Guten Morgen:

Den Tick zu langsam

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Anja Müller über den Versuch, den Kindern digital hinterherzukommen

Es ist eines der unrühmlichen Kapitel im Elterndasein, die Kontrolle über den Medienkonsum der Kinder. Analog fangen die Maßnahmen an, indem die Kinder zu bestimmten Zeiten ihre Mobilgeräte abliefern müssen. Setzt voraus, dass die Eltern ihre Vorsätze und die Uhr im Kopf haben. Und die anklagenden Blicke ihrer Kinder aushalten. Einen Level höher spielen jene Mütter und Väter, die den Verlockungen von Tik Tok, Instagram und Co digital einen Riegel vorschieben können - mittels App, die für die Kinder genehmigte Online-Zeiten und Medien steuern soll. Mit teenagerseits strafenden Blicken ist es nun nicht mehr getan. Von Spionage und Verstößen gegen die Menschenrechte ist jetzt die Rede. Solange, bis plötzlich Ruhe herrscht. Nicht, weil die Jungen die Beschränkungen akzeptieren. Sondern weil sie digital einfach immer einen Schritt voraus sind und das System umgehen können. Oder den Spieß umdrehen. „Du spielst gerade, gell“, sagt die Tochter. Weil: Ihre Kopfhörer sind zufällig im mütterlichen Gerät eingeloggt. „Ich höre ständig das Dideldimdideldum von deinem Onlinespiel.“

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