Der WSV draußen vor der Tür

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Gut, dass es nicht regnet dieser Tage: Mit Auslagen vor der Tür locken Gmünder Geschäfte zum "Sale-Verkauf".
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Drei Tage „Gmünd macht Outlet“: Das Konzept mit einer „Sonderverkaufsfläche“ für mehrere Händler macht Pause, könnte aber nach Corona wiederkommen.

Schwäbisch Gmünd 

Anna Seelig steht in ihrem Laden, draußen hängen Kleider auf zwei Ständern. Eine Passantin bleibt stehen und schaut sich das Angebot an. Genau das ist der Plan - denn „Gmünd macht Outlet“. Nach diesem Motto haben rund 30 Gmünder Geschäfte am Donnerstag ihren Sonderverkauf gestartet, der bis Samstag geht. Wie war der Start? Die GT hat sich in der Stadt umgesehen. 

„Die Resonanz ist spürbar“, sagt Andreas Schoell, der Geschäftsführer des gleichnamigen Sportgeschäfts. Er kann gut leben mit dem Entschluss der HGV-Händler, diesmal zur Zeit des Winterschlussverkaufs (WSV) keinen Leerstand anzumieten und gemeinsam als Sonderverkaufsfläche zu bestücken. Für einen Händler mit großer Fläche wie bei Schoell bieten die eigenen Räume genug Platz; attraktiv ist das Extra-Outlet für manche kleine Händler, die ihre Sortimente bündeln können, um Kunden mit Vielfalt und großer Auswahl zu locken. 

Doch nach zwei Jahren Pandemie wollte in diesem Winter keines der HGV-Mitglieder den Mehraufwand in Kauf nehmen. „So ist es mit dem Personal einfacher“, sagt HGV-Geschäftsführerin Simone Klaus. Außerdem habe der Verkauf vor der Tür im vergangenen Sommer sehr gut funktioniert. Auch Anna Seelig ist froh, dass sie kein extra Personal braucht, sondern den Abverkauf selbst von ihrem Laden aus regeln kann. Und sie hofft, dass nach den Wochen der 2G-Flaute wieder mehr läuft. Wobei die Änderung zu 3G nicht den großen Schub gebracht hat, das ist die Erfahrung von Schoell-Filialleiter Michael Wieland. „Es hat sich nichts geändert am Kundenzuspruch.“

Im vergangenen Sommer hatten die Macher der HGV-Aktion „Gmünd macht Outlet“ eine positive Bilanz gezogen. Andreas Schoell hofft, dass das auch diesmal gelingt. „Der Samstag wird sicher ein starker Tag.“

Wer sich umschaut in der Stadt, der sieht immer wieder Auslagen im Freien. Sogar Gabriele Fiehn hat ein paar Tische mit Büchern vor ihre Buchhandlung gestellt, was sie sonst nur im Sommer macht. Das „Sale“-Versprechen kann eine kleine Buchhändlerin wie sie nur sehr eingeschränkt machen. „Es gibt die Buchpreisbindung, und ich habe keine Nonbook-Artikel“, sagt sie. Aber einige Kisten mit Mängelexemplaren, die einen Euro kosten, hat sie ausgelegt, darunter auch Bücher für Kinder. Damit es vielleicht anders läuft als bei dem Dialog, den die Buchhändlerin einmal vor ihrem Laden zufällig mitgehört hat. Da sei ein kleines Kind mit der Mutter gestanden und habe gesagt: „Ich will ein Buch.“ Und Mutters Antwort, so erinnert sich Gabriele Fiehn, war: „Du hast doch ein Buch.“

Die Resonanz ist spürbar.“

Andreas Schoell, Geschäftsführer Intersport Schoell
  • "Sale" noch bis Samstag
  • Die Einzelhändler, die im Gmünder Handels- und Gewerbeverein (HGV) organisiert sind, hatten sich für eine gemeinschaftliche Aktion Anfang Februar entschieden. Gemeinsam wollen sie mit einem „Sale-Verkauf“ Schnäppchen-Kunden in die Gmünder Innenstadt und ihre Läden locken. Mehr als 30 Geschäfte machen mit, versichert HGV-Geschäftsführerin Simone Klaus. Die Aktion hat am Donnerstag, 3. Februar, begonnen und geht bis zum Samstag, 5. Februar.

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