Das Leben einer Vinzentinerin

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Die Ausstellung „Von Augenblick zu Augenblick“ in St. Anna gibt nun Einblicke in ihren Alltag.
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Ordensschwestern wie die Vinzentinerinnen leisten nicht nur Dienst an Menschen. Die Ausstellung „Von Augenblick zu Augenblick“ in St. Anna gibt nun Einblicke in ihren Alltag. 

Schwäbisch Gmünd

Das Zeichen der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul gehört in den Gmünder Alltag. Die Ausstellung „Von Augenblick zu Augenblick“ im Seniorenzentrum St. Anna zeigt nun das vielfältige Engagement der Schwestern in Fotos und Texte. Auf die Eröffnung wurde musikalisch von Walter Johannes Beck, Klavier, und Michaela Trapp-Barth, Querflöte, mit Johann Sebastian Bachs Flötensonate Es-Dur, dem Ave Maria von Bach/Gounod und Brahms Walzer A-Dur eingestimmt.

Gemäß ihrem Motto „Gehe mutig von Augenblick zu Augenblick auf dem Weg, auf den Gott dich gestellt hat, um zu ihm zu gelangen.“, haben die Schwestern ihren Wirkungskreis erweitert. Sie arbeiten nicht nur in Deutschland, sondern auch in Tansania und Äthiopien.

Ein Zitat, das heute noch passt

Es begann 1858 mit vier Vinzentinerinnen aus Straßburg. Sie kamen nach Schwäbisch Gmünd, um das Gesundheitswesen zu stärken und zu erweitern, wie Schwester Katharina-Maria in ihrer Einführung bei der Vernissage erläuterte.

Die Begründer der Bewegung „hätten nicht unterschiedlicher sein können“, schreibt Luise von Marillac. Sie, eine Frau aus adligem Haus, die keinen leichten Lebensweg hatte, aber deshalb zur Kämpferin wurde. Vinzenz, ein Priester aus einer armen Bauernfamilie, dazu Visionär und Gründer. So zu lesen in der umfassend informierenden Begleitbroschüre zur Ausstellung. Aber gerade diese Unterschiedlichkeit mache es aus, heißt es weiter: Vielfalt.

„Das Zitat von Gründerin Luise von Marillac passt auch in unsere Zeit“, so Schwester Katharina-Maria. Als 1960 ein Bischof aus Tansania an das Mutterhaus in Untermarchtal anfragte, machten sich vier Schwestern nach Tansania auf. Sie arbeiten als Hebammen und im Erziehungsbereich. Heute hat die Gemeinschaft 250 tansanische Schwestern, die als Hebammen, Krankenschwestern und Ärztinnen das tansanische Gesundheitssystem stützen und verbessern. „Wir haben die materielle und spirituelle Not im Blick!“, so die Vinzentinerin. Man wolle den Menschen vor Ort nicht etwas überstülpen, sondern die Menschen befähigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

In Tansania entsteht ein Großprojekt, das Hospital Kihaha. Ein großer Schritt zur Verbesserung der medizinischen Versorgung auf dem Land. In Äthiopien ist die Vinzentiner-Gemeinschaft noch sehr jung. Aber auch hier versuchen sie, als Hebammen und Krankenschwestern nach und nach ein Standbein im Gesundheitswesen aufzubauen,

Gemeinschaft und Humor

Haus-, Landwirtschaft, und Handwerk sind zusätzliche Bereiche, in denen die Schwestern in Afrika arbeiten und ausbilden. Dafür bringen sie die beste Voraussetzung mit: „Offen für Neues zu sein, Entwicklung zulassen im Vertrauen darauf, dass Gott mitgeht!“, so Schwester Katharina-Maria.

Die Ausstellung zeigt, dass Gemeinschaft und Humor zum Vinzentinerinnen-Alltag gehören. „Gemeinschaft“, zitiert Schwester Katharina -Maria die Gründerin Luise von Marillac, „hat ihre herausfordernden Momente!“ Das war bei der Gründung Mitte des 17. Jahrhunderts so und ist es heute noch. Es müsse geübt werden, denn man lebe mit Menschen, die man sich nicht ausgesucht hat, aber ähnliche Ideen und Wertvorstellungen. Die Ausstellung besticht in ihrer Schlichtheit mit aussagestarken Fotos und Texten.

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