Der Maulbeerbaum ist eine harte Nuss

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Familie Schneider aus Böbingen findet das Quiz des Streuobstwiesenzentrums im Himmelsgarten spannend und löst alle 20 Aufgaben. Noch bis nächsten Sonntag kann man teilnehmen.

Am Sonntag nutzten Besucher des Himmelsgartens in Wetzgau die erste Gelegenheit, beim Quiz im Streuobstzentrum zu rätseln. Noch bis nächsten Sonntag kann man mitmachen.

Schwäbisch Gmünd-Wetzgau

Aufgeregt zeigt das Mädchen in Richtung Parkplatz: „Hier ist noch ein Hinweis zum Maulbeerbaum“, ruft sie und rennt mit ihrer Schwester auf ein weißes Schild zu. Ihre Großeltern spazieren entspannt hinterher. Die Vier nehmen am Quiz teil, das der Bezirksverband für Obst- und Gartenbau Schwäbisch Gmünd seit diesem Sonntag im Himmelsgarten anbietet.

Wegen der Corona-Pandemie kann das Blütenfest vor Ort erneut nicht stattfinden. „Daher möchten wir Sie ermutigen, ohne direkten Kontakt die Blütenfülle der Streuobstbäume im Himmelsgarten zu genießen“, können die Teilnehmer auf dem zweiseitigen Bogen lesen, der am Streuobstzentrum im Himmelsgarten ausliegt. Der Spaziergang solle durch das Quiz unterhaltsamer werden.

Anfangs genügt es, das Zentrum zu umrunden und in die bodentiefen Fenster zu schauen. Dort liest man auf großen Aufstellern zum Beispiel, wie viele Blütenblätter eine Apfelblüte hat. „Frage eins erledigt“, freut sich ein Geschwisterpaar im Grundschulalter. Auch eine Vogelart, die sich auf den Wiesen wohlfühlt, findet sich hier. Ebenso die Antwort auf die Frage, ob Streuobstwiesen Biotope sind. Ob das Streuobstzentrum viereckig ist, lässt sich beim Umrunden auch schnell feststellen. Aber ob im Himmelsgarten ein Maulbeerbaum steht? Darüber rätseln die Großeltern und ihre beiden Enkelinnen intensiv: „Wie sieht so ein Baum denn aus?“, fragen sich die Mädchen. „Da drüben gibt es ein Hinweisschild dazu“, verrät Andrea Schneider lächelnd im Vorübergehen.

Zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern ist die Böbingerin eigens für das Quiz nach Wetzgau gekommen. „Eine schöne Idee“, findet die Mutter. Noch schöner wäre es gewesen, hätte es im Umkreis Stationen zu den Fragen gegeben. „So bewegen wir jetzt hauptsächlich um das Häuschen herum.“

„Super Geschichte“

Oder bemühen das Smartphone. Vater Uwe versucht per Suchmaschine Frage 7 zu klären: „Ist das Dörren von Kirschen möglich?“ Tatsächlich findet er die Antwort, die seine Tochter gleich einträgt. Das Quiz leiste einen Beitrag, um mehr Bewusstsein für Streuobstwiesen zu schaffen, meint Uwe Schneider. „Ebenso wie das gesamte Himmelsgarten-Gelände. Eine super Geschichte, so etwas im nahen Freizeitumfeld anzubieten.“ Die Eltern fänden es auch toll, wenn der Inhalt des Fragebogens bei den Töchtern hängenbleibt.

Wenn das das Ziel sein soll, halte Roland Veile es für sinnvoller, wenn die Obst- und Gartenbauvereine Schulklassen besuchen würden. „Dann wäre wieder viel Bewusstsein für Streuobstwiesen da“, sagt der Aalener, der mit seinem Bekannten Harald Dussling den Himmelsgarten besucht und zufällig auf das Quiz gestoßen ist. Dussling sitzt auf der Bank vor dem Streuobstzentrum und füllt zügig eine Antwort nach der anderen aus. „Ich schreibe nachher ab“, sagt Veile zwinkernd und betont: „Streuobstwiesen sind ein wichtiges Element in unserer Kulturlandschaft.“ Die schönsten gebe es übrigens in Untergröningen. Trotzdem verliere das Thema hierzulande an Bedeutung. „Bei uns in Aalen liegen viele Flächen brach, das ist schade.“ Das Quiz findet er gut gemeint, aber: „Für das Bewusstsein über das Thema bringt es nicht viel.“

Gefunden

Unterhaltsam scheint es auf jeden Fall zu sein. Laut zählend marschieren Kinder über die Obstbaumwiese im Himmelsgarten. Oder mühen sich, die komplizierten Namen von Rosen auf kleinen Schildern abzuschreiben. Auch der Weg zum rätselhaften Maulbeerbaum ist schließlich gefunden. „Den hätte ich ohne Schild nicht erkannt“, schmunzelt der Großvater, als seine Enkelinnen endlich unter dem noch recht kahlen Exemplar stehen.

Noch bis zum 25. April kann man sich das Quiz am Streuobstzentrum im Himmelsgarten abholen oder auf der Internetseite www.bzv-gd.de herunterladen. Wer einen Preis gewinnen möchte – der erste bis dritte Preis ist ein Apfelbäumchen – wirft den ausgefüllten Bogen in den Briefkasten am Zentrum oder schickt ihn per Mail an rita.mager@martin-mager.com. Dabei bitte nicht die Adressdaten vergessen.

Im Bezirksverband für Obst- und Gartenbau Schwäbisch Gmünd e.V. sind 18 Obst-und Gartenbauvereine organisiert. Gemeinsam haben diese 18 Mitgliedsvereine aktuell 3041 Mitglieder,(Stand 10.2.2019), die an Obst- und Gartenbau interessiert sind, im Altkreis Schwäbisch Gmünd.

Die Namensschilder helfen weiter.

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