Große Schätze in kleinen Garagen

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Leckeres vom Liederkranz
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Degenfelder lassen sich am Sonntag vom Wetter nicht scheu machen und ziehen ihren zweiten Garagenflohmarkt durch. Was es dabei zu entdecken gab.

Schwäbisch Gmünd-Degenfeld

Dekoriert mit bunten Luftballons präsentierte sich am Sonntag Degenfeld, Gmünds kleinster Ortsteil. Was an einen Kindergeburtstag denken ließ, hatte einen ganz anderen Grund. Von den rund 200 Haushalten des Ortes hatten sich 17 zum zweiten Garagenflohmarkt im Flecken angemeldet. Die Idee stamme von einer „reingeschmeckten“ Mitbürgerin, schmunzelt Ortsvorsteher Hans-Peter Wanasek, eine Idee, die im Ort gerne aufgegriffen wurde.

Im Oktober, beim ersten „Probelauf“, hatten sich acht Degenfelder Garagen in Verkaufsbuden verwandelt, knapp das Doppelte konnte am Sonntag gezählt werden und man kam damit dem Gedanken, den Garagenflohmarkt „langsam wachsen zu lassen“, einen großen Schritt näher.

Da wurde in der vergangenen Woche ordentlich aufgeräumt, zwei Tage waren Gerlinde und Hans-Peter Wanasek damit beschäftigt, große und kleine Schätze zusammen zu tragen und in ihrer Garage und dem Carport adrett zu drapieren. Eine Bohrmaschine wartete neben einem Puppenwagen und Kinderspielzeug auf neue Besitzer. Sogar eine staatliche Anzahl von Faschingsabzeichen der Gmender Fasnet bot das Ehepaar an. Juli und Mama Susi Miller hatten sich das Buswartehäuschen an der Dorfmitte wohnlich eingerichtet. Denn: „Bis zur Mulde, wo wir wohnen, kommt heute bestimmt niemand“ lacht das Mutter-Tochter-Gespann. Auf den Sitzbänken warteten selbstgefertigte Schlüsselanhänger und Lesezeichen aus Kunstharz neben Bananenkisten mit Büchern auf neue Nutzer. Dorothea Feuerle aus der Winterhalde hatte beschlossen, sich von ihren zauberhaften Sammeltassen zu trennen.

Dem schlechten Wetter zum Trotz wurde in der heimischen Garage von Gatte Michael ein wärmender Kanonenofen aufgebaut. Immer wieder nutzten Besucher, mit bunten Regenschirmen bewaffnet, den Rundparcours durch Degenfeld, um zu schauen, kaufen oder einen Plausch zu halten. Eine kleine Bewirtungsstelle wurde bereits im Oktober etwas vermisst, der Liederkranz sorgte am Sonntag für feine Rote vom Grill und hausgebackenen Kuchen. Allerdings ging mehr als „to go“ über den Verkaufstresen, war vom Liederkranz zu hören. Der Grund war das etwas „mangelhafte“ Wetter.

Den Ausstellern in ihren Garagen machte das nicht allzu viel aus. „Wir Degenfelder halten etwas mehr aus als die Reststadt“, erklärt Wanasek mit etwas Schalk in den Augen und ergänzt: „Zudem sind wir näher an der Sonne.“ Die Bewirtung durch den Liederkranz freute Wanasek, die Vereine hatten es in den vergangenen zwei Jahren schwer genug. „Die Vereine, Feuerwehr und Rotes Kreuz sind das Rückgrat und Herz einer Gemeinde.“

Die Degenfelder Vereine planen bereits für den Sommer, wenn der Skiclub sein 100-jähriges Bestehen feiert. Auch der Freizeitclub sieht seinem 50. Bestehen entgegen. Das ist ein loser Verbund von Degenfeldern, die gemeinsam ihre Freizeit mit Kegeln, Wandern, Grillen und mehr verbringen, meint der Ortsvorsteher. Alle Veranstaltungen finden auf jeden Fall statt, meint Wanasek, daran ändere auch die geplante Vollsperrung zur Sanierung der Straße zwischen Weiler und Degenfeld nichts.

Wie Degenfelder halten etwas mehr aus als die Reststadt.“

Hans-Peter Wanasek,, Ortsvorsteher
Bei Feuerles
Beim Ortsvorsteher Wanasek 2. v.l mit Frau Gerlinde . v.l
Bei Millers im Wartehäuschen

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