Gmünder „Mobilitätssäulen“ und ihr Nutzen

Das Zeitalter von Litfaß ist vorbei

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Bernd Müller
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Gmünder „Mobilitätssäulen“ und ihr Nutzen.

Diese Suche ist eine harte Nuss: Wo sind die Menschen, die in Gmünd eine so genannte Mobilitätssäule nutzen? Wer neben einer der Säulen nach Nutzern sucht, erntet fragende Blicke, Schulterzucken und Sätze wie „Wusste ich nicht...“ oder „Wer braucht so was?“


Es ist, zugegeben, keine repräsentative Umfrage mit einigen hundert Befragten, aber die Tendenz ist eindeutig. Es reicht ja auch, nur genau hinzuschauen: Auf der glänzenden Edelstahl-Bodenplatte der Säule vor dem Gmünder Freibad sind Pfeile eingraviert. Hinter einem steht: „9 Meter Bus“; am nächsten Pfeil: „13 Meter  Radabstellanlage“.


Ist das echt ernst gemeint? Für diese „Information“ hat ein Stahlbauer seine Maschinen angeworfen, ein Bauarbeiter ein Loch ausgehoben? Und jemand Geld ausgegeben? Die Pilotprojekt-Orte wie Schwäbisch Gmünd haben die Säulen vom Land gesponsert bekommen. Es ist wie beim Kosmetik-Pröble im Drogerie-Geschäft, das man später doch nicht brauchen kann: Aber man steckt's halt ein, ist ja ein geschenkter Gaul. Der in diesem Fall aber Steuerzahlers Geld gekostet hat.

Im vordigitalen Zeitalter , als Litfaßsäulen noch Info-Hotspots waren, hätte die Idee vielleicht funktioniert. Aber jetzt? Wo's Menschen gibt, die eher selten vom Smartphone aufschauen? Wenn da eine gute Mobilitäts-App drauf wäre, die einem richtig was bringt...


Es ist eine komplexe Aufgabe , gute digitale Angebote zu schaffen und Leute auf neue Ideen und Verkehrsmittel zu bringen. Aber unter komplexe Pseudo-Lösungen wie diese Säulen werden die Mobilitätswende kaum voranbringen.   

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