Kommentar

Die Balance finden - mit leeren Taschen

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Michael Länge

Im Blick Anmerkungen zum Start ins kommunalpolitische Jahr

Blicken wir zweieinhalb Jahre zurück: Gmünd war gut aufgestellt. Herausgeputzt. Nach der Gartenschau 2014 und der Remstalschau 2019. Und die Stadt hatte Schulden abgebaut. Von gut 100 Millionen nach 2014 auf knapp 80 Millionen. Bis März 2020. Dann kam Corona. Lockdowns. Harte Zeiten für Unternehmen. Die Folge: Gmünds Schulden stiegen wieder. Auf gut 100 Millionen. Mit dem Abklingen der Pandemie kehrte das Leben zurück. Auf den Straßen und Plätzen. In den Restaurants und Kneipen. Der auslaufende „Gmünder Sommer“ war und ist der Beweis: Der Mensch, das soziale Wesen, hat Corona den Schrecken genommen.⋌Dann kam der Ukraine-Krieg. Und mit ihm die Energiekrise. Die auch Gmünd vor neue Herausforderungen stellt. In Stichworten: hohe Schulden, energieintensive Automobilzulieferer, Klimawandel. Die Ratsfraktionen reagieren, je nach Farbe, wie erwartet: vom Festhalten am Schuldenabbau über Überprüfung der Ausgaben bis zu neuen Schulden. Von der Kritik, dass Gmünd zu viel Flächen verbraucht, bis zur Mahnung, dass eine klimaneutrale Neuausrichtung der Wirtschaft ohne Flächenverbrauch nicht gelingt. Beides ist richtig. Weshalb es, von Entscheidung zu Entscheidung, den Kompromiss braucht. Dass sie den schaffen, haben die Räte bewiesen. Indem sie sich, trotz großer Fläche, auf den klimaneutralen Technologiepark Aspen eingelassen haben. Und damit auf die Hoffnung auf neue Jobs. Gmünds Stadtspitze ist in Sorge um den Wirtschaftsstandort Gmünd. Zurecht. Herbst und Winter könnten heftig werden. Für ganz Deutschland. Für Gmünd, das finanzschwache, erst recht. Aspen, der Technologiepark, muss gelingen. ⋌⋌⋌⋌⋌Michael Länge

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