Cowboys, Indianer und eine begehrte Goldmine

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Beim Ziegerhoffest wurde klar, dass sich die 40 Kinder den Spaß von den Corona-Maßnahmen nicht verderben ließen.
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Die Ziegerhof-Freizeit wurde für 40 Sprösslinge aus der Kirchengemeinde St. Maria zum Leben im Wilden Westen in der Stadt „ZiegerTown“.

Schwäbisch Gmünd-Reitprechts

Die Anspannung war den 40 Sprösslingen am Donnerstag anzumerken. Um 13 Uhr würde das große Fest starten. Hatte man tatsächlich alle Vorbereitungen getroffen? Lag das Kostüm bereit? Saß der Text für das Theaterstück? Hatte man alle Schritte für den Tanz im Kopf? Und wer den 15 Betreuerinnen und Betreuern bange Blicke zuwarf, erhielt ein aufmunterndes Augenzwinkern oder einen hochgehaltenen Daumen. Schließlich ging es los - das große fest auf dem Ziegerhof. In diesem Jahr besonderen Umständen: Waren doch aufgrund der Corona-Auflagen keine Eltern und keine Großeltern sowie Vertreter des öffentlichen Lebens zugelassen.

Dennoch gab es das Fest. Von den Kindern für die Kinder. Man applaudierte sich einfach selbst und hatte viel Spaß. Um was es in diesem Jahr ging, nachdem die Ziegerhof-Freizeit 2020 ausfallen musste? Alles drehte sich um eine Goldmine, eine Entführung, mutige Cowboys und wilde Indianer sowie den schurkischen Bürgermeister Bernstein und den Sheriff Sam, der ohne seine beiden Assistentinnen Flora und „kleiner Falke“ gänzlich hilflos gewesen wäre. Eingebettet ins Kolosseum auf dem Ziegerhof, gab es tolle Szenen. Der Ziegerhof wurde da zur „ZiegerTown“, ein Haus wurde in stundenlanger Vorbereitung in eine Goldmine verwandelt. Inklusive toller Spezialeffekte wie etwa Wasser oder Nebel und einer fahrt in der Lore a la Indiana Jones. Nur eben auf einer Leinwand. Vieles hatte sich das Betreuerteam um Martina und Daniel Grimm für die Kinderschar aus der Gemeinde St. Maria einfallen lassen. Keine Mühe wurde da gescheut.

Präsenz-Betrieb dank Verordnung

Lange war unklar, ob es wegen der Hygieneauflagen überhaupt in diesem Jahr eine Ziegerhof-Freizeit in Präsenz geben konnte. Die im vergangenen Jahr war bereits digital angeboten worden, wie Martina Grimm erinnerte. Doch Mitte Juni stand es fest. „Wir machen es!“, beschrieb Pauline Grimm. Möglich, da sich die Kinder- und Jugendarbeits-Verordnung geändert hatte, wie Robin Kucher beschrieb. Das bedeutete, dass man in Gruppen mit maximal 30 Kindern, unter mehrfachen Testungen in der Woche, doch in Präsenz agieren konnte. Ursprünglich hatte das Betreuerteam ein Angebot am Vormittag im katholischen Gemeindehaus anvisiert. Doch dann entschloss man sich doch für das großzügige Gelände auf dem Friedhof. „Hier hat es den Wald, die Freiflächen, den Sportplatz“, zählte Robin Kucher auf.

So erlebten die Kinder seit Anfang vergangener Woche abwechslungsreiche und spannende Zeiten auf dem Ziegerhof bei Reitprechts. Allerdings nur mit 40 Schützlingen. In einem normalen Jahr liegt die Teilnehmerzahl der sechs bis zwölfjährigen Jungs und Mädels zwischen 120 und 150 Kindern. Dass es dieses Mal eine so überschaubare Gruppe gab, ist auf die Pandemie zurückzuführen.

Pauline Glaniar berichtete von Eltern, die nach der Freizeit in Urlaub fahren wollten. Und im Fall eines positiven Tests beim Sprössling wäre der Familienurlaub ins Wasser gefallen. Andere hatten bereits den Urlaub gebucht als klar war, dass es doch eine Präsenz-Freizeit auf dem Ziegerhof geben wird. „Denen war es einfach zu kurzfristig“, hat die Betreuergruppe Verständnis. Auf der anderen Seite gibt’s aber auch Dankesschreiben von Eltern, dass die Freizeit überhaupt auf dem Ziegerhof angeboten wird. „Denn einige Eltern haben einfach nicht mehr so viele Urlaubstage und sind froh, dass ihre Kinder hier eine tolle Zeit erleben“, freut sich Martina Grimm über die positiven Rückmeldungen. Und eines war am Donnerstag beim Blick in die Gesichter der Kinder überdeutlich: Sie waren einfach glücklich und hatten ihren Spaß. Auch ohne großes Publikum und trotz des Regens.

"Einige Eltern haben einfach nicht mehr so viele Urlaubstage.“

Martina Grimm, Betreuerin

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