Das Hospiz mit zwei Wartelisten

+
Neu im Leitungsteam des Gmünder Klosterhospizes ist Magdalene Goldbach (Mitte). Mit ihr auf dem Foto (v.l.) Geschäftsführer Manfred Weltzel, Pflegedienstleiterin Daniela Kley, Dorothea Arnold (zuständig für Ehrenamtliche), Schwester Benedicta Ewald (Stiftungsvorstand).
  • schließen

Das Gmünder Klosterhospiz hat eine neue Chefin: Magdalena Goldbach aus Esslingen hat am 1. August die Leitung übernommen.

Schwäbisch Gmünd. Eine Wissenschaftlerin leitet nun das Gmünder Hospiz: Magdalena Goldbach kommt von der Hochschule Esslingen, an der sie neben ihrer Dreiviertelstelle in Gmünd weiterhin an ihrer Promotion arbeiten wird. Doch die studierte Pflegepädagogin und Pflegewissenschaftlerin ist keine Theoretikerin: Zweieinhalb Jahre hat die 29-Jährige selbst in der Pflege gearbeitet.

„Damit ist das Hospiz vollständig“, sagt Kloster-Geschäftsführer Manfred Welzel. Goldbachs Vorgänger Manfred Kurz, Theologe und Sozialpädagoge, hat das Hospiz bereits verlassen. „es hat einfach nicht gepasst“, sagt Welzel zu den Gründen für die schnelle Trennung. „Sein Herz hängt am Sozialdienst.“ In einer Interimszeit hatten die Stiftungsvorstände Schwester Benedicta Ewald und Manfred Welzel das Hospiz geleitet.

In Magdalena Goldbach sieht Manfred Welzel eine sehr gute Ergänzung zur Pflegedienstleiterin Daniela Kley als Praktikerin. Goldbach soll für die Ausrichtung und Weiterentwicklung des Hospizes sorgen. Was sie in Gmünds vorgefunden hat, hat die Esslingerin offenbar überzeugt. „ich bin sehr beeindruckt, was hier in der knappen Zeit schon entwickelt werden konnte.“

Zehn Monate nach der Eröffnung hat sich das Gmünder Hospiz etabliert, es ist angekommen im Bewusstsein der Bevölkerung und bei den Bediensteten in den Krankenhäusern, so sieht das Pflegedienstleiterin Daniela Kley. Das zeigen auch die Zahlen: „Unsere acht Betten sind fast immer belegt.“ Wenn ein Zimmer frei wird, ist fast immer schon jemand da, der gern aufgenommen werden will. Manchmal müssen auch Bewerber ganz abgelehnt werden, berichtet Kley.

Das Hospiz hat - ungewöhnlich für eine Pflegeeinrichtung – noch eine zweite Warteliste: Es gibt einen Überhang an Stellenbewerbern. „Wir haben tatsächlich eine Warteliste beim Personal“, erzählt Daniela Kley. Der Grund liegt auf der Hand: der häufig belastende Zeitdruck ist in der Betreuung Schwerstkranker im Hospiz nicht so vorhanden wie in anderen Pflegeeinrichtungen. „Wir haben wirklich mehr Zeit“, sagt die Pflegedienstleiterin, das gebe den Menschen „eine große Zufriedenheit“.

Ein Grund dafür, dass für die einzelnen Patienten mehr Zeit da ist, sind auch die freiwilligen Helfer aus der Bevölkerung. Im Herbst wird bereits eine dritte Gruppe an Ehrenamtlichen ausgebildet, insgesamt werden dann rund 30 solcher Helferinnen und Helfer im Hospiz mitarbeiten; nicht in der Pflege selbst, aber bei vielen betreuenden Tätigkeiten im Hospiz-Alltag. Manfred Welzel: „Es gibt kein Hospiz ohne Ehrenamtliche, das ist eine Säule des Hauses.“

Das Gmünder Klosterhospiz 

Das Klosterhospiz ist am 1. September 2021 eröffnet worden, es ist eines von insgesamt 37 solchen Einrichtungen in Baden-Württemberg. In Gmünd gibt es acht Plätze für Schwerkranke, die die Zeit bis zu ihrem Tod hier mit möglichst viel Lebensqualität verbringen sollen. Die durchschnittliche Verweildauer der Gäste, wie die zu Pflegenden hier genannt werden, liegt bei 21 Tagen. Das Klosterhospiz ist eine Einrichtung der Agnes-Phlippine-Walter-Stiftung, die 2007 gegründet worden ist.

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

Kommentare