Der unangenehme Job des Geldeintreibers - die Stadtwerke und die Gasumlage 

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Sicher ist derzeit nicht viel beim Gas - außer: Es wird teuer.
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Gmünder Stadtwerke bereiten sich auf viel Arbeit vor – im Dienst der Gasumlage.

Schwäbisch Gmünd. Der Job ähnelt dem eines Geldeintreibers: Die Stadtwerke müssen ab 1. Oktober die staatlich beschlossene Gasumlage von den Kunden zusätzlich kassieren. Beträge, an denen sie selbst keinen Cent verdienen. „Wir müssen das umsetzen, aber da bleibt nichts in unseren Kassen. Es ist ein durchlaufender Posten“, betont Steffen König, der Vertriebsleiter der Stadtwerke.

Am 15. August soll die Höhe der Gasumlage bekannt gegeben werden, dann bleiben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke noch gut sechs Wochen Zeit, um die Kunden zu informieren, Abrechnungen vorzubereiten und sich um Erhöhungen von Abschlagszahlungen zu kümmern. Für die Stadtwerke bedeutet die Umlage Arbeit, aber keinen Verdienst: Für die Zusatzarbeit gibt’s vom Staat keine Entlohnung.

Wie Millionen von deutschen Gaskunden auch warten die Stadtwerke auf die Nachricht, wie hoch die Umlage sein wird. „Zwischen 1,5 und 5 Cent je Kwh wird sie liegen“, sagt König. Wer sich ganz genau über die bisher bekannten Regelungen informieren will, dem gibt König den Tipp, in den „FAQ“, den Antworten auf die wichtigsten Fragen, auf der Homepage des Bundeswirtschaftsministeriums nachzulesen (www.bmwk.de).

Ob alle Gaskunden der Stadtwerke gleichermaßen betroffen sein werden, das ist noch offen: „In der Bundespolitik ist es noch in der Diskussion, wie Verträge mit Fixpreis gehandhabt werden.“ Das betrifft knapp ein Drittel der rund 8000 Erdgas beziehenden Stadtwerke-Kunden. „Es sind etwa 70 Prozent ohne, 30 Prozent Kunden mit Fixpreis“, so König. Damit liegen die Stadtwerke „im Branchenschnitt“, so König.

Im Grund geht es Gmünds Stadtwerken und ihren Kunden im Moment genau gleich: Sie müssen abwarten und dann tun, was der Staat vorgibt. 

Info: Die Gasumlage, die ab 1. Oktober 2022 gilt, dient dazu, die derzeit auflaufenden Milliardenverluste der Gas-Großhändler teilweise zu kompensieren: Die Verluste entstehen, weil die Unternehmen einerseits an Lieferzusagen und vertragliche Preise gebunden sind – andererseits auf dem Weltmarkt aber Gas wesentlich teurer beschaffen müssen.

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