Das neue Klosterhospiz ist in einer spannenden Phase

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Das Gelände am Berg gilt es zu begradigen, damit Stellplätze entstehen können. 
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Derzeit laufen die Bewerbungsgespräche für die Mitarbeiter im Hospiz. Die Bauarbeiten sind im Plan: Ende Juli soll der Neubau eröffnen.

Schwäbisch Gmünd

Das neue Klosterhospiz durchläuft gerade eine spannende Phase: auf der Baustelle, wo vieles in den letzten Zügen ist, aber auch an der Bewerberfront. Denn momentan laufen die Vorstellungsgespräche, berichtet Schwester Benedicta Ewald von den Franziskanerinnen. Pflegekräfte haben sich bereits vorgestellt, genauso Bewerber für die Leitung des Hospizes, in dem Menschen die letzte Zeit ihres Lebens verbringen werden.

Begleitet werden sie auch von einigen Ehrenamtlichen. Der erste Kurs zu deren Vorbereitung läuft. Elf Freiwillige nehmen daran teil. Für den zweiten Kurs haben sich bisher knapp 20 Interessierte gemeldet. Wann dieser startet, sei noch offen. Insgesamt werde es um die 30 bis 40 Ehrenamtliche brauchen, um diese im Hospiz entsprechend ihren Fähigkeiten und Wünschen einteilen zu können, sagt Schwester Benedicta Ewald.

Geplante Eröffnung Ende Juli

Ende Juli sollen die ersten Gäste in den Neubau am Kloster in der Bergstraße einziehen können. Bis Ende Juni sollen die Baufirmen fertig sein, so dass ein Monat Zeit bleibt für die Inneneinrichtung, sagt Manfred Welzel, Geschäftsführer des Klosters der Franziskanerinnen. Dazu zählen unter anderem die Betten, die auch auf die Terrassen der acht Zimmer gefahren werden können, die Sofas, auf denen Angehörige übernachten können, genau wie der große Esstisch und das weitere Mobiliar im Gemeinschaftsraum. Für dessen Ausstattung war die Weihnachtsaktion der Gmünder Tagespost 2020 bestimmt.

Ziel der Klostergemeinschaft war es, über Spenden insgesamt gut 400 000 Euro Eigenmittel für die Ausstattung des Hospizes zu finanzieren. Rund 300 000 Euro seien nun zusammen, berichtet Manfred Welzel. Den Großteil der Gesamtkosten über 4,5 Millionen Euro für den Neubau bezahlen die Krankenkassen. Stand jetzt seien die Ausgaben im Plan. Hinzu kommen allerdings noch die Kosten für die Arbeiten im Außengelände.

Fußweg ab Ende Juni wieder frei

Dort modellieren Arbeiter des Garten- und Landschaftsbaubetriebs derzeit das Gelände am Hang, so dass dort Stellplätze und die neue Zufahrt fürs Hospiz entstehen können. Diese wird über die Schapplachhalde führen. Wegen der Arbeiten dort sei auch der Fußweg zwischen der Klepperletrasse und der Bergstraße über das Klostergelände noch bis voraussichtlich Ende Juni gesperrt. Danach gibt die Klostergemeinschaft ihn gerne wieder für Spaziergänger frei, kündigt der Kloster-Geschäftsführer an.

Die Handwerker, die zur Baustelle fahren müssen, sehen zu, dass sie den Garten- und Landschaftsbauern nicht in die Quere kommen. Einige der insgesamt 30 am Bau beteiligten Firmen sind momentan im Gebäude zugange. Heizungsbauer etwa sind dabei, die Wärmepumpe zu installieren. Gipser und Maler versehen die Wände der Zimmer mit Strukturputz, bevor sie diese streichen. Und der Fensterbauer setzt gerade die Scheiben im Raumteiler am Empfangsraum ein. In zwei bis drei Wochen kommen der Parkettboden und die Holzverkleidung, danach der Küchenblock im Gemeinschaftsraum, sagt Manfred Welzel: Der Architekt sei zuversichtlich, dass alles rechtzeitig fertig wird.

Wer Interesse hat, sich zur ehrenamtlichen Hospiz-Begleiterin oder zum Hospiz-Begleiter ausbilden zu lassen, kann sich unter der Telefonnummer (07171) 921 99933 im Kloster der Franziskanerinnen in der Bergstraße 20 melden.

Spenden gehen auf das Konto des Klosterhospizes IBAN DE94 6145 0050 1001 1333 53 bei der Kreissparkasse Ostalb.

Mehr Bilder von der Baustelle gibt es auf www.tagespost.de.

Das Klosterhospiz in Zahlen

8 Zimmer entstehen in dem neuen Hospiz beim Kloster der Franziskanerinnen in der Bergstraße 20. Dort werden Menschen aufgenommen, deren Krankheiten nicht mehr behandelt, mit Medikamenten nur noch Schmerzen gelindert werden.

960 QuadratmeterGrundfläche hat das Hospiz – inklusive Verwaltungstrakt, in dem auch Räume für Trauergruppen entstehen.

4,5 Millionen Euro soll der Bau des Klosterhospizes insgesamt kosten. 95 Prozent der Investitionen tragen die Krankenkassen, den Rest der Betreiber. Wobei die Klostergemeinschaft mit etwas mehr Eigenanteil rechnet – mit gut 400 000 Euro, weil in der Einrichtung manches großzügiger bemessen sein wird, als der Gesetzgeber es vorsieht.

1,3 Millionen Euro Betriebskosten sind pro Jahr für die Einrichtung vorgesehen, die für die Gäste kostenlos ist. Die Hauptlast der laufenden Kosten tragen die Krankenkassen. Die Klostergemeinschaft geht von 120 000 Euro Eigenanteil pro Jahr aus. Auch dafür benötigt sie Spenden. jul

Das Gelände am Berg gilt es zu begradigen, damit Stellplätze entstehen können.

Dort, wo Schwester Benedicta Ewald und Manfred Welzel stehen, legen die Gartenbauer demnächst Terrassen für jedes der acht Zimmer an.
Die Wände sind verputzt, in zwei bis drei Wochen kommen der Parkettboden und die Holzverkleidung.

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