Bundestagswahl im Wahlkreis Schwäbisch Gmünd-Backnang

Der Kandidaten-Check: Andreas Wörner (AfD)

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Andreas Wörner

Die Gmünder Tagespost bietet einen Kandidatinnen- und Kandidatencheck zu entscheidenden Themen und stellt die wichtigsten Bewerberinnen und Bewerber aus der Region vor. Hier: Andreas Wörner.

Das bin ich privat: Ein ganz normaler Bürger, der jeden Tag arbeitet und Steuern zahlt. Ich engagiere mich politisch, weil ich dem Niedergang unseres Landes nicht tatenlos zusehen will.

Das kann ich gut: Bedingt durch meine Berufserfahrung Probleme analysieren, die wahren Ursachen finden, Lösungen entwickeln und rasch umsetzen. Ich bin ein guter Zuhörer und empathisch

Daran messe ich meinen Erfolg: Gesteckte Ziele zu erreichen auch wenn es manchmal schwerfällt. Der Plan muss flexibel auf dem Weg geändert werden.

Entweder – oder:

Wein oder Bier? Morgens Kaffee, tagsüber Wasser und Apfelsaft von meinen Streuobstwiesen.

Bahn oder Auto? Auf dem Land ist das Auto dominierend. Es gibt mir die notwendige Freiheit und Flexibilität meine Ziele schnell zu erreichen. Auf längeren Strecken die Bahn, da man dabei arbeiten kann.

Pop oder Klassik? Beides. Ich bin auf keine Richtung eingefahren. Je nach Stimmung auch mal AC/DC.

VfB Stuttgart oder Bayern München? Weder noch. Die Ergebnisse nehme ich zur Kenntnis.

Klima

Wie wollen Sie das Ziel "Klimaneutralität" erreichen?

Das Ziel Klimaneutralität ist sehr anspruchsvoll. Es verlangt Anstrengungen auf allen Gebieten. Dabei soll nicht jegliche Emission vermieden werden. Sie können kompensiert werden z. B. durch Aufforstung oder CO2-Rückgewinnung aus der Luft. Technologieoffenheit ist gefragt, um die besten und wirtschaftlichsten Lösungen entwickeln zu können. Da Energie durch die Politik mit Steuern extrem verteuert wird werden die Menschen gezwungen sein, Energie einzusparen wo es nur geht.

Wie schaffen wir es im ländlichen Raum, trotzdem mobil zu bleiben?

Wir werden neue Mobilitätskonzepte entwickeln müssen, die den ländlichen Raum erschließen. Er darf nicht weiter benachteiligt und abgehängt werden. Der ÖPNV muss attraktiv werden was die Frequenz und die Verfügbarkeit anbelangt. Im ländlichen Raum wird das Auto auf absehbare Zeit nicht zu ersetzen sein. Mit Verwendung von E-Fuels wäre der komplette Autoverkehr schlagartig klimaneutral. Dies wird aber politisch blockiert und nicht zugelassen um einseitig die Elektromobilität zu fördern.

Geld, Rente, Steuern

Wie lange werde ich arbeiten müssen, sodass meine Rente reicht?

Sie werden länger arbeiten müssen als Sie glauben. Diese Frage muss individuell betrachtet werden da abhängig von Einkommenshöhe, Familienstand, individuellen Ansprüchen usw. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen wird sich die Finanzsituation der Rente verschärfen und die Regierung muss massiv Steuermittel zuschießen. Die Rentenhöhe von 48% ist eine der niedrigsten in Europa und weiter sinkend. Die Besteuerung der Rente muss ersatzlos gestrichen werden.

Wo setzen Sie den Mindestlohn an – und warum?

Der Mindestlohn wird festgelegt durch eine Kommission, die durch Arbeitgeber und Gewerkschaften besetzt ist. Grundsätzlich muss der Lohn zum Leben reichen. Wer Mindestlohn erhält muss steuerbefreit sein, um besser über die Runden zu kommen.

Corona

Wenn es nach Ihnen geht: Gibt es eine Impfpflicht für alle?

Grundgesetz Artikel 2 garantiert die körperliche Unversehrtheit. Dies schließt die Wahl ein sich impfen zu lassen oder nicht. Der Impfstoff hat nur eine Notzulassung, ist also nicht ausreichend getestet. Umso wichtiger ist, dass jeder für sich selbst frei entscheiden kann. Es gibt auch medizinische Indikationen, die eine Impfung ausschließen. Es darf keine Zweiklassengesellschaft geben mit privilegierten Geimpften und diskriminierten Ungeimpften.

Wie kann man es schaffen, dass Kinder und Jugendliche in die Kita oder die Schule können?

Flächendeckende Tests sind notwendig, um Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrechen zu können. Lollitests sind ein probates Mittel und von Kindern leicht anzuwenden. Der Test muss morgens vor der Kita oder Schule durchgeführt werden. Kranke Kinder werden frühzeitig entdeckt und die Kette unterbrochen. In einem rollierenden System sollte jeweils die Hälfte einer Klasse von zuhause aus dem Unterricht folgen. Damit wird mehr Abstand zwischen den Schülern möglich.

Familien, Wohnen, Soziales

Wie schaffen wir es, neuen Wohnraum zu schaffen, ohne noch mehr Fläche zu versiegeln?

Um so wenig wie möglich Flächen zu versiegeln ist es notwendig, die Innenverdichtung intensiv anzugehen. In den Innenstädten müssen freie Flächen dem Wohnungsbau erschlossen werden. Hier müssen dann auch Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Um der Wohnungsnot Herr zu werden müssen trotzdem neue Wohngebiete ausgewiesen werden. Nur mit mehr Angebot lässt sich der enorme Anstieg der Mieten reduzieren.

Wenn es nach Ihnen geht: Soll es ein Recht auf Homeoffice geben?

Recht auf Homeoffice sollte es meiner Meinung nach nicht geben. Der Gesetzgeber muss Rahmenbedingungen schaffen für Arbeitsplätze zuhause. Die Arbeitgeber erkennen von sich aus das Einsparpotential. So planen manche Arbeitgeber nur noch für 80 Prozent der Mitarbeiter Büroplätze einzurichten. Die Mitarbeiter wechseln sich rollierend mit Homeoffice und Betrieb ab. Damit haben Mitarbeiter und Betrieb Vorteile und sind flexibler.

Digitalisierung, Breitband

Internetversorgung und Mobilfunknetz sind auf dem Land katastrophal: Wie schaffen wir es, dass wir in zwei Jahren keine weißen Flecken mehr haben im Ostalbkreis?

Kommunikation in jeder Form ist ein Grundrecht. Dies muss vom Staat sichergestellt werden. Wo der Markt kein entsprechendes Angebot macht muss der Staat einspringen und die Lücken schließen. Besonders in ländlichen Gegenden lohnt es sich nicht für Firmen flächendeckende Versorgung anzubieten. Hier ist eine verstärkte Förderung und Umsetzung durch den Staat notwendig.

Bei der Digitalisierung von Gesundheitswesen, Ämtern und Behörden wird oft der Datenschutz genannt, warum’s nicht geht: Was ist wichtiger Datenschutz oder Digitalisierung?

Datenschutz und Digitalisierung sind gleichberechtigt zu entwickeln. Behörden und Krankenkassen speichern hochsensible Daten. Ich möchte nicht, dass meine Krankenakte oder Steuererklärung im Internet auftaucht und jeder sie einsehen kann. Hier müssen Schutzmechanismen greifen, um die Daten zu schützen. Es gibt andere Länder, die uns in der Digitalisierung weit voraus sind und die wirksame Schutzmechanismen haben. Davon können wir lernen und dann beschleunigt umsetzen.

Wirtschaft

Wie gelingt die Transformation in die neue Arbeitswelt?

Ein wesentlicher Punkt bei jeder Änderung ist Bildung. Neue Techniken werden besser akzeptiert je mehr man darüber weiß. Wir brauchen niederschwellige Angebote in der Erwachsenenbildung. Diese müssen für alle Mitarbeiter geeignet sein. Je vielfältiger die Angebote sind umso mehr werden sie angenommen. Als rohstoffarmes Land sind wir auf gut ausgebildete Mitarbeiter angewiesen. Wir können es uns nicht leisten, ältere Mitarbeiter mit ihrem Erfahrungsschatz aus der Arbeitswelt auszusortieren.

Was werden Sie für das stark von der Automobilindustrie abhängige Schwäbisch Gmünd tun?

Es gibt einen starken Wandel in der Industrie im Kreis. Die Automobilindustrie wandert ab. Viele gut bezahlte Arbeitsplätze gehen verloren. Es gilt andere Industrien anzusiedeln, die neue Arbeitsplätze schaffen. Das ist eine echte Herausforderung, da viele Städte um Firmen konkurrieren. Die Rahmenbedingungen müssen attraktiv sein damit sich Firmen im Kreis ansiedeln. Die Infrastruktur mit Straßen, Daten, Bildung ist auszubauen und mit staatlicher Förderung zu stärken.

Direkt zu den Kandidatinnen und Kandidaten

Dr. Inge Gräßle (CDU)

Tim-Luka Schwab (SPD)

Ricarda Lang (Grüne)

David-Sebastian Hamm (FDP)

Dr. Annette Keles (Linke)

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