Bundestagswahl im Wahlkreis Schwäbisch Gmünd-Backnang

Der Kandidaten-Check: David-Sebastian Hamm (FDP)

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David-Sebastian Hamm (FDP)

Die Gmünder Tagespost bietet einen Kandidatinnen- und Kandidatencheck zu entscheidenden Themen und stellt die wichtigsten Bewerberinnen und Bewerber aus der Region vor. Hier: David-Sebastian Hamm.

Das bin ich privat: Ausgeglichen, gerne lustig, aktiv und viel unterwegs hauptsächlich mit meiner Familie. Als Ausgleich zu Beruf und Familie setzte ich mich auch gerne mal hinter das Schlagzeug oder nehme eine Gitarre in die Hand.

Das kann ich gut: „Zuhören“ und „machen“, das sind meine beiden besten Eigenschaften.

Daran messe ich meinen Erfolg: An meinen selbstgesteckten Zielen. Ich setzte mir zu Beginn jeden Jahr Ziele, die ich über das Jahr erreichen möchte. Am Jahresende schaue ich mir das in aller Ruhe an.

Entweder – oder:

Wein oder Bier? Je nach dem was es zu essen gibt

Bahn oder Auto? Wo es geht mit der Bahn, der Rest mit dem Auto

Pop oder Klassik? Metal

VfB Stuttgart oder Bayern München? VfB-Stuttgart

Klima

Wie wollen Sie das Ziel "Klimaneutralität" erreichen?

Das Ziel der Klimaneutralität wird sicherlich eine der schwersten Herausforderungen der nahen Zukunft sein. Wir freie Demokraten machen uns stark für ein marktorientiertes Konzept, bei dem der Ausstoß gedeckelt und jährlich herabgesenkt wird. Durch den Verkauf von „Verschmutzungsrechten“ entsteht ein marktgerechter Preis für die Co2 Emission. Durch das Zurückzahlen einer „Klimaprämie“ wird das Konzept sozialverträglich.

Wie schaffen wir es im ländlichen Raum, trotzdem mobil zu bleiben?

Wir alle wissen, dass Mobilität ganz anders im ländlichen Raum funktioniert. Hier muss weiterhin Flexibilität herrschen. Das bekommen wir hin durch neue Mobilitätskonzepte im ÖPNV, die oben genannte „Klimaprämie“ und durch Technologieoffenheit. Auch muss stark in die Ladeinfrastruktur auf dem Land für Elektromobilität investiert werden.

Geld, Rente, Steuern

Wie lange werde ich arbeiten müssen, sodass meine Rente reicht?

Das ist eine Frage, die leider schwer zu beantworten ist, da unser heutiges System schon darauf beruht, dass kräftig Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt fließen. Wir Liberale setzen auf das Konzept der Aktienrente nach schwedischem Vorbild. Schweden zeigt uns beispielhaft durch das Aktienrentenmodell, dass Demographie-Festigkeit hergestellt und langfristig das Rentenniveau steigen kann. Dadurch währe ein flexibler Eintritt in die Rente möglich.

Wo setzen Sie den Mindestlohn an – und warum?

Bisher wurde der Mindestlohn immer von der Mindestlohnkommission vorgeschlagen. Ich halte dies auch weiterhin für den richtigen Weg. Ich persönlich vertraue in das Urteil der Kommission und schließe mich ihrer Meinung an. Ich halte nichts davon, dass sich die einzelnen Parteien bei ihren Forderungen nach mehr Mindestlohn übertrumpfen.

Corona

Wenn es nach Ihnen geht: Gibt es eine Impfpflicht für alle?

Nein, eine Pflicht halte ich für das denkbar schlechteste Mittel. Wir müssen alles dafür tun, dass die Bürgerinnen und Bürger mehr Vertrauen in die Wirkung der Impfung bekommen. Der Skepsis dem Impfen gegenüber lässt sich mit Transparenz und Information entgegentreten. Wir alle müssen über dieses Thema wieder auf die sachliche Ebene kommen.

Wie kann man es schaffen, dass Kinder und Jugendliche in die Kita oder die Schule können?

Es ist von elementarer Wichtigkeit, dass Kinder und Jugendliche wieder in Kita, Kindergarten und Schule können. Da müssen wir mit Testen, Lüften, Luftfilter, Abstandsregeln, Desinfektionsmitteln und Masken, (wo es notwendig ist) es ermöglichen, dass Ansteckungen vermieden werden können.

Familie, Wohnen, Soziales

Wie schaffen wir es, neuen Wohnraum zu schaffen, ohne noch mehr Fläche zu versiegeln?

Die einzige Möglichkeit ist das Verdichten. Wobei dies bereits in vielen Kommunen hervorragend praktiziert wird. Aber auch das wird ein Ende haben. Früher oder später kommen wir nicht drum rum weitere Flächen zu besiedeln, hier sind innovative Wohnkonzepte gefragt um sowohl die Natur zu schützen als auch die Flächen optimal zu nutzen.

Wenn es nach Ihnen geht: Soll es ein Recht auf Homeoffice geben?

Nein, ich halte nichts von einer weiteren Vorschrift. Ich sehe auch aus eigenen Erfahrungen, dass die meisten Arbeitgeber positive Erfahrungen mit dem Thema gemacht haben und sich bereits jetzt Gedanken darüber machen, wie sie mit dem „Homeworking“ in Zukunft umgehen wollen. Schauen Sie sich die aktuellen Stellenanzeigen an, dort sehen Sie, dass es sich an vielen Stellen bereits durchgesetzt hat.

Digitalisierung, Breitband

Internetversorgung und Mobilfunknetz sind auf dem Land katastrophal: Wie schaffen wir es, dass wir in zwei Jahren keine weißen Flecken mehr haben im Ostalbkreis?

Beim Mobilfunk könnte dies gelöst werden, indem wir die Beträge welche aus den 5G Versteigerungen gewonnen wurden, dazu benützt, die „weißen“ Flecken zu schließen.

Bei der Breitbandversorgung muss entsprechend Druck auf die Provider ausgeübt werden. Auf meiner Sternfahrt durch den Wahlkreis wurde mir von vielen Bürgermeistern mitgeteilt, dass es viel zu lange dauert, bis die Provider mit der Verlegung anfangen.

Bei der Digitalisierung von Gesundheitswesen, Ämtern und Behörden wird oft der Datenschutz genannt, warum es nicht geht: Was ist wichtiger Datenschutz oder Digitalisierung?

Beides ist natürlich gleich wichtig. Auf der einen Seite ist die Digitalisierung ein wichtiger Bestandteil unseres zukünftigen Wirtschaftswachstums, auf der anderen Seite ist Datenschutz ein wichtiges Bürgerrecht. Wir von der FDP setzten uns für die Selbstbestimmtheit des Bürgers ein, d.h. wir allen dürfen selbst entscheiden, an wen wir unsere Daten geben. Dabei muss Transparenz herrschen, damit kein Missbrauch passieren kann.

Wirtschaft

Wie gelingt die Transformation in die neue Arbeitswelt?

Durch Innovation und nicht durch Verbote. Wir müssen alle zusammen diese große Aufgabe annehmen und Lösungen finden, wie wir auch in Zukunft tolle Produkte in die Welt exportieren können. Hierzu müssen wir uns auf allen Ebenen, aber vor allem in der Forschung und im Bereich neuer Technologien wie z.B. KI stärker vernetzen, um gemeinsam schneller Lösungen zu finden, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen oder zu erhalten.

Was werden Sie für das stark von der Automobilindustrie abhängige Schwäbisch Gmünd tun?

Ich werden mich dafür einsetzen, Bedingungen und Anreize zu schaffen, die es der Automobilindustrie in Schwäbisch Gmünd ermöglichen die wirtschaftliche Transformation erfolgreich zu meistern, um weiterhin den Standort attraktiv zu halten, damit auch in Zukunft unsere hier produzierten Leistungen an neuen und innovativen Fahrzeugen geleistet werden können.

Direkt zu den Kandidatinnen und Kandidaten

Dr. Inge Gräßle (CDU)

Tim-Luka Schwab (SPD)

Ricarda Lang (Grüne)

Andreas Wörner (AfD)

Dr. Annette Keles (Linke)

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