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Dasd isst ha das wihtixste

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Bernd Müller über das richtige Schreiben im valschen

Tolles Teil, unser Gehirn. Es weiß sogar Sachen, die es eigentlich nicht weiß. Weil es mitdenkt, einfach so. In der Schule hat das fast jeder erlebt: Die Lehrerin stellt eine Frage, doch kurz davor hat man, äh, ausnahmsweise, nicht perfekt zugehört. Erfahrene Schüler ahnen trotzdem, wohin eine passable Antwort gehen könnte, dank des hilfsbereiten Gehirns: Es kann Lücken schließen. Sprachwissenschaftler sprechen gar vom "Heilen". So was macht das Denkorgan etwa bei einem Satz wie "Die Kuh wird im gefüttert". Und schlägt spontan den Stall vor. Das Lückenfüllen soll dem Gehirn, wie Training dem Sportler, sogar guttun. Mal ausprobieren? "Veronika, Veronika – Veronika, der …. ist da". Solche Texte gibt's tatsächlich, fürs gelegentliche Senioren-Gehirnjogging. Vorgesorgt ist sogar fürs Leben mit digitalen Heranwachsenden, die ja heutzutage schöne Bewegtbilder deutlich bedeutsamer finden als wohlgeformte Buchstabengebilde. Rechtschreibung? Ist doch dieses merkwürdige Hobby der alten Leute, und der Lehrer. Im richtigen Leben – auf dem Handy also – geht's um Wesentlicheres. Dass allen klar ist, wo's hingeht, beim Ausflug nach batmerkentheim. Kommunikation ist zum Funktionieren da. Den dasd isst ha das wihtixste …

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