze Zeit später vor Ort war.

97 Feuerwehrleute im Einsatz

Insgesamt waren in der Nacht 97 Feuerwehrleute mit zehn Fahrzeugen im Einsatz. Mit Hilfe von zwei Drehleitern löschten sie den Brand von außen und rücken unter Atemschutz auch ins Gebäude vor, um den Flammen Herr zu werden. Doch bald drohte im mittleren Teil des Fachwerkgebäudes Einsturzgefahr, so dass der Innenangriff zu gefährlich wurde. Um 7.30 Uhr war der Brand gelöscht. Fünf Feuerwehrleute der Deinbacher Wehr waren noch bis gegen 10.30 Uhr vor Ort, um mit der Wärmebildkamera zu kontrollieren, dass keine Glutnester mehr auflodern.

Es war kein einfacher Einsatz für die Feuerwehr: Die beengten Verhältnisse im dort dicht bebauten Gebiet machten ihnen zu schaffen. So mussten sie einen angrenzenden Gartenzaun abbauen, um an den Brand zu gelangen, erzählt Uwe Schubert. Auch angesichts der Fotovoltaikanlage auf dem Dach galt für die Einsatzkräfte besondere Vorsicht. Denn es drohte die Gefahr, dass Solarplatten herabstürzen.

Weder von der Fotovoltaikanlage noch vom Dach ist im mittleren Gebäudeteil noch etwas übrig. Den Gebäudekomplex Richtung Ortsdurchfahrt, in dem auch das Holzgestaltungsgeschäft Predan untergebracht ist, konnte die Feuerwehr vor den Flammen bewahren. Die zwei jungen Männer, die dort wohnen, sind bei Bekannten untergekommen, berichtet Ortsvorsteher Gerd Zischka. Die Stadt habe das Eigentümer-Paar, das im hinteren Teil des historischen Gebäudes lebt, vorerst in einem Hotel untergebracht und helfe nun bei der Suche nach einer Wohnung. Das Wirtshaus zum Löwen hatte seinen Betrieb bereits zum Jahresende aufgegeben, sagt Gerd Zischka. Wie es mit der Holzwerkstatt weitergehe, sei noch offen.

Neben Mitarbeitern der Stadtverwaltung waren in der Nacht vorsorglich zehn Kräfte der Schnelleinsatzgruppe (SEG) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und drei Mitarbeiter des Rettungsdienstes vor Ort. Zudem die Polizei mit mehreren Steifen, berichtet Polizeisprecher Holger Bienert. Während der Löscharbeiten und bis morgens um 7.50 Uhr sperrten sie die Kleindeinbacher Straße für den Verkehr.

Brandursache noch offen

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Das Feuer dürfte im mittleren Gebäudeteil ausgebrochen sein, wo im früheren Festsaal der Wirtschaft nun unter anderem die Holzwerkstatt eingerichtet ist. „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Brand vorsätzlich gelegt worden ist“, sagt Holger Bienert. Was den Brand ausgelöst habe, sei noch offen. Die Ermittlungen dazu dauern an. Die Höhe des Sachschadens schätzt die Polizei im sechsstelligen Bereich.

Wohnung gesucht: Das betroffene Paar sucht eine möblierte Zwei-Zimmer-Wohnung. Wer eine solche anbieten kann, meldet sich beim Bezirksamt Großdeinbach, Telefon (07171) 72851.

Insgesamt 97 Feuerwehrleute löschen in der Nacht auf Donnerstag das in Vollbrand stehende Mehrfamilienhaus in der Kleindeinbacher Straße in Großdeinbach.

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